Mitsubishi ASX 2,2 DI-D - Testbericht

Für das Modelljahr 2017 präsentiert Mitsubishi eine neue Version des ASX. Womit der Kompakt-SUV die Käuferherzen höher schlagen lässt, lesen Sie hier.

Auf den ersten Blick erkennt man den neuen ASX durch sein frisches, sportliches Design - vom Hersteller "Dynamic Shield" genannt -, das alle SUV-Modelle des heurigen Jahres optisch einen soll. Dieses betrifft hauptsächlich die Frontansicht mit modifiziertem Stoßfänger und die Scheinwerfer-Kühlergrillpartie. Doch auch die Seitenlinie sowie das Heckdesign verleihen dem Mitsubishi ein schlankeres, jedoch kraftvolles Aussehen.

Obwohl die Japaner für 2017 eine spezielle "Austria-Edition" als Sondermodell für den SUV mit einigen Extra-Features parat haben, holten wir uns für den aktuellen Test dennoch das Topmodell in die Redaktionsgarage. Der 2,2 Liter-Diesel mit der Instyle Ausstattung besitzt nicht nur ein Automatikgetriebe, sondern auch die stärkste Motorisierung mit 150 PS und Allradantrieb. Für den komplett gerüsteten SUV liegt der Preis bei 35.290 Euro. Hinzu kommt dabei nur mehr die Silky Weiß-Perlmuttlackierung mit einem Aufpreis von 650 Euro. Alles andere ist Teil der Serienausstattung.

Alle ASX wurden bereits ab dem Basismodell mit einem umfassenden Sicherheitspaket ausgerüstet. Dieses umfasst unter anderem neben zahlreichen Airbags, einer Stabilitätskontrolle und Berganfahrhilfe eine "RISE Sicherheitskarosserie". Highlights der Top-Ausstattung sind unter anderem die 18 Zoll-Leichtmetallfelgen. Xenon-Leuchten und in die Nebelscheinwerfer integriertes Tagfahrlicht sowie LED-Hecklichter sorgen dafür, dass man bei schlechten Sichtverhältnissen nicht nur hervorragend sieht, sondern auch gesehen wird. Große Seitenspiegel in Wagenfarbe mit integrierten Blinkern lassen sich selbst nach ausgeschalteter Zündung elektrisch anklappen, bzw. machen dies automatisch, sobald das Fahrzeug verriegelt wird. Aluminiumpedale setzen sportliche Akzente im Innenraum.

Wichtig bei einem SUV ist nicht allein die höhere Sitzposition, die japanischen Ingenieure packten außerdem zahlreiche Komfortfeatures in die Instyle-Variante. Zunächst bietet der Mitsubishi eine komplette Lederausstattung, die einerseits gut aussieht und andererseits wertig verarbeitet wurde. Klavierlackakzente im Cockpit besonders rund ums Multifunktionsdisplay, das auch ein Navigationssystem beherbergt, versprühen Eleganz im Interieur. Das Premium Audiosystem Rockford Fosgate beschallt uns mit 710 Watt und 9 Lautsprechern.

Zur Lederausstattung gehören ebensolche Sitze. Der Reisekomfort im ASX ist auf allen Positionen sehr bequem. Der Fahrersitz lässt sich elektrisch mehrfach verstellen und bietet genügend Seitenhalt, dass man stets ein angenehm sicheres Gefühl hat. Per Kippschalter können beide Vordersitze zweistufig beheizt werden. Abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule erschweren den Blick in den Fond, wohingegen sich die Mitreisenden über ein riesiges Panoramaglasdach mit indirekter Beleuchtung freuen können. Leider gibt es deshalb keine zusätzliche Beleuchtung in der hinteren Reihe. Normalerweise benötigt man diese nicht. Sie wäre jedoch praktisch, wenn man nachts etwas sucht oder versucht Kindersitze anzuschnallen. Hier muss man sich auf seinen routinierten Tastsinn verlassen.

