Mitsubishi ASX 1.8 DI-D Instyle - Testbericht

Mitsubishi hat mit dem ASX nun auch einen kompakten Crossover im Angebot. Im Auto-Motor.at Test zeigt die Top-Version, was sie kann.

Nach einigen Jahren Krise kehrt der japanische Hersteller wieder auf die Erfolgsstraße zurück. Mit neuen Modellen und alten Tugenden möchte man die Kunden zurück gewinnen, die durch die Schrumpfung der Modellpalette verloren gegangen sind. Mit dem ASX hat Mitsubishi im Frühjahr 2010 am Autosalon in Genf sein neuestes Modell präsentiert, seit Juni ist das Allroundtalent in Österreich im Handel. Der ASX ist in einem der am stärksten wachsenden Segmente vertreten, dem der Kompakt SUV. Mit einer Länge von 429,5 cm ist er zwar einer der kleineren Vertreter seiner Klasse, jedoch dank der dynamischen Optik und Motorisierung auch einer der sportlicheren Crossover im Lande.

Die Front trägt das neue Familiengesicht, das mit dem Lancer eingeführt wurde und den ASX schon im Stand bullig wirken lässt. Mit der ansteigenden Seitenlinie und dem knackigen Heck setzt sich die gefällige Linienführung fort. Den kompakten Japaner gibt es sowohl mit Allrad-, als auch mit Frontantrieb, der jedoch den Dieselmodellen vorbehalten bleibt. Bei der Motorisierung können die Kunden entweder auf einen 1,6 Liter Benziner mit 117 PS (86 kW) oder den 1,8 DI-D Diesel mit 116 PS (85 kW) bzw. 150 PS (110 kW) zurück greifen. Um 19.990 Euro startet die Welt des ASX, mit dem 1,6 Inform, der unter anderem schon 7 Airbags (inkl. Fahrer-Knieairbag!), ABS, ESP, elektrisch verstell- und beheizbare Spiegel, eine Radio-, CD-, MP3-Kombination mit 4 Lautsprechern und eine Klimaanlage mit an Bord hat.

Für unseren Test haben wir das Topmodell, den 1,8 DI-D (150 PS) Instyle um 33.090 Euro, gewählt, bei dem bis auf die Metallic-Lackierung (+590 Euro) schon so ziemlich alles mit an Bord ist, was man sich für ein Auto dieser Klasse wünschen kann. So gibt es zum Beispiel serienmäßig Ledersitze mit Sitzheizung, 17"-Alufelgen, eine Klimaautomatik, Xenonlicht, Tempomat, ein schlüsselloses Schließ- und Startsystem, eine verschiebbare Mittelarmlehne vorne, die Bluetooth Freisprecheinrichtung, das MMC-HDD Touch-Screen Navigationssystem mit DVD-Player und 40 GB Festplatte, eine Rückfahrkamera, ein Panorama-Glasdach mit LED-Leuchten, Regen- und Lichtsensor, und das Rockford Fosgate Audiosystem mit 710 Watt und 9 Lautsprechern. Natürlich gibt es beim Top-Modell auch das "AWC"-Allradsystem mit drei Fahrprogrammen: "4WD Auto" mit variabler Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, "4WD Lock" für maximale Allradperformance auf unbefestigtem Untergrund und den "2WD"-Modus für den Alltag, wenn kein Allradantrieb notwendig ist. Zudem spart der 2WD-Modus natürlich auch in puncto Verbrauch, für viele ein nicht außer Acht zu lassender Faktor beim Autokauf. Der neue 1,8 Liter DI-D verspricht hier am Papier ja schon einiges, im Schnitt soll er sich nur 5,7 Liter Diesel pro 100 Kilometer genehmigen, aber mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 198 km/h auch im Bereich Fahrspaß nicht gerade langweilig sein.

