Mitsubishi Attrage - Testbericht

Als einziges Land in Westeuropa gibt es in Österreich den neuen Mitsubishi Attrage. Wir haben getestet, wie er in unsere Breiten passt.

Der Attrage basiert auf dem Space Star und ist für den asiatischen Markt konzipiert worden. Als einziges Land in Westeuropa hat Mitsubishi Österreich den Attrage auch zu uns gebracht.

Optisch ist der Attrage zwar ganz auf den asiatischen Geschmack hin gestaltet worden, dennoch sind vor allem im Frontbereich Ähnlichkeiten mit dem Space Star zu erkennen. Die Frontpartie ist dabei wesentlich eleganter als beim Space Star und verfügt auch über einen Chromkühlergrill. Das Heck wirkt hingegen wie ein Entenbürzel und macht somit einen recht niedlichen Eindruck.

Dass der Attrage durchaus seine Käufer finden kann, ermöglicht Mitsubishi mit einem sensationellen Preis/Leistungsverhältnis. Die Limousine ist nur in der Top-Ausstattungslinie "Intense" erhältlich und bietet zum Preis von 12.990 Euro schon eine überdurchschnittlich gute Ausstattung.

Mit an Bord sind unter anderem ABS, ESP, 6 Airbags, eine Klimaautomatik, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Nebelscheinwerfer, eine Radio/CD/MP3-Kombination mit vier Lautsprechern inkl. USB-Port, elektrische Fensterheber vorne und hinten, ein Multiinfo-Display, 15"-Leichtmetallfelgen und vieles mehr. Als einzige Option hatten wir um 490 Euro die Schwarzmetallic-Lackierung, womit der Gesamtpreis bei 13.480 Euro liegt.

Bei der Gestaltung des Innenraums erkennt man die Verwandtschaft zum Space Star, die gewählten Materialien wirken jedoch hochwertiger. Man fühlt sich schnell wohl und findet sich auch leicht zurecht. Die Reduzierung auf das Notwendigste, ohne dabei auf Komfort zu verzichten, wie etwa den Start-Knopf oder die Klimaautomatik, wird sicher jenen Kunden gefallen, die die vielen Funktionen bei manch neuem Auto nicht mehr durchblicken.

Trotz kompakter Abmessungen kann sich auch das Platzangebot sehen lassen, vor allem die zweite Reihe überrascht mit viel Raum. Immerhin verfügt der Attrage auch über einen 10 cm längeren Radstand als der Space Star, was eindeutig den hinteren Passagieren zugute kommt.

Auch das Kofferraumvolumen ist mit 450 Liter Fassungsvermögen sehr großzügig ausgefallen und reicht durchaus für einen längeren Urlaub aus. Die Rücksitze lassen sich jedoch nicht umklappen, wodurch der Transport von sperrigen Gütern nicht möglich ist. Im Innenraum finden sich auch viele Ablagen, und die Sitze sind auf allen Plätzen sehr bequem und laden zu längeren Ausfahrten ein.

Als Antrieb hat Mitsubishi den neuen 1,2 Liter-3-Zylinder-Benzinmotor gewählt, der über eine Leistung von 80 PS (59 kW) verfügt. Sein maximales Drehmoment von 106 Nm liefert der Motor bei 4.000 U/Min, doch schon gleich zum Start fühlt sich der Attrage sehr spritzig an.

Der 3-Zylinder-Motor verfügt zwar über einen etwas kernigeren Klang, kommt aber perfekt mit dem nur 915 Kilogramm schweren Attrage zurecht. Durch das geringe Gewicht fühlen sich die 80 PS nach etwas mehr an, und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird in 11,7 Sekunden erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht man bei 180 km/h. Sehr fein schalten lässt sich auch das manuelle 5-Gang-Getriebe, welches auch über eine gute Abstufung verfügt.

Der Attrage fühlt sich auch überland sehr gut an, und Überholvorgänge sind kein Problem. Beim Verbrauch kann man mit einem zarten Gasfuß sicher in Richtung der vom Werk angegebenen 4,9 Liter kommen, wir haben während unseres Tests im Schnitt 5,7 Liter verbraucht. Damit ist der Attrage zwar kein Sparmeister, aber bei weitem auch kein Säufer.

Den Geschmack einer etwas gesetzteren Klientel wird der Attrage dann auch bei Fahrwerk und Federung treffen. Die Limousine ist sehr komfortabel ausgelegt und der im Vergleich zum Space Star vergrößerte Radstand wirkt sich auch positiv auf die Dämpfung aus. Bodenunebenheiten werden gut weggefiltert, und so ist der Reisekomfort in Verbindung mit der ordentlichen Geräuschdämmung auch sehr angenehm.

Flotte Fahrmanöver mag der Attrage jedoch nicht, bei schnellem Richtungswechsel wird das Fahrzeug sehr unruhig und neigt auch sehr schnell dazu, über die Vorderräder zu schieben. Der Attrage lässt dem Fahrer aber immer noch genug Zeit und Raum für Reaktionen und lässt sich schnell wieder auf den gewünschten Kurs bringen. Die Lenkung könnte dabei eine Spur direkter sein, dafür ist sie sehr leichtgängig und erleichtert somit das Einparken.

Der Mitsubishi Attrage ist recht übersichtlich, lediglich das Heck könnte durchaus eine Einparkhilfe vertragen, da durch den abfallenden Kofferraumdeckel das Ende nur erahnt werden kann.

In der Summe der Eigenschaften ist der Attrage ein durchaus interessantes Fahrzeug, das in seiner Klasse derzeit eigentlich konkurrenzlos ist. Die Limousinen werden zwar auch in unseren Breiten immer häufiger angeboten, jedoch vor allem in der Kompaktklasse und nicht in der Kleinwagenklasse, in welcher der Attrage positioniert ist. Er bietet viel Auto um wenig Geld und ist ein solider Wegbegleiter, der über viel Platz verfügt und so sicher auch seine Kunden finden wird.

Was uns gefällt:

das Preis/Leistungsverhältnis, das Platzangebot, der spritzige Motor

Was uns nicht gefällt:

das Fahrverhalten, dass die Rückbank nicht umklappbar ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 3
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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