In jedem Fall erspart man sich das Suchen des Fahrzeugschlüssels, denn der ASX kann einfach per Knopfdruck an der Türschnalle ent- und verriegelt werden. Gestartet wird ebenfalls schlüssellos mit Knöpfchen. Obwohl der ASX mit einer Gesamtlänge von 4,35 m kleiner ist als der Mitsubishi Outlander besitzt er dennoch den gleichen Radstand von 2,67 m. Das bringt auf jeden Fall ein angenehmes Platzgefühl mit Knie- und Beinfreiheit im Fond. Hinten haben bis zu drei Personen Platz. Werden nicht alle Plätze besetzt, kann in der Mitte eine Armlehne mit Getränkehalter ausgeklappt werden.

Überhaupt besitzt der Japaner zahlreiche Ablagen wie unter anderem ein gekühltes Handschuhfach oder ein großes geteiltes Staufach in der Mittelkonsole mit verschiebbarer Armlehne vorne. Darin befindet sich der USB-Anschluss, der so platziert von den Mitreisenden in der zweiten Reihe zum Laden genutzt werden kann. Die Sitzbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen und erweitert damit den Laderaum von 419 auf 1.219 Liter. Verglichen mit anderen Modellen seiner Klasse wie z.B. dem Opel Mokka X ist der ASX um 8 cm Gesamtlänge größer, besitzt aber um immerhin 68 Liter mehr Ausgangskofferraumvolumen.

Entscheidet man sich für den Diesel mit 2.268 Kubik Hubraum, so wählt man 150 PS, ein 6-Gang Automatikgetriebe und Allrad. Eine andere Kombination ist nicht möglich. Würde man lieber manuell schalten oder auf den Allrad verzichten, muss man auf die beiden schwächeren Motorisierungen zurückgreifen. Wen es aber bei manchen Situationen doch in den Fingern juckt, der muss bei unserem ASX nicht alles dem Fahrzeug überlassen. Die Automatik ermöglicht jederzeit das persönliche Eingreifen in Schaltvorgänge mittels Wippen hinter dem Lenkrad.

Der Kompakt-SUV ist kein Racer. Aber das erwartet auch niemand, wenn man mindestens 1,5 Tonnen Speck in Form von Technik mit sich herumschleppt. Immerhin erreicht er die 100 km/h-Marke nach 10,8 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit gibt Mitsubishi mit 190 km/h an. Uns konnte der Japaner durch sein harmonisches Gesamtbild beeindrucken. Beschleunigung, Kraftentfaltung, all das ging sehr angenehm, kontinuierlich ohne unangenehm aufzufallen. Beim Druck auf das Gaspedal reagiert der ASX spontan und agil, die Automatik arbeitet dezent und richtig gut abgestimmt. 360 Nm Drehmoment besitzt der Kompakt-SUV in einem Bereich von 1.500 bis 2.750 Umdrehungen. Lediglich leichte Windgeräusche sind bei Autobahngeschwindigkeiten nicht zuletzt bauartbedingt wahrzunehmen. Ansonsten wurde der Wagen gut gedämmt.

Der Allradantrieb AWCS (All Wheel Control System) kann per Knopfdruck in der Mittelkonsole aktiviert werden. Danach gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder einen permanenten Allrad oder einen permanenten Allradantrieb mit erhöhtem Kraftfluss auf die Hinterachse (4WD-Lock). So kann man selbst je nach Erfordernis die Einstellungen vornehmen. Da SUV‘s aufgrund ihres Designs nicht gerade zu den Übersichtlichsten zählen, besitzt unser ASX neben Parksensoren hinten eine Rückfahrkamera zum präzisen Rangieren. Eine leichtgängige Lenkung und ein auf Komfort ausgelegtes Fahrwerk unterstützen das stimmige Gesamtbild des Japaners. Sogar unser Testverbrauch, der sich in einem Bereich von 6,5 bis 7,2 Liter bewegte, passt dazu.

Der neue Mitsubishi ASX sieht nicht nur gut aus, er fährt sich auch so. Einsteigen und wohlfühlen lautet die Devise. Für alle, die gerne viel SUV auf wenig Gesamtlänge wollen, wäre er auf jeden Fall auf die Liste zu setzen. Mit seinen 150 PS ist er mehr als ausreichend motorisiert, und der Preis dafür stimmt ebenfalls.

Was uns gefällt:

Platzangebot, Preis-Leistungsverhältnis, Motorisierung

Was uns nicht gefällt:

Ausleuchtung im Fond nachts zu wenig, Einparkhilfe vorne wäre praktisch

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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