Elektroauto-Crashtest : Mitsubishi i-MiEV besteht Härtetest

Der ÖAMTC hat das erste echte Elektroauto aus Großserienproduktion einem Crashtest unterzogen.

Als erstes reines Elektrofahrzeug aus einer Großserien- produktion wird der Mitsubishi i-MiEV seit Dezember 2010 verkauft. Wie es um die Sicherheit bei einem Unfall steht, hat der ÖAMTC in Zusammenarbeit mit seinen europäischen Partnerclubs beim ersten Crashtest eines Elektrofahrzeugs mit eingebauter Batterie überprüft. "Bei den speziellen Faktoren Spannung und Batterie haben sämtliche Schutzvorrichtungen funktioniert - die Hochspannung im System wurde vollautomatisch abgeschaltet, die Akkuzellen wurden beim Aufprall nicht beschädigt. Insgesamt zeigt sich, dass der Mitsubishi i-MiEV in punkto Sicherheit zwar ganz gute Ergebnisse hat, aber nicht ganz an das Sicherheitspotenzial aktueller Kleinwagen heranreicht", fasst ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang zusammen. Verbesserungspotenzial ortet der Clubexperte im Bereich der Insassensicherheit und bei der manuellen Abschaltmöglichkeit des Hochvoltsystems.

Durchgeführt wurden ein Front-Crashtest mit 64 km/h und 40 Prozent Überdeckung sowie ein Heckaufprall mit 80 km/h und 70 Prozent Überdeckung. "An den Aufprallbereichen Knie und unteren Extremitäten besteht noch Verbesserungsbedarf. Steife Amaturentafel- und Innenraumstrukturen bergen hier ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Fahrer und Beifahrer", präzisiert der ÖAMTC-Cheftechniker die Ergebnisse des Frontcrashs. Mit serienmäßiger Ausstattung von Front-, Seiten- und Kopfairbags, wie auch auf Seiten der aktiven Sicherheit mit ESP hat der i-MiEV eine gute Grundausstattung. "Beim Heckaufprall wurde das Akkumulator-Paket zwar beschädigt, eine spezielle Hülle schützt aber jede einzelne Akkuzelle. Die Abschaltung des Hochvoltsystems funktionierte in beiden Fällen einwandfrei. Batterie und Spannung stellen also keine Gefahr für Insassen und Retter dar", erklärt der ÖAMTC-Cheftechniker.

Darüber hinaus wurde das Fahrzeug nach den Crashtests von der Feuerwehr in Schneidversuchen mit der Bergeschere zu Problemen bei der Bergung untersucht. Diese Schneidversuche am Pkw-Wrack geben auch Auskunft über die Sicherheit der Retter nach dem Unfall. "Vorbildlich ist, dass für das Fahrzeug schon eine Rettungskarte existiert, die auch die Anleitung zur Abschaltung des Hochvoltsystems beinhaltet", erklärt der ÖAMTC-Cheftechniker. Wünschenswert wäre hier ein leichterer Zugang zur Spannungsfreischaltung im Rettungsfall. "Die Trennung des Hochvoltsystems muss für Rettungskräfte mit einfachen Mitteln möglich und die Zugänglichkeit gewährleistet sein. Derzeit befindet sich die Vorrichtung zur manuellen Abschaltung unter dem Fahrersitz. Das ist nicht ideal", sagt Lang.

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