Nissan Juke Nismo RS - Testbericht

Der Juke Nismo RS hat den Juke Nismo abgelöst und bietet noch mehr Fahrspaß. Wir haben den sportlichen Crossover mit Allrad und X-tronic getestet.

Mit dem Juke hat Nissan einen sehr erfolgreichen Klein-SUV am Markt, der mit einem auffälligen Design und einer guten Ausstattung zum günstigen Preis schon viele Fans gewonnen hat. Als erstes Nismo-Modell in Europa ist der Juke Nismo im Jahr 2013 an den Start gegangen, jetzt hat Nissan dem sportlichsten Serien-Juke nochmals mehr Leistung spendiert und bietet ihn als Juke Nismo RS an.

Im Vergleich zum Juke Nismo kann der Nismo RS mit einem noch sportlicheren Design aufwarten, vor allem die neu gestaltete Frontpartie wirkt jetzt noch bulliger. Die Kunden haben beim Juke Nismo RS die Wahl zwischen einer Version mit manueller Schaltung und Frontantrieb und dem Allradmodell mit X-tronic, welches wir jetzt zum Test begrüßt haben.

Der Listenpreis für diese Version liegt bei 34.116 Euro und lässt kaum noch Wünsche offen. Mit im Preis enthalten sind unter anderem schon ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, ein Sportleder/Alcantara-Lenkrad, eine Klimaautomatik, ein Soundsystem inkl. NissanConnect Navigationssystem, elektrische Fensterheber vorne und hinten, ein Tempomat und noch vieles mehr.
Optional hatten wir noch eine Mittelarmlehne vorne, die Recaro Sportschalensitze und das RS Technology Paket inkl. Xenon-Scheinwerfer, Around View Monitor und Safety-Shield. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 37.106 Euro.

Der Innenraum des Juke Nismo RS präsentiert sich ebenso sportlich wie die Außenoptik. Schon die Basisversion des Juke kann mit einer sehr modernen Armaturenlandschaft aufwarten, im Nismo RS kommt auch noch ein rot hinterlegter Drehzahlmesser zum Einsatz, der in Kombination mit der großzügigen Verwendung von Alcantara und Dekoreinlagen in Carbon-Optik das sportliche Flair weiter steigert.

Sehr bequem sind die Recaro Sportsitze, die perfekten Halt geben. Allerdings ist der Einstieg durch die hohen Seitenwangen nicht gerade einfach. Ein sehr griffiges Sportlenkrad mit Alcantara/Leder-Bezug und Schaltwippen hinter dem Lenkrad lässt noch mehr Sportwagen-Feeling aufkommen.

Sportlich geschnitten zeigt sich auch das Platzangebot. Während Fahrer und Beifahrer sich noch über viel Platz freuen können, wird es für die Fondpassagiere doch schon etwas eng. Auch das Kofferraumvolumen ist mit 207 Liter Fassungsvermögen nicht gerade üppig ausgefallen, kann durch Umklappen der Rücksitze aber noch auf 506 Liter erweitert werden. Wer sich für den Nissan Juke Nismo RS entscheidet, wird aber nicht gerade die höchste Präferenz auf das Platzangebot legen, vielmehr erwartet man sich bei diesem Modell jede Menge Fahrspaß.

Dazu hat Nissan den 1,6 Liter Turbo-Benzinmotor nochmals adaptiert und ihm zu einer Leistung von 214 PS (157 kW) verholfen. Das Schöne an diesem Aggregat ist, dass man schon von unten heraus viel Kraft spürt, auch wenn das maximale Drehmoment von 250 Nm erst ab 2.400 U/Min bereit steht und bis 6.000 U/Min gehalten wird. Wer dann das Gaspedal bis zum Bodenblech drückt, wird in 8 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 km/h befördert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h.

Zur großen Überraschung passt auch die X-tronic CVT-Automatik mit 8 virtuellen Gängen recht gut zum kleinen SUV. Der Fahrer kann via Schaltwippen 8 Gänge simulieren, wodurch die typischen Nachteile des CVT-Getriebes halbwegs in Schach gehalten werden können. Wer die X-tronic ohne Zutun walten lässt, muss aber damit rechnen, dass der Drehzahlmesser bei schneller Beschleunigung auf einem sehr hohen Niveau wie festgenagelt stehen bleibt und die Leistung nur gepaart mit einem lauten Motorgeräusch geliefert wird.

In der Summe der Eigenschaften überwiegen aber die Vorteile der X-tronic, vor allem wenn man viel in der Stadt oder im Stau unterwegs ist. Trotz der hohen Leistung kann man den Juke Nismo RS nämlich auch ganz normal bewegen, ohne ständig den Drang zu verspüren, die volle Leistung abrufen zu müssen. So kann man auch gemächlich durch die Stadt gleiten, und hat man einmal das gewünschte Tempo auch außerhalb der Stadt erreicht, verrichtet der Motor seine Arbeit sehr leise, und es dringen nur wenige Störgeräusche in den Innenraum vor.

Bei Fahrwerk und Federung zeigt sich das Nissan-Crossovermodell wieder von seiner ganz sportlichen Seite. Bodenunebenheiten werden den Passagieren sofort mitgeteilt, dafür liegt der Offroader auch wie ein Brett auf der Straße. Selbst in schnell gefahrenen Kurven ist der Juke nicht aus der Ruhe zu bringen, und der Allradantrieb verteilt die Kraft perfekt auf beide Achsen. Der Fahrer kann dabei den Allradantrieb auch wegschalten, was jedoch in Bezug auf die Traktion und Straßenlage bei trockener Straße kaum einen Unterschied macht. Erst auf nasser Fahrbahn merkt man die Vorteile der Kraftverteilung vom Allradantrieb.

Ohne Allrad kann der Juke dafür im Verhältnis recht sparsam bewegt werden, und man kommt in die Region der vom Werk versprochenen 7,4 Liter pro 100 Kilometer. Wer den Allradantrieb dazu schaltet und das Spaßpotential nutzt, sollte aber mit 2 Liter mehr rechnen. Wir haben bei unserem Test beide Varianten genutzt und sind auf einen Verbrauch von 8,7 Liter gekommen.

Auch wenn der stärkste Juke in der Preisliste bei den Verkaufszahlen keine große Rolle spielt, so ist er dennoch eine große Nummer. Kein anderes Auto dieser Klasse bietet so viel Fahrspaß wie der Juke, der auch mit einer guten Ausstattung und einem ganz eigenen Charme aufwarten kann. Wer sich von der Masse abheben möchte und dabei auch sportliche Fahrleistungen schätzt, wird mit dem Juke Nismo RS auf jeden Fall seine Freude haben.

Was uns gefällt:

die Ausstattung, das auffällige Design, die Straßenlage, der Fahrspaß

Was uns nicht gefällt:

das Platzangebot, in manchen Situationen die CVT-Automatik

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 4
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 3

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