Mitsubishi Lancer Ralliart - Testbericht

Für knapp über 40.000 Euro hat Mitsubishi mit dem Lancer-Ralliart eine auf 240 PS abgespeckte, aber vollausgestattete Evo-Variante im Programm.

Der Lancer hat im Hause Mitsubishi eine große Rallye-Tradition, mittlerweile ist man bei der zehnten Evolutions-Stufe angekommen, genau genommen heißt das Rallye-Tier aber nicht Evo X sondern nur Evolution. In den letzten Wochen sorgten allerdings Hiobsbotschaften aus Japan für Unruhe im Rallye-Zirkus, gab Mitsubishi doch bekannt, die Geschäfte der Tochterfirma Ralliart aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation einzustellen. Evo- bzw. Ralliart-Modelle soll es aber weiterhin geben, so der derzeitige Stand.

Zurück zu unserem Testauto. Der Lancer Ralliart - übrigens auch als klassische Stufenheck-Limousine zu haben - schließt die Lücke zwischen dem Evolution und den normalen Serienmodellen. Wobei die Verwandtschaft mit dem Evo deutlich größer ist. Denn das Triebwerk ist in den Grundzügen ident mit jenem des großen Bruders, ein etwas einfacher gestrickter Turbolader ist das größte Unterscheidungsmerkmal. 240 PS sind aber immer noch genug für eine Menge Fahrspaß. Die Beschleunigung auf Tempo 100 km/h nimmt 7,1 Sekunden in Anspruch, hier ist der Unterschied zum Evo zumindest subjektiv deutlich zu spüren. Ein Blick auf die technischen Daten offenbart, dass die Differenz zumindest auf dem Papier gar nicht so groß ist. Mit 6,3 Sekunden auf 100 km/h ist der Evo lediglich acht Zehntel schneller.

Für das Doppelkupplungs- getriebe gilt, was wir bereits im Test des Lancer Evolution geschrieben haben: Die Tatsache, dass der handge- schaltete Überdrüber-Mitsubishi fast eine Sekunde schneller als das Doppelkupplungs-Pendant beschleunigt, spricht eine deutliche Sprache. Wie auch immer, beim Ralliart stellt sich die Frage nicht, es gibt ihn nicht als Handschalter.  Eine Parallele zum Evolution: Trotz der geringeren Leistung pendelte sich der Verbrauch während unseres Tests auf ähnlich hohem Niveau ein. Bereits die Werksangabe von 10,2 Litern auf 100 Kilometern verrät, dass dieses Auto kein Kostverächter ist. Und wer sich nicht zu den Gaspedalstreichlern zählt - denen sei das Basismodell empfohlen - der darf noch einmal rund drei Liter Eilzuschlag auf der nach oben offenen Verbrauchs-Skala addieren. Und das ist selbst für einen 240 PS starken Turbobenziner mit Allradantrieb ordentlich viel. Ein Manko der gesamten Lancer-Baureihe kommt auch beim Ralliart zum Tragen: Vor allem größere Fahrer vermissen ein längs verstellbares Lenkrad, die Sitzposition ist dadurch nicht für jeden ideal.

Was die Ausstattung betrifft, so bekommt man für die 40.590 Euro eine Menge geboten. Neben den erwähnten 240 Turbo-PS gibt es das ebenfalls vom 15.000 Euro teureren Evo bekannte Doppelkupplungsgetriebe samt Schaltwippen am Lenkrad sowie eine Vielzahl an Komfort-Features. Über Klimaautomatik oder vier elektrische Fensterheber wollen wir keine großen Worte verlieren, ein Festplatten-Navigationssystem, Bi-Xenon-Scheinwerfer, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem oder ein HiFi-System mit über 700 Watt findet man woanders meist nur in der Liste der nicht unerheblich kostenpflichtigen Extras. Beim Lancer Ralliart zahlt man dafür keinen Cent extra.

Testurteil:

Plus: opulente Ausstattung; großzügige Platzverhältnisse

Minus: hoher Verbrauch; Lenkrad nicht längsverstellbar

Unser Eindruck:
Verarbeitung: 1
Ausstattung: 1
Bedienung: 1-2
Komfort: 2-3
Verbrauch: 4
Fahrleistung: 2
Sicherheitsausstattung: 1-2

Resümee: Unterm Strich ist der Mitsubishi Lancer Ralliart für rund 40.000 Euro nicht zuletzt aufgrund der Vollausstattung ein fairer Deal. Auf der Soll-Seite stehen vor allem der hohe Verbrauch und das Fehlen einer manuellen Getriebevariante.

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