Testbericht: MINI Cooper S Cabrio

Sommer, Sonne, Cabrio! Heiß geht es her - nicht nur bei den Temperaturen, auch bei MINI. Ob hier die Klimaanlage noch helfen kann, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Erst vor Kurzem hatten wir den frisch gelifteten MINI Cooper 3-Türer in unserer Redaktionsgarage. Umso größer war die Freude, als der Terminkalender unseren Neuzugang ankündigte. Gerade rechtzeitig, als Temperaturen jenseits der 30 Grad-Marke Ostösterreich in Atem hielten. Aber nicht nur die Karosserievariante heizt ein, auch die Motorisierung. Immerhin hält ein Cooper S Cabrio Einzug, und die Ausstattungsvariante "Chili" macht das Ganze so richtig scharf.

Wem bis jetzt noch nicht heiß genug ist, der kommt vielleicht beim Anblick des Preises ins Schwitzen. Hier starten wir in der angegebenen Konfiguration bei 32.200 Euro. Das treibt den Puls noch nicht so stark in die Höhe. Immerhin gibt es dafür in der Chili-Ausstattung serienmäßig nette Goodies wie unter anderem eine Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion, die MINI Drive Modes, Stoff-Ledersportsitze in Diamond Carbon Black, Scheinwerfer und Nebelscheinwerfer mit LED und für den Cooper S 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, weiße Blinkleuchten sowie das Licht-, Excitement- und Ablagenpaket.

Die beiden Vordersitze lassen sich manuell der Länge nach verschieben. Bei der Chilivariante kann nicht nur der Fahrer-, sondern auch der Beifahrersitz in der Höhe verstellt werden. Die Lehnen lassen sich in der Neigung verstellen und nach vorne klappen, um das Einsteigen hinten zu erleichtern. Wer es fahrerisch scharf angehen möchte, wird mit den gut konturierten Sitzen und der verstellbaren Oberschenkelauflage ebenfalls seine Freude haben. Ein Kreuzerl auf der Optionsliste wärmt unsere Vordersitze an kühleren Tagen.

Wer aber die deutschen Hersteller und ihre Preise kennt, weiß, dass mit den angegebenen 32.200 Euro bei Weitem noch nicht Schluss ist. Die größte Scheibe vom Optionskuchen schneidet sich das Connected Navigation Plus System ab, das im Centre Instrument mit Touchscreen dargestellt wird. Es hält neben dem Navi und dem Entertainmentsystem eine Menge an Services für den Fahrer bereit und besitzt auch eine Apple CarPlay-Vorbereitung. Wer sein Smartphone induktiv laden kann, wird von der Ladeschalte in der Armlehne begeistert sein. Praktisch für alle Cabriofahrer ist der Regenwarner, damit man auf jeden Fall trocken ans Ziel kommt.

MINI steht für Individualität. Um also "sein" Cabrio zu gestalten, bietet der Hersteller die MINI Yours Extras an. Bei unserem Testfahrzeug gibt es davon zum Beispiel das Interior Style Piano Black mit Ambientebeleuchtung, das Stoffhäubchen im Union-Jack Design (passend zu den Heckleuchten) und das Sport-Lederlenkrad. Schwarze Motorhaubenstreifen geben unserer orangen Lackierung einen dynamischen Akzent und ziehen den Blick zur Lufthutze. Passend dazu gibt´s schwarze Spiegelkappen, das Innen- und Außenspiegelpaket und ein Piano Black Exterieur.

Wo wir schon bei den Fahrspaßunterstützern wären, man wählt den Cooper S ja nicht ohne Grund. Daher packte man in unser Cabrio auch noch ein adaptives Fahrwerk und ein 7-Gang Steptronic Sport-Getriebe mit Doppelkupplung. Ist der Sound aus der Auspuffanlage zu wenig, dreht man einfach die Audioanlage stärker auf. Die Lautsprecher aus dem Hause Harman Kardon beschallen den MINI sogar bei offenem Verdeck auf der Autobahn mit sattem Sound. Komfort auf Autobahnen gibt es dank dem DrivingAssistant mit aktiver Geschwindigkeitsregelung sowie einem farbigen Head-up Display.

