Mini Cooper S - Testbericht

Der neue Mini ist wieder etwas gewachsen und präsentiert sich noch hochwertiger. Ob er auch noch das typische Mini-Feeling bietet, verraten wir in unserem Test.

Mit der Neuauflage des Mini ist die BMW-Tochter auch neue Wege gegangen und hat den Premium-Kleinwagen noch hochwertiger, aber auch größer gemacht. Neueste Technik, mehr Komfort und auch mehr Platz sollen den neuen Mini noch interessanter machen. Ob er dabei seine berühmten Tugenden beibehalten hat, versuchen wir in unserem Test herauszufinden.

Um Fahrspaß und Luxus zu vereinen, haben wir das derzeitige Topmodell, den Mini Cooper S mit manueller Schaltung, gewählt. Beim Listenpreis von 25.690 Euro bekommt man schon eine solide Grundausstattung. Mit an Bord sind unter anderem eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, ein LED-Ring um das Mini Centre Instrument, ein Cooper S Styling-Kit mit Hutze auf der Motorhaube, ein mittig platziertes Doppelauspuffendrohr, ein Sport-Lederlenkrad mit 3 Speichen, die Performance Control, ein Entertainmentsystem, 16"-Leichtmetallfelgen und noch vieles mehr.

Unser Testfahrzeug hat dann noch mit dem Austrian Chili Paket, dem Paket "Wired" inkl. Navi, Reifen mit Notlaufeigenschaften, dem Chrom Line Interieur, Dach und Spiegelkappen in Schwarz, einem Dachhimmel in Anthrazit, der Interieuroberfläche Piano Black, einer Armauflage vorne, Sitzheizung vorne, LED-Scheinwerfern mit erweiterten Umfängen, einer Park Distance Control hinten und einer Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion aufwarten können. Der Gesamtpreis liegt damit bei 33.211 Euro und unterstreich den Premium-Anspruch des Kleinwagens.

Dennoch ist der auf nunmehr 385 cm angewachsene Mini gleich auf Anhieb als solcher zu erkennen, und das typische Design wirkt wieder eine Spur frischer und moderner. Auch der Innenraum wurde komplett neu gestaltet und wirkt dennoch mehr als nur vertraut. Als größte Änderung ist dabei die neue Positionierung des Tachos zu sehen, der von der Mitte der Armaturenlandschaft hinter das Lenkrad gewandert ist.

Man muss gestehen, dass diese Anordnung wesentlich übersichtlicher und dieser Schritt somit positiv zu sehen ist. In der Mitte befindet sich nach wie vor das "Mini Centre Instrument", welches das Navi beheimatet und von einem LED-Ring umrandet ist. Der LED-Ring leuchtet dabei in verschiedenen Farben, je nachdem, was der Fahrer gerade macht. So wird farblich dargestellt, wenn die Temperatur oder das Fahrprogramm geändert werden, und die Farb-LEDs folgen auch dem Drehzahlmesser. Für jene denen, das dann doch etwas zu viel des Guten ist: Man kann diese Funktion auch abschalten.

Überhaupt bietet der Mini viel Potential für verspielte Naturen, und es können verschiedenste Dinge via neuer Steuerung von Navi und Co. eingestellt werden. Statt dem bisherigen kleinen Joystick zwischen den Vordersitzen kommt nun das aus den BMW-Modellen bekannte iDrive-System zum Einsatz, welches mit kinderleichter Bedienung glänzen kann.

Mini geblieben ist der Mini auch beim Platzangebot, trotz Längenzuwachs sollte man den kleinen Engländer eher als Zweisitzer, denn als Viersitzer sehen. Ist ein 180 cm großer Fahrer unterwegs, so hat man im Fond kaum noch Platz für die Füße, und auch die Kopffreiheit ist etwas knapp bemessen. Auch der Kofferraum ist mit 211 Liter Fassungsvermögen nicht gerade üppig dimensioniert. Dafür gibt es im Innenraum viele praktische Ablagen, und einen Mini kauft man ja auch nicht in erster Linie wegen seines Platzangebots, sondern wegen dem Fahrspaß.

