Mini Cooper D 5-Türer - Testbericht

In unserem Test zeigt der neue Mini 5-Türer mit Dieselmotor und Automatik, dass er ganz schön erwachsen geworden ist, aber noch ein typischer Mini ist.

Die neue Generation des Mini ist Anfang des Jahres gestartet, seit kurzem gibt es den Mini jetzt erstmals mit 5 Türen. Mit der praktischeren Version möchte Mini neue Kunden ansprechen, dabei aber weiterhin das typische Mini-Feeling bieten.

Für unseren Test haben wir den Mini Cooper D 5-Türer in Verbindung mit Automatik gewählt, der Listenpreis liegt bei 24.209 Euro. Im Preis enthalten sind schon eine Klimaanlage, ein Audiosystem, Regensensor, elektrische Fensterheber vorne, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung und vieles mehr.

Unser Testfahrzeug hatte dann noch das Austrian Chili Paket (u.a. mit Multifunktionslenkrad, 16"-Alufelgen, Sportsitzen, Mini Driving Modes, Bordcomputer, Klimaautomatik), das Paket Wired inkl. Navi, 18"-Alufelgen, weiße Streifen auf der Motorhaube, das Chrom Line Interieur und Exterieur, die Colour Line Satellite Grey, Sitzheizung, Ledersitze, Metallic-Lackierung, LED-Scheinwerfer und Nebelleuchten und das Parkassistenzpaket mit dabei. Der Gesamtpreis ist mit 34.078 Euro dann gar nicht mehr so "Mini", dafür steht der 5-türige Kleinwagen aber auch sehr elegant und exklusiv vor einem.

Im Innenraum bietet der 5-Türer ebenfalls das typische Mini-Design, wobei seit der neuen Generation der Tacho direkt hinter das Lenkrad gewandert ist. In der Mittelkonsole gibt es jetzt nur noch das große Display für Navi, Radio und Co., sowie die markanten Kippschalter, die perfekt zum Retro-Look des Mini passen. Der LED-Ring rund um das mittig platzierte Display ist ein weiteres neues Gimmick, das optisch den Drehzahlmesser oder auch die Temperatureinstellung, wenn man diese vornimmt, simuliert.

Liebevoll gestaltete Details zeigen auch, dass die Designer sich wirklich bemüht haben, ein sehr eigenständiges Innenraumkonzept zu verwirklichen. Man fühlt sich auf jeden Fall auf Anhieb wohl und findet sich auch recht schnell zurecht. Gegenüber dem 3-Türer wurde der Radstand um 72 Millimeter erweitert, und es gibt auch 15 Millimeter mehr Kopffreiheit und 61 Millimeter mehr Innenraumbreite. Dadurch finden die Passagiere jetzt mehr Platz, und auch der Zugang zum Fond ist durch die zwei zusätzlichen Türen wesentlich einfacher.

Dennoch ist der Türausschnitt so eng, dass sich größere Personen kunstvoll in den Innenraum hinein falten müssen. Zudem ist auch das Platzangebot, trotz größerem Radstand, im Fond eher bescheiden. Um 67 Liter oder einen größeren Trolley gewachsen ist das Kofferraumvolumen, das nun 278 Liter fassen kann. Durch eine im Verhältnis 60:40 teilbare Rückenlehne kann das Volumen noch auf bis zu 941 Liter vergrößert werden.

Erstmals kommen im neuen Mini 5-Türer auch neue 3-Zylinder Dieselmotoren zum Einsatz. Auf den ersten Blick vertragen sich Diesel und 3-Zylinder nicht unbedingt mit dem kultigen Mini, doch schon nach wenigen Metern haben wir uns eines Besseren belehren lassen. Der 1,5 Liter-3-Zylinder mit einer Leistung von 116 PS (85 kW) zeigt sich wesentlich agiler als der bisherige 4-Zylinder-Diesel mit 112 PS Leistung. Sein maximales Drehmoment von 270 Nm liefert der Motor bei 1.750 U/Min. Dabei steht gleich zum Start schon viel Power zur Verfügung.

Wir mussten gleich einmal am Zulassungsschein prüfen, ob wir wirklich nur den Cooper D und nicht den Cooper SD fahren, so spritzig fühlen sich die 116 PS an. Selbst die fein schaltende 6-Gang-Automatik nimmt dem Mini nichts von seiner Spritzigkeit. Die Gänge werden dabei sehr schnell und sanft gewechselt. Die Automatik reagiert auch schnell auf Wünsche des Fahrers, und so werden Überholvorgänge zum Kinderspiel. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der kleine Engländer mit bayrischem Elternhaus nur 9,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 202 km/h.

Sitzt man im Mini, würde man auch niemals glauben, in einem 3-Zylinder-Diesel unterwegs zu sein, so gut ist die Geräuschdämmung gelungen. Steht man bei laufendem Motor vor dem Mini, so kann er seine Antriebsart aber kaum verschleiern.

Beibehalten wurde auch beim 5-Türer das typische Go-Kart-Feeling. Der knapp 4 Meter lange Mini fühlt sich zu jeder Zeit sehr agil an und liegt perfekt auf der Straße. Das sehr griffige Lenkrad gefällt ebenfalls richtig gut, und der Mini lässt sich auch überaus direkt in die gewünschte Richtung dirigieren. Durch den längeren Radstand bietet er spürbar mehr Komfort und macht auch auf längeren Etappen eine sehr gute Figur.

Nicht ganz erreicht haben wir die vom Werk versprochenen Verbrauchswerte. Der Diesel sollte sich mit 3,9 Liter begnügen, in unserem Test sind wir im Schnitt auf 5,9 Liter gekommen. Etwas sparsamer wäre der Mini sicher gewesen, wenn wir den Driving-Mode-Schalter Richtung "Eco" gestellt hätten, dann merkt man aber durchaus auch einen Leistungsverlust. Im Sport-Mode hingegen wird der Diesel noch eine Spur agiler und dreht die Gänge weiter aus, in diesem Modus wird man dann aber mit über 6 Liter Verbrauch rechnen müssen.

Mit dem 5-Türer hat Mini auf jeden Fall einen interessanten Vertreter der Kleinwagenklasse auf den Markt gebracht. Er kann mit einem wesentlich höheren Nutzwert überzeugen, hat aber die für die Marke typischen Merkmale in vollem Umfang beibehalten.

Der sehr agile neue Dieselmotor bereitet zudem viel Fahrspaß, und auch der eigenständige Charakter im Außen- wie im Innendesign macht den Mini zu einem interessanten Auto für jene, die sich von der Masse abheben wollen.

Was uns gefällt:

das Design, der erhöhte Nutzwert, der Fahrspaß, das Mini-Feeling

Was uns nicht gefällt:

im Fond ist es noch immer recht eng

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 3
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 2-

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