Damit unserem heißen Schmuckstück nichts passiert, hält MINI neben einer Alarmanlage als weiteres Extra Parksensoren vorne und hinten, eine Rückfahrkamera sowie einen Parkassistenten bereit. Wobei die Kamera hinten trotz der kompakten Abmessungen nicht unpraktisch ist. Immerhin ist die Sicht durch das oben aufliegende Verdeck doch ziemlich eingeschränkt. Und auch im geschlossenen Zustand hat man kein großes Sichtfeld zur Verfügung. Apropos Verdeck: Dieses kann zweistufig elektrisch geöffnet und geschlossen werden. Die erste Stufe geht bei jeder Geschwindigkeit und entspricht in etwa einer größeren Schiebedachöffnung. Erst bei der zweiten Stufe öffnet sich das Verdeck ganz. Hier darf aber die Geschwindigkeit von 30 km/h nicht überschritten werden, und etwa 20 Sekunden Zeit benötigt man dafür ebenfalls. Bei einsetzendem Regen wahrscheinlich eine gefühlte Ewigkeit, aber dafür gibt es ja die Regenwarnapp. Im geschlossenen Zustand ist die Geräuschdämmung übrigens sehr gut.

Dass Cabrios keine Raumwunder sind, wird niemanden überraschen. Trotzdem haben sich die Ingenieure überlegt, wie man die 160 bis 215 Liter Ladevolumen noch besser nutzen kann. Der Trick heißt Easy-Load. Mittels eines Hebels kann man bei geschlossenem Dach das Verdeck zusätzlich zur Ladeklappe anheben und damit einfach die Ladeöffnung vergrößern. All diese Extras machen unser Cabrio zu einer heißen Rennsemmel mit Charakter. Und wie vorhin schon gesagt, spätestens beim Endpreis kommt der Eine oder Andere dann doch ins Schwitzen. Unser MINI kommt nämlich auf einen Gesamtpreis von 50.625 Euro.

Sollten kurz Zweifel aufkommen, können vielleicht die technischen Details das Börserl lockern. Der Cooper S macht den MINI mit seiner Gesamtlänge von 3,85 m zu einem echten Rennkart. Hier stimmt einfach alles: Straffe, direkte Lenkung, ein ebensolches Fahrwerk, welches auf die Fahrverhältnisse abgestimmt werden kann und 192 Rösser, die in vier Zylindern mit einem Hubraum von 1.998 Kubik richtig anreißen. Genau so stellen wir uns ein sportlich agiles Handling vor. Die Kraft des Motors setzt das neue 7-Gang Steptronic-Doppelkupplungsgetriebe derart gut um, dass man das Gefühl hat, der Leistung sind keine Grenzen gesetzt. 280 Nm Drehmoment, mit Overboost sogar 300, stellt der MINI schon bei 1.350 Umdrehungen parat. Die volle Leistung von 192 PS setzt dann bei 5.000 Touren ein.

Auch wenn das Cabrio etwa 200 kg mehr Hüftgold mit sich herumschleppt, als unser getesteter Dreitürer, zeigt die Tachonadel bereits nach 7,1 Sekunden 100 km/h an. Zügiges Kurvenwedeln noch dazu open air lässt alle aufgeheizten Gemüter abkühlen. Es macht einfach nur Spaß. Autobahngeschwindigkeiten oben ohne sind problemlos möglich. Wir haben kein Windschott benutzt und auch die Vollbelegung getestet. Hier gibt es zwar mehr Luftverwirbelungen, aber im richtigen Cabrio-Outfit ist alles kein Problem. Laut Hersteller liegt die Höchstgeschwindigkeit des Cooper S Cabrios bei 230 km/h.

Das neue Cabrio bedient sich im MID und Green Mode der Segelfunktion, und das Start-Stopp-System überprüft die Situation bevor es aktiv wird und vermeidet unnötiges Abschalten (z.B. beim Einfahren auf Kreuzungen). So haben wir mit flotterer Fahrweise einen Verbrauch von fast 8 Litern erreicht.

Offenheit hat seinen Preis. Das sieht man beim neuen MINI Cooper S Cabrio doch sehr deutlich, vor allem, wenn man auf das eine oder andere Zuckerl nicht verzichten möchte. Nichtsdestotrotz hat dieses Fahrzeug Charisma und lebt von seiner Geschichte. Wer MINI liebt, wird auch das neue Cabrio rasch in sein Herz schließen. Es ist ein Statement, ein Hingucker und in dieser Motorisierung einfach eine Spaßmaschine. Und da sich bereits Regenwolken zeigen und kühlere Tage bevorstehen, schließen wir einfach das Verdeck und träumen.

Was uns gefällt:

Sportliche Motor-Getriebe-Fahrwerkabstimmung, Union-Jack-Design, intuitive Bedienung

Was uns nicht gefällt:

schlechte Sicht nach hinten, DIESER Preis

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 3
Ablagen: 2-
Übersichtlichkeit: 2

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