Testbericht: Mitsubishi Eclipse Cross 2.2 DI-D mit 148 PS

Seit März 2019 gibt es von Mitsubishis Coupe-SUV auch ein Dieselmodell. Eines gleich vorweg: "Diamonds" sind nicht nur "a girls best friend".

Nachdem in Österreich im Jahr 2018 41% aller PKWs mit Dieselmotoren unterwegs waren und die Nachfrage danach immer noch gegeben ist, entschied man sich bei Mitsubishi, den Eclipse Cross mit einem Selbstzünderaggregat auszustatten. Diesen gibt es in zwei Ausstattungsniveaus nämlich als "Black Line" oder so wie in unserem Fall als "Diamond". Diese ist, wie der Name schon suggeriert, die absolute Topausstattung und startet bei 43.300 Euro. Dafür gibt es serienmäßig ein umfassendes Package, das in unserem Fall auch nur von der Amethyst Schwarz-Lackierung preislich auf gesamt 43.980 Euro ergänzt wird.

Bereits das Exterieur des Japaners zeigt sich mehr als gelungen. Das Schwarz steht ihm besonders gut, in Kombination mit den Chromzierelementen rund um die Fensterleiste, an der Seite unten und dem Kühlergrill vorne wirkt er richtig edel. Die Seiten wurden zusätzlich noch mit hauchdünnen roten Linien aufgehübscht. So edel sich der SUV von außen zeigt, so extravagant geht es innen weiter. Zwar könnten hier manche Details noch ein wenig "feiner geschliffen" sein, wie zum Beispiel die Sitzheizungsschalter, doch man merkt hier durchaus das Bemühen um einen eleganten Auftritt. Puncto Haptik und Verarbeitungsqualität lässt sich nicht meckern.

Bei der Innenausstattung erkennt man die Diamond-Variante an der Lederausstattung mit den orangefarbenen Ziernähten. Der Fahrersitz lässt sich elektronisch verstellen, was den allgemeinen Komfort noch mehr erhöht. Lediglich die Mittelarmlehne, unter der sich auch ein Staufach befindet, ist nicht längsverschiebbar. Daher kann sie nicht bei jedem Fahrer oder jeder Fahrerin ihren Zweck so richtig erfüllen. Ansonsten gibt es noch zwei Becherhalter und ein Ablagefach für das Mobiltelefon in der Mittelkonsole. Da man das Smartphone benötigt, um das SmartLink Display Audio richtig nutzen zu können (zum Beispiel um zu navigieren), gibt es zwei USB-Anschlüsse. Somit kann auch der Beifahrer sein Gerät während der Fahrt laden. Bei der Topausstattung genießt man während der Fahrt seine Lieblingsmusik über das Rockford Fosgate Premium Audio System mit 9 Lautsprechern, das wirklich einen sehr guten Klang besitzt.

Auch im Fond reist man im Eclipse Cross nicht zweiter Klasse. Zwar ist der mittlere Sitz nur für Notfälle wirklich empfehlenswert, dennoch verfügt man hinten über eine überraschend gute Bein- und Kniefreiheit. Die Kopfstützen sind in der Rückenlehne integriert und können bei Bedarf "ausgefahren" werden, was zu einer besseren Sicht nach hinten beiträgt. Außerdem dürfen sich Mitreisende über eine Sitzheizung freuen.

Sehr cool gelöst wurde beim Mitsubishi Eclipse Cross das Panorama-Glasschiebedach, welches durch die B-Säule geteilt ist. Im vorderen Abschnitt lässt sich sowohl die Sonnenrollo als auch das gesamte Segment komplett öffnen. Unabhängig davon kann in der zweiten Reihe per separater Steuerung der Blick nach oben freigegeben werden.

Der Kofferraum ist für einen kompakten SUV mit Coupécharakter ausreichend dimensioniert. Unterhalb des Bodens befindet sich ein geteiltes Ablagefach, das nicht nur das Tire-Repair-Kit samt Wagenheber beherbergt, sondern zusätzlich nützliche Dinge wie Regenschirm und Co schlucken kann, die man nicht immer benötigt, aber mithaben sollte. So erweitert sich der Laderaum von 341 auf 448 Liter.