Diesen soll der 2,0 Liter 4-Zylinder mit 192 PS (141 kW) auch bieten. Gleich nach dem Start via neuem Startknopf in der Mittelkonsole erfreut das Triebwerk mit einem sehr schönen Klang. Vom niedlichen Aussehen her würde man dem Mini eher ein sanftes Miauen zutrauen, in Wirklichkeit kann er aber wie ein Löwe brüllen. Vor allem dann, wenn man im Sport-Modus ist, wo alle Systeme nochmals geschärft werden und der Sound noch rauer wird. Sein maximales Drehmoment von 280 Nm liefert der Motor zwischen 1.250 und 4.750 U/Min, wodurch man gleich nach dem Start mit ordentlich Power davon sprinten kann.

Im Sport-Modus erreicht die Tachonadel bereits nach 6,4 Sekunden die 100 km/h-Marke, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 235 km/h. Durch die gute Durchzugskraft kann der Mini auch sehr schaltfaul gefahren werden, denn selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten in einem hohen Gang hat man zu jeder Zeit viel Kraft parat.

Beibehalten wurde zum Glück auch das Go-Kart-Feeling, welches bislang alle Minis geboten haben. Auch der neue Mini lässt sich über enge Kurven zirkeln, dass es nur so eine Freude ist. Beim Herausbeschleunigen aus Kurven muss man nur darauf achten, das Lenkrad fest im Griff zu haben, denn die Kräfte des Motors zerren ganz schön an der Vorderachse.

Perfekt dazu passen auch die sehr direkte Lenkung und das manuelle 6-Gang-Getriebe, welches sich butterweich schalten lässt. Im Sport-Modus hat man zudem auch beim Runterschalten Zwischengas, was nicht nur ein Ohrenschmaus ist, sondern auch die Agilität steigert.

Beim Thema Fahrspaß kann es der Mini locker mit weit stärkeren Fahrzeugen aufnehmen. Seine nach wie vor gegebene Wendigkeit und die tollen Fahrleistungen erfreuen  dabei täglich aufs Neue.

Neben dem Sport-Modus stehen dann noch der "Mid"-Modus und der "Green"-Modus zur Wahl. Im Mid-Modus ist der Mini zwar nicht mehr ganz so scharf wie im Sport-Modus, kann aber immer noch mit tollen Fahrleistungen aufwarten. Der Green-Modus ist dann für die Sparmeister geschaffen, hier werden alle Systeme auf absolute Sparsamkeit getrimmt. So sollte man dann auch die vom Werk versprochenen 5,8 Liter Durchschnittsverbrauch realisieren können. Wir wollten auf keinen Fall auf den Fahrspaß des Mini Cooper S verzichten und sind im Schnitt auf immer noch sehr gute 7,2 Liter gekommen.

Sehr schön ist auch, dass der neue Mini bei der Geräuschdämmung zugelegt hat und es im Innenraum immer schön leise bleibt. Außer wenn man die Leistung voll abruft, dann kommt schon noch der tolle Motorsound durch, was in diesem Fall aber auch gewollt und positiv ist.

Der neue Mini ist also trotz des Größenzuwachses noch immer ganz der Alte geblieben, kann aber mit mehr Komfort und modernster Technik überzeugen. Beim Fahrspaß kann dem kleinen Engländer aber so schnell kein anderes Auto dieser Klasse das Wasser reichen.

Was uns gefällt:

der Fahrspaß, das Go-Kart-Feeling, das Styling auch im Innenraum, die einmalige "Start"-Wippe für den Motorstart, der Kultfaktor

Was uns nicht gefällt:

das Platzangebot in Fond und Kofferraum

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 4
Kofferraum: 3
Ablagen: 1-

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