Nissan 370Z NISMO - Testbericht

Der Nissan 370Z NISMO ist die Krönung der 370Z-Modellreihe und bietet Fahrspaß ohne Ende, wie er in unserem Test bewiesen hat.

Mit dem 370Z NISMO hat Nissan im Sommer 2013 das zweite NISMO-Modell nach Europa gebracht und damit ein neues Topmodell der Baureihe präsentiert. Schon optisch unterscheidet sich der sportlichste 370Z sehr stark von den anderen Modellen. Das NISMO-Bodykit mit anthrazitfarbener Lippe, Seitenschwellern und riesigem Heckspoiler zeigt auf den ersten Blick, dass hier eine ganz besondere Version des 370Z steht.

Auch die 19"-Alufelgen sind extra für das NISMO-Modell kreiert worden und ebenfalls in Anthrazit gehalten. So zieht der 370Z NISMO auch schnell alle Blicke auf sich, auch wenn der feine 6-Zylinder-Motor noch gar nicht zum Leben erweckt wurde. Denn auch technisch wurde der 370Z von den NISMO-Spezialisiten verfeinert und mit dem NISMO-Sportauspuff, der für einen hervoragenden Sound sorgt, versehen.

Per Knopfdruck werden 344 PS (253 kW) zum Leben erweckt, und alle, die den 370Z NISMO bis dahin noch nicht gesehen haben, werden jetzt auf das sportliche Coupé aufmerksam. Sein maximales Drehmoment von 371 Nm liefert der Motor bei 5.200 U/Min, aber schon von unten heraus entwickelt das Aggregat eine enorme Schubkraft.

Wer das Gaspedal bis zum Bodenblech drückt, sprintet in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Auf trockener Straße bringt der Nissan 370Z NISMO die Leistung auch überraschend perfekt auf den Asphalt, bei Regen sollte man jedoch äußerste Vorsicht walten lassen, sonst sieht man das Heck schneller neben sich, als es einem lieb ist.

Auf trockener Strecke ist der Sportler aber sehr gut zu beherrschen und liegt perfekt auf der Straße. Im Vergleich zu den anderen 370Z-Modellen hat der NISMO auch eine andere Fahrwerksabstimmung erhalten, die noch straffer und sportlicher ist. So sind auch extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten möglich, ohne dass der Wagen zum Ausbrechen neigen würde - zumindest, solange die Straße wie erwähnt trocken ist.

Durch die sehr direkte Lenkung lässt sich der 441 cm lange Nissan auch perfekt um enge Kurven treiben. Ein Genuss ist auch das Herausbeschleunigen aus den Kurven, wenn der herrliche Motorsound einsetzt und mit sonorem Klang die Leistungsentfaltung musikalisch unterlegt. Der Sound ist dabei niemals aufdringlich und erfreut die Passagiere jedes Mal aufs Neue.

Überzeugend ist auch die manuelle 6-Gang-Schaltung, deren Gänge eine interessante Spreizung haben. So kann man schon mit 70 km/h im 6. Gang gemütlich dahin gleiten, kann aber auch den 2. Gang locker über die 100 km/h Marke treiben.

Die Kupplung könnte zwar eine Spur leichter zu betätigen sein, dafür sind die Schaltwege sehr kurz, und die Gänge können knackig sortiert werden. Vor dem Schaltknauf befindet sich dann ein weiteres Highlight des NISMO-Modells, nämlich der S-Mode-Schalter für das Getriebe.

Im S-Mode gibt der NISMO beim Zurückschalten nämlich automatisch Zwischengas, um einen optimalen Übergang von einem auf den anderen Gang zu bieten. Der dabei hervorgerufene Sound steigert den Fahrspaß gleich nochmals, und man freut sich schon regelrecht auf die nächste schärfere Kurve, um wieder einen Gang zurück schalten zu können.

So werden Passagen auf kurvigen Landstraßen zum größten Spaß, wenngleich der 370Z NISMO mit einer auf 250 km/h elektronisch geregelten Höchstgeschwindigkeit auch ein Held der deutschen Autobahn oder Rennstrecke ist.

Der enorme Fahrspaß und die Leistung verlangen dann auch etwas mehr Benzin. Wer mit dem 370Z NISMO nur bummelt, wird die vom Werk angegebenen 10,6 Liter pro 100 Kilometer auch erreichen, in unserem Test hat sich der sportliche Japaner rund 11,2 Liter gegönnt - wobei nach oben hin noch Potential ist, wenn man die Leistung öfters ausreizt.

Trotz aller Sportlichkeit bietet der Nissan 370Z NISMO aber auch viele Komfort-Features und auch ein großzügiges Platzverhältnis für Fahrer und Beifahrer. Das Kofferraumvolumen ist mit 235 Liter natürlich etwas knapper bemessen, wird die potentiellen Kunden aber keinesfalls abschrecken - für den Transport der IKEA-Möbel werden ohnedies andere Autos gebaut.

Der Innenraum präsentiert sich sehr sportlich, und auch die Armaturen unterstreichen mit dem in der Mitte der drei Rundinstrumenten platzierten Drehzahlmesser, was man für wichtig erachtet. Das griffige Sportlenkrad in Leder/Alcantara-Mix liegt zudem perfekt in der Hand und hat auch eine rote Markierung für die Mittelstellung.

Die Bedienung aller Funktionen gibt keine Rätsel auf, auch wenn die vielen Knöpfe unter dem Navi im ersten Augenblick nicht darauf schließen lassen würden. Rote Ziernähte und viele Elemente im Alu-Look lassen den Innenraum ebenfalls noch sportlicher wirken. Sehr bequem sind auch die Sportsitze, die einen guten Seitenhalt bieten, für größere Personen aber durchaus eine längere Schenkelauflage vertragen würden.

Der Nissan 370Z Nismo kommt zudem auch mit Vollausstattung zum Kunden, neben den optischen und technischen Ergänzungen zum normalen 370Z sind auch noch ein Navigationssystem, ein Soundsystem, eine Klimaautomatik und ein schlüsselloses Zugangssystem serienmäßig mit an Bord.

Das ganze Paket gibt es um 64.900 Euro, womit der 370Z NISMO preislich weit unter seinen Mitbewerbern angesiedelt ist. Enorm ist bei diesem Auto zudem der Steueranteil. Wenn man die Leistung im Vergleich zu Deutschland auf öffentlichen Straßen auch nicht auskosten darf, so langt der Fiskus dennoch umso härter zu: In Österreich sind bei diesem Auto über 22.000 Euro an Steuern fällig.

Was uns gefällt:

die Leistungsentfaltung, der Spaßfaktor, die Ausstattung, die Schaltung

Was uns nicht gefällt:

der Verbrauch, die Steuern, die den Wagen in Österreich erst wieder ins Reich der Träume katapultieren

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1 aber bei Nässe 3
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Kofferraum: 3
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2-

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