Testbericht: Mitsubishi Outlander 150 PS Benziner "Edition 40"

Wir haben zum 40. Geburtstag von Mitsubishi in Österreich den Outlander als Sondermodell "Edition 40" zum Test begrüßt.

Seit 40 Jahren ist Mitsubishi in Österreich tätig, zum Jubiläum gibt es den Outlander in der Basiskonfiguration als "Edition 40" jetzt zum besonders attraktiven Preis. Vom Listenpreis von 24.990 Euro kann man noch bis zu 3.000 Euro an Boni abziehen, womit man im besten Fall auf einen Endpreis von 21.990 Euro kommt.

Zum Preis eines halbwegs gut ausgestatteten Kleinwagens bekommt man damit bei Mitsubishi einen ausgewachsenen SUV, der ebenfalls schon viel Komfort bietet. Unter anderem gibt es schon eine 2-Zonen-Klimaautomatik, LED-Tagfahrlicht, ein Infotainmentsystem mit 7"-Touchscreen und Android Auto sowie Apple CarPlay, 16"-Alufelgen, elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und einen Tempomat. Hinzu kommt das gelungene neue Design des Outlander, das mit viel Chrom-Zierelementen sehr elegant wirkt.

Der Outlander besitzt die Tugenden, für die Mitsubishi früher sehr beliebt war. Er ist ein tadellos verarbeitetes Auto mit einer gemütlichen Ausstattung, mit dem man auch nach vielen Jahren noch seine Freude hat. Er bietet auf keinen Fall zu viel Technik, ist aber so ausgestattet, dass man sich auch heute wohl fühlt. Für alle, denen die Bevormundung durch die zahlreichen Assistenzsysteme schon lange zu viel ist, ist der Outlander eine Wohltat. Dabei bietet er trotzdem Annehmlichkeiten, auf die man nicht verzichten möchte, wie etwa einen Tempomat, ESP, ABS, eine Berganfahrhilfe oder ein modernes Infotainmentsystem, das einfach mit dem Smartphone verbunden werden kann.

Der Innenraum wirkt schon auf den ersten Blick sehr gemütlich, was sich auch bei längerer Fahrt bestätigt. Das Innenraumdesign mag vielleicht nicht mehr so hip sein wie bei manch anderen Fahrzeugen, dafür besticht es mit einem robusten Charakter und einer Qualität, die auf lange Haltbarkeit ausgelegt ist. Man findet sich auf Anhieb gut zurecht, und alle Funktionen und Schalter sind selbst erklärend. Auch die Ergonomie passt wunderbar, lediglich der Schaltknauf könnte einen Tick weiter Richtung Cockpit positioniert sein.

Das absolute Highlight ist aber sicher das Platzangebot im Outlander. Selbst in der zweiten Reihe haben groß gewachsene Personen noch in jede Richtung viel Platz zur Verfügung, auch wenn in der ersten Reihe ebenfalls große Menschen sitzen. Hier kann der Outlander mit Luxuslimousinen locker mithalten. Sehr bequem sind auch die Sitze ausgefallen, die einen guten Halt bieten und auch auf der Langstrecke sehr gemütlich sind. Das Kofferraumvolumen wirkt auch deutlich größer, als es Mitsubishi angibt. Die 477 bis 1.022 Liter Fassungsvermögen, die im Prospekt stehen, wirken in der Praxis viel geräumiger.

Im Innenraum hat man auf keinen Fall das Gefühl, mit einem Basismodell unterwegs zu sein, lediglich der nicht klappbare Fahrzeugschlüssel ist noch ein Relikt vergangener Tage und passt so gar nicht zur sonst so modernen Ausstattung. Jetzt noch zu klären ist, wie sich der 469,5 cm lange SUV mit dem Basistriebwerk der Baureihe bewegen lässt.

Der 2,0 Liter MIVEC Benzinmotor ist nur mit Frontantrieb erhältlich, alle Diesel-Modelle verfügen über Allradantrieb. Die Leistung des Benziners liegt bei 150 PS (110 kW) und sollte für den täglichen Bedarf ausreichen, wenn man seine Rennfahrer-Ambitionen schon an den Nagel gehängt hat. Dass der Benziner noch vom alten Schlag ist, merkt man auch beim maximalen Drehmoment von 195 Nm, welches nur zwischen 4.100 und 4.200 U/Min bereit steht.

Dennoch kann der Motor gleich vom Start weg überzeugen. Er läuft sehr ruhig, und man bekommt selbst bei voller Beschleunigung dank der guten Geräuschdämmung akustisch nicht viel mit. Dafür geht er besser als man es erwarten würde und liefert auch schon von unten heraus angenehm viel Schubkraft. Den Paradesprint von 0 auf 100 km/h absolviert der SUV in 10,6 Sekunden, und er ist bis zu 190 km/h schnell, wenn man möchte.

Nicht ganz dem Stand der Dinge entspricht das 5-Gang-Getriebe, das noch dazu recht kurz übersetzt ist. Spätestens bei 70 km/h wird der höchste Gang eingemahnt, spätestens bei 110 km/h wünscht man sich einen 6. Gang, der aber nicht verfügbar ist. Der Vorteil ist, dass man bei Überlandfahrten sehr schaltfaul unterwegs sein kann und der höchste Gang wirklich immer eingelegt bleiben kann, außer man muss schnell überholen. Für die normale Beschleunigung nach einer Autobahnbaustelle auf Tempo 130 km/h reicht es aber, im 5. Gang zu bleiben, man wird dabei sicher nicht der Langsamste sein, der wieder das erlaubte Tempo erreicht.

Der Nachteil ist natürlich, dass vor allem auf der Autobahn der Verbrauch steigt und das Geräuschniveau im Innenraum höher als nötig ist, wenngleich der Outlander wirklich gut gedämmt ist. Sparfüchse werden vielleicht den vom Werk angegebenen Durchschnittsverbrauch von 6,7 Liter erreichen können, wir sind ohne Not zur Sparsamkeit auf 7,5 bis 8,0 Liter gekommen. Sicher ein Vorteil von 2,0 Liter Hubraum im Vergleich zu den sonst verbreiteten Turbomotoren mit wenig Hubraum, die oft nur am Papier sparsam sind, in der Praxis aber deutlich mehr verbrauchen.

Als komfortabler Begleiter zeigt sich der Outlander auch bei Fahrwerk und Federung. Er ist eindeutig auf eine gemütliche Gangart ausgelegt und mag flotte Kurven nicht so ganz, wenngleich er gutmütiger ist, als man glauben sollte. Auch die Lenkung könnte einen Tick direkter sein, wenn man auf Sportlichkeit wert legt.

In unserem Test hat der Mitsubishi Outlander als Jubiläumsmodell gezeigt, wofür Mitsubishi schon die letzten 40 Jahre steht: Solide Autos mit guter Ausstattung und viel Komfort. Der Outlander bietet dabei vor allem viel Platz zu einem sensationellen Preis. Auch der Motor kann überzeugen und passt gut zum Charakter des Fahrzeugs, mit dem man sicher auch in vielen Jahren noch seine Freude hat.

Was uns gefällt:

Das Platzangebot, das Preis/Leistungsverhältnis, der Fahrkomfort, die vielen Ablagen, der Motor

Was uns nicht gefällt:

Dass es nur ein 5-Gang-Getriebe gibt, der nicht klappbare Fahrzeugschlüssel

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 4
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 3
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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