So waren wir schon einigermaßen gespannt, ob der ASX im Test hält, was er verspricht. Also erwecken wir den Diesel mit einem Drücken des Startknopfs und lassen uns überraschen. Der Motor begrüßt uns nach einer kurzen Vorglühphase recht brummig, was so gar nicht zum sonst so feinen ASX passt. Vermutlich möchte der Motor mit der sportlichen Optik mithalten und ist daher etwas lauter - zumindest im Stand und beim Beschleunigen. Hat man erst mal Tempo aufgenommen, wird es wieder leiser, und der Motor zeigt sich von seiner besten und ruhigsten Seite. Möchte man schnell beschleunigen, muss man die Gänge schön ausdrehen, dann wird aus dem ASX ein kleiner Sportler. Das maximale Drehmoment liegt bei 300 NM und steht zwischen 2.000 und 3.000 U/Min bereit. Unter 2.000 Umdrehungen hat man leider ein kleines Turboloch, ab der 2.000er Grenze zeigt der hochbeinige Japaner aber was er kann und legt die Rallye-Gene, die er wohl gemeinsam mit der Plattform des Lancers geerbt hat, frei. Sehr gut harmoniert da auch das manuelle 6-Gang-Getriebe, das sich leicht und mit kurzen Schaltwegen bearbeiten lässt, mit der direkten Lenkung. Das Lederlenkrad greift sich zudem sehr gut an, und das Fahrwerk erlaubt auch Fahrmanöver, die man sich bei sportlichen Autos wünscht. Ein bisschen hat man da das Gefühl, der ASX wäre lieber ein Rallye-Auto, als ein Crossover geworden. Dazu passt auch die etwas härtere Federung, die aber keineswegs ungemütlich ist.

Aber es lässt sich auch gemütlich über die Landstraßen cruisen, obwohl man sich dank der kompakten Abmessungen auch in der Stadt sehr wohl fühlt. Im Stadtverkehr hilft dann auch das automatische Start/Stopp-System beim Treibstoff-Sparen, so erhofften wir uns nach den Fahrspaß-Passagen den Verbrauch wieder in geregelte Bahnen zu bekommen.
Doch die Ängste waren umsonst, an der Tankstelle erleben wir dann die größte Überraschung. Der ASX begnügt sich tatsächlich mit weniger als den vom Werk angegebenen 5,7 Liter. Wir sind im Schnitt mit 5,4 Liter pro 100 Kilometer ausgekommen, ein Top-Wert. Selbst bei reinem Stadtbetrieb und Freitag-Nachmittags-Stau hat uns der Bordcomputer nie mehr als 6,4 Liter angezeigt. So fühlen wir uns gleich noch eine Spur wohler im ASX, der auch im Innenraum begeistern kann.

Dank in Länge und Neigung verstellbarem Lenkrad findet man schnell die passende Sitzposition. Die Sitze selbst könnten für groß Gewachsene durchaus eine Spur mehr Sitzfläche vertragen, sind aber auch auf langen Strecken sehr komfortabel und bequem. Das sportliche Design des Armaturenbretts mit vielen Einlagen im Alu-Look gefällt sehr gut, und die Instrumente lassen sich auch gut ablesen. Weniger gut ist die Lesbarkeit des Navigationssystem bei Sonneneinstrahlung und dass die Lüftungsdüsen nicht geschlossen werden können - ein Leiden von vielen japanischen Autos. Nicht optimal gelöst ist auch die Anbringung der Schalter für die Sitzheizung, die sich an der Sitzseitenwange neben der Mittelkonsole verstecken und kaum sichtbar sind. Dafür gibt es beim Platzangebot nichts auszusetzen, der ASX bietet sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Reihe genug Platz, auch was die Kopffreiheit betrifft. Zudem stehen viele Ablagen zur Verfügung, und das Kofferraumvolumen ist mit 416 bis 1.193 Liter auch ordentlich bemessen. Der Mitsubishi ASX empfiehlt sich somit für alle, die ein sparsames Auto mit sportlichen Genen suchen, das sich in der Stadt genauso wohl fühlt wie abseits von befestigten Straßen und das auch Platz für die Familie bietet.

Was uns gefällt:
Die Verbrauchswerte, die überkomplette Ausstattung, die sportlichen Gene

Was uns nicht gefällt:
Das Turboloch unter 2.000 U/min und dass der Motor teilweise recht brummig ist

Testzeugnis:
Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

                            

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