Nissan Juke Nismo - Testbericht

Mit dem Juke Nismo ist erstmals auch in Europa ein Nismo-Modell erhältlich. Wir haben die 2WD-Variante des Spaßmachers getestet.