Bei der Topausstattung sparen die Japaner auch nicht an den Sicherheitsfeatures. Als besondere Highlights sind die 360-Grad-Ansicht der Fahrzeugumgebung aus der Vogelperspektive und die automatische Distanzregelung ACC in Verbindung mit dem Tempomat zu erwähnen. Erstere ist zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig, da die Fischaugenoptik nicht jedermanns Sache ist. In Kombination mit der Ausparkhilfe, die vor dem Querverkehr hinten warnt, macht sie das Rangieren des Eclipse Cross zu einem Kinderspiel. Außerdem wurde unser Testfahrzeug unter anderem mit einem Fernlicht-, Totwinkel- und Spurhalte-Assistent sowie einem Frontkollisionswarnsystem mit Fußgängererkennung ausgestattet.

Motorisch leistet der neue 2,2 Liter-Turbodiesel 148 PS und liefert 388 Nm Drehmoment bei 2.000 Umdrehungen. Diese benötigt er auch, um seine 1.675 kg in ca. 10 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Für den Alltag ist diese Größenordnung gerade richtig, ein wenig mehr würde aber ebenfalls nicht schaden. Bei 193 km/h setzt uns Mitsubishi die Obergrenze, doch bis dahin läuft der SUV angenehm locker-flockig vor sich hin. Gerade auf Langstrecken beweist er sich als idealer Reisebegleiter. Neu bei den Dieselfahrzeugen ist die Acht-Stufen-Automatik. Diese schaltet nahezu unbemerkt und sorgt durch die sehr gute Abstimmung für eine angenehme Geräuschkulisse sogar bei höheren Geschwindigkeiten. Wer möchte, kann per Schaltwippen hinter dem Lenkrad auch selbst in das Geschehen eingreifen.

Ebenfalls in Kombination mit den Selbstzündern gibt es das Mitsubishi Allradsystem "Super All Wheel Control", das je nach Situation bzw. Fahrbahnbeschaffenheit den optimalen Drehmomentanteil an die Hinterräder weitergibt. Per Taster in der Mittelkonsole können die S-AWC Modi eingestellt werden. Außerdem besitzt der Allrad in Kombination mit dem Fahrwerk auch bei flotterem Tempo eine sehr gute Straßenlage. Die Mischung von Selbstzünder und Allradantrieb erlaubt dem Eclipse Cross darüber hinaus eine max. Anhängelast (ungebremst) von 2.000 kg. Damit kann der kompakte Japaner gut als Zugpferd für den Freizeitbereich eingesetzt werden.

Studiert man die Bedienelemente in der Mittelkonsole, findet man hier unter anderem einen Schalter für den ECO-Modus für den sparsamen Betrieb. Dieser belohnt uns mit Blättern am Display des Bordcomputers und der Anzeige für den Schadstoffausstoß. Auf unserer Teststrecke mit vorwiegend Autobahn zeigte der Bordcomputer 7,2 Liter. Damit lagen wir genau im Bereich der Angabe des Herstellers, der den Durchschnittswert mit 6,9 Litern angibt.

Fazit: Der Mitsubishi Eclipse Cross sticht in erster Linie durch sein dynamisches Design aus der Masse der SUVs heraus. Obwohl er als Coupe-SUV betitelt wird, konnte er uns besonders durch das Platzangebot im Fond überzeugen. Auch bei der Ausstattung vermissen wir wenig, Komfort wird bei den Japanern doch groß geschrieben. Lediglich ein Smartphone-unabhängiges Navi oder eine längsverschiebbare Mittelarmlehne würden wir uns noch wünschen.

Was uns gefällt:

Auftritt, Ausstattung, Platzangebot im Fond

Was uns nicht gefällt:

Mittelarmlehne vorne nicht längsverschiebbar, kein Smartphone-unabhängiges Navi

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 3 ohne Assistenten