Mini Cooper D Countryman - Testbericht

In unserem Test zeigt der frisch geliftete Mini Countryman, dass er ganz der Alte geblieben ist, jedoch im Detail verfeinert wurde.

Der 2010 präsentierte Mini Countryman wurde für das neue Modelljahr leicht adaptiert und präsentiert sich noch frischer als bisher. Zu erkennen ist der neue Mini dabei nur an kleinen Details, wie etwa der geringfügig geänderten Frontpartie und einem leicht aufgewerteten Innenraum. Neu hinzu gekommen sind auch einige Farben, wie etwa die Jungle Green-Lackierung unseres Testfahrzeugs, die dem Mini ausgesprochen gut steht.

Für unseren Test haben wir den Cooper D Countryman ALL4 gewählt, der mit Allradantrieb und 112 Diesel-PS aufwarten kann. Der Listenpreis liegt bei 26.990 Euro und zeigt damit auch den Premium-Anspruch des Engländers mit bayrischen Eltern. Mit an Bord ist dabei eine gute Grundausstattung inkl. Fensterhebern, Klimaanlage, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, einem Audiosystem und vielem mehr.

Um noch etwas mehr Luxus genießen zu können, hatte unser Testfahrzeug noch das Austrian Chili Paket, das Paket "Wired" inkl. Navigationssystem, 18"-Leichtmetallfelgen, eine schwarze Scheinwerfer- umrandung, das Piano Black Exterieur, das Außenspiegelpaket, das Sichtpaket, eine Sonnenschutzverglasung, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, eine Park Distance Control hinten und Xenon-Licht mit an Bord. Der Gesamtpreis des Mini Countryman liegt damit bei 35.913 Euro und ist für einen kompakten SUV mit dieser Ausstattung durchaus noch im Rahmen.

Natürlich ist der Countryman auch nach dem Facelift im Innenraum gleich auf Anhieb als echter Mini zu erkennen und bietet die typischen Merkmale wie etwa den großen Tacho in der Mitte und den kleinen Drehzahlmesser mit digitaler Geschwindigkeitsanzeige hinter dem Lenkrad. Auch die Kippschalter in der Mittelkonsole zeigen viel Liebe zum Detail und dass die Designer bemüht waren, den typischen Mini-Charakter auch beim SUV zu erhalten.

Die kleinen Fensterscheiben und die wuchtige Armaturenlandschaft vermitteln ebenfalls das typische Mini-Feeling. Rein vom Gefühl her wirkt der Innenraum dadurch recht beengt, bietet tatsächlich gesehen aber viel Platz für alle Passagiere. Selbst im Fond ist es für größer Gewachsene noch recht bequem und auch der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von 350 bis 1.170 Liter für ein Auto dieser Größenordnung noch ordentlich dimensioniert.

Viele Ablagen und Getränkehalten runden den praktischen Nutzwert des Allradlers weiter ab, und man findet sich auch sehr schnell zurecht. Viele Knöpfe in der sehr steil stehenden Mittelkonsole sind aber etwas zu tief positioniert, wodurch man oft den Blick von der Straße nehmen muss, wenn man eine bestimmte Funktion ändern möchte.

Als praktischer Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Sparsamkeit sollte der 1,6 Liter-Dieselmotor eine gute Antriebsart für den Countryman darstellen. Die Leistung liegt bei 112 PS (82 kW), und das maximale Drehmoment von 270 Nm wird zwischen 1.750 und 2.250 U/Min zur Verfügung gestellt.

Schon vom Start weg ist der kleine Diesel dabei sehr dynamisch zu bewegen, etwas zäher wird es nur bei höherem Tempo und niedrigen Drehzahlen. Hier würde man sich dann mehr Leistung wünschen. Vor allem wer überholen oder auf die Autobahn auffahren möchte, muss fleißig im leicht zu schaltenden 6-Gang-Getriebe rühren, um den Mini bei Laune zu halten.

Wer vom höchsten Gang heraus von 80 auf 130 km/h beschleunigen möchte, sollte auf jeden Fall viel Geduld mitbringen. Dreht man die Gänge jedoch voll aus, so erzielt man auch recht spritzige Fahrleistungen. Immerhin wird der Paradesprint von 0 auf 100 km/h in 10,9 Sekunden absolviert, und man ist bis zu 186 km/h schnell mit dem Mini unterwegs.

Dank dem Allradantrieb wird die Kraft dabei immer perfekt auf die Straße gebracht, und man kommt mit dem Countryman auch Offroad gut voran. Trotz des hohen Aufbaus ist das typische Go-Kart-Feeling von Mini weitgehend erhalten geblieben, aber natürlich in einer etwas gedämpfteren Form präsent.

Für einen SUV bietet der Countryman auch in schnell gefahrenen Kurven noch immer eine perfekte Bodenhaftung, was allerdings auch durch eine sehr harte Federung erkauft wird. Bodenunebenheiten weg zu bügeln ist nicht die Art des Countrymans, wodurch manche Straßen schon zur kleinen Herausforderung für den Rücken der Passagiere werden.

Auch die Geräuschentwicklung im Innenraum bei Autobahntempo ist nicht gerade so ausgelegt, dass man weite Strecken mit dem Fahrzeug zurücklegen möchte. Bis zu 100 km/h ist der Countryman aber sehr leise, lediglich darüber steigen die Wind- und Abrollgeräusche deutlich an. Dafür zeigt der knuddelige Brite im Großstadtdschungel seine Stärken und kann mit einer guten Wendigkeit und leichtgängigen, aber direkten Lenkung überzeugen.

Bei den Trinkgewohnheiten verhält sich der Mini dann auch wie ein echter Engländer kurz vor Sperrstunde des Pubs, wo noch schnell der eine oder andere Liter runtergekippt wird. Den Gesamtverbrauch von 4,2 Liter, den das Werk angibt, konnten wir trotz zartem Gasfuß bei weitem nicht erreichen. Im Schnitt hat sich unser Mini Countryman Testauto rund 6,8 Liter pro 100 Kilometer gegönnt, womit es nicht gerade zu den sparsamsten Autos seiner Leistungsklasse zählt.

Aber über solche Kleinigkeiten muss man erhaben sein, denn der Mini Countryman bietet auf jeden Fall etwas, was viele andere Fahrzeuge nicht mehr haben: Viel Charme und einen sehr eigenständigen Auftritt. Man fühlt sich mit dem Countryman überall wohl, und man passt mit dem Auto gleichermaßen vor die Oper wie vor den Baumarkt oder vor die Berghütte. Die vielen Individualisierungsmöglichkeiten und der pfiffige Auftritt machen den Mini trotz einiger Schwächen zum Siegertyp.

Was uns gefällt:

die Eigenständigkeit und der Charakter, die Liebe zum Detail, die Straßenlage, die Ausstattung

Was uns nicht gefällt:

der nicht ganz so spritzige Motor, der Verbrauch, das Geräuschniveau auf der Autobahn, die harte Federung

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

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