Mitsubishi L200 2,2 Diesel Automatik – Testbericht

Frisch geliftet startet der Mitsubishi L200 in seine zweite Lebenshälfte. Wir verraten in unserem Test, wo Vorzüge und Schwächen des praktischen Pickups liegen.

Der Mitsubishi L200 zählt zu den fixen Größen im Pickup-Segment. Die aktuelle Modellreihe geht dabei jetzt frisch geliftet und technisch verfeinert in die zweite Lebenshälfte.

Optisch besticht der neue L200 2,2 DI-D AT Diamond dabei vor allem mit seiner extrem bulligen Frontpartie, die ihn zum richtigen Hingucker macht.

Aber auch sonst soll der L200 mit dem Facelift deutlich aufgewertet worden sein. Für unseren Test haben wir die Topversion der Baureihe gewählt.

Zum Preis von 43.490,- Euro bekommt man die Doppelkabine in Kombination mit der Diamond-Ausstattung und dem 2,2 Liter-Diesel mit Automatikgetriebe.

Als einzige Option hatten wir noch die 750,- Euro teure Santorini Orange-Lackierung dabei, die dem L200 zu einem noch markanteren Auftritt verhilft. Der Endpreis liegt damit bei 44.240,- Euro und beinhaltet schon jede Menge Luxus.

Unter anderem verwöhnt der Pickup schon mit Ledersitzen, elektrisch verstellbarem Fahrersitz, LED-Scheinwerfern und LED-Rückleuchten, einem beheizbaren Lederlenkrad, einer Ausparkhilfe RCTA, einer Einparkhilfe vorne und hinten, einer 2-Zonen-Klimaautomatik, dem Super Select 4WD-Allradantrieb inkl. 4 Antriebsmodi, einem Audiosystem mit Touchscreen, Sitzheizung vorne, Keyless-System und noch vielem mehr.

Der L200 ist damit sowohl mit einem hohen praktischen Nutzwert als auch mit viel Luxus gesegnet. Im Innenraum wirkt der L200 jetzt noch hochwertiger als bisher, vor allem das neue Lenkrad gefällt mit seinem Design und den schön gestalteten Multifunktionstasten, zudem liegt es gut in der Hand.

Auch die Mittelkonsole zeigt ein neues Layout und verfügt über ein neues Infotainmentsystem, das mit Android Auto und Apple Car Play kompatibel ist. So kann man via Smartphone navigieren oder auch andere Apps laden.

Bei der Bedienung stellt der L200 den Fahrer vor keine großen Schwierigkeiten, alles ist an seinem Platz, und man fühlt sich schnell wohl.

Die Sitze sind sehr bequem, jedoch bei der Lehne etwas zu weich. Hier würde man sich eine verstellbare Lordosenstütze wünschen, um auch auf weiten Strecken Rückenschmerzen vorzubeugen.

Das Platzangebot ist sehr großzügig, selbst im Fond kann man noch bequem sitzen, wenngleich der Platz dort natürlich bauartbedingt etwas knapper bemessen ist.

Im Innenraum bietet der L200 auf jeden Fall von der Optik her volles Pkw-Feeling, und man fühlt sich sehr wohl.

Seine Grundauslegung als Arbeitstier zeigt der L200 erst, wenn man den 2,2 Liter-Dieselmotor startet, der „nur“ noch über 150 PS (110 kW) verfügt. Im Vergleich zum 181 PS starken Vorgänger soll der neue Motor sparsamer sein, aber dennoch gleich viel Fahrspaß bieten.

Geblieben ist auf jeden Fall ein recht kerniger Klang, der einem vor Augen führt, dass man halt doch in einem Nutzfahrzeug sitzt, das für den harten Arbeitsalltag konzipiert ist.

Die Leistung liefert der Motor dabei wirklich sehr souverän, und man kann durchaus flotte Sprints mit dem 530 cm langen Pickup hinlegen.

Leider hat man keine genauen Beschleunigungsdaten ab Werk angegeben, bei eigenen Messungen sind wir auf rund 13 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h gekommen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 171 km/h.

Gut harmoniert die 6-Gang-Automatik mit dem Dieselantrieb, sie überzeugt mit sanften, aber nicht sehr schnellen Schaltvorgängen.

Der Motor überzeugt vor allem von untern heraus, wo er viel Kraft liefert. Nach oben hin wird es etwa zäher, und man merkt, dass die 150 PS doch mit dem Leergewicht von rund 2 Tonnen zu kämpfen haben.

Bei 2.000 U/Min liefert der Diesel ein maximales Drehmoment von 400 Nm, was auch abseits befestigter Straßen für viel Kraft von unten heraus sorgt.

Hier sind wir auch schon beim größen Vorzug des L200 angekommen: seiner Geländegängigkeit. Nach dem Ende des Pajero ist der L200 jetzt sein legitimer Nachfolger, wenn es darum geht, abseits befestigter Straßen gut voran zu kommen. Der Super Select 4WD Allradantrieb mit Mitteldifferential und Untersetzung ist wirklich für den harten Offroad-Einsatz wie geschaffen.

Der Fahrer kann dabei aus vier Antriebsmodi wählen: 2H (Heckantrieb mit normaler Übersetzung), 4H (Allradantrieb mit normaler Übersetzung), 4HLC (Allradantrieb mit normaler Übersetzung und gesperrtem Mitteldifferential) oder 4LLC (Allradantrieb mit kurzer Übersetzung und gesperrtem Mitteldifferential).

Zusätzlich gibt es noch eine Differentialsperre hinten, um auch unter härtesten Bedingungen noch voran zu kommen.

Praktisch ist auch der für einen Pickup dieser Größe recht überschaubare Wendekreis mit einem Radius von 5,9 Metern, der das Rangieren im Gelände erleichtert. Außerdem hilft die 360-Grad-Kamera bei der Übersicht, wenn man offroad unterwegs ist.

Im Gelände zeigt der L200 auf jeden Fall sein ganzes Können und seine Vorzüge. Dennoch ist man auch auf der Straße noch recht angenehm unterwegs, lediglich das hohe Geräuschniveau im Innenraum bei Autobahntempo trübt ein bisschen die Langstreckenqualitäten des L200.

Überzeugen kann der L200 wieder, wenn es um seine Ladequalität geht. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.110 Kilogramm kann ein 75 Kilogramm schwerer Fahrer noch mit einer Tonne Ladung unterwegs sein.

Zudem können gebremste Anhänger mit bis zu 3 Tonnen Gewicht gezogen werden, auch das ist eine bravouröse Leistung des L200.

Überrascht hat uns der Verbrauch, der in unserem Test mit durchschnittlich 9 Liter geringer war als die vom Werk angegeben 9,7 Liter!

Die Überarbeitung hat dem L200 sehr gut getan, er zeigt sich nicht nur optisch von einer ganz neuen Seite, sondern beweist auch bei Offroad-Einsätzen und beim Thema Ladefähigkeit seine Stärken.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, die Offroad-Eigenschaften, die Zuladung

Was uns nicht gefällt:

Die Geräuschdämmung

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 1
Ablagen: 2-
Übersichtlichkeit: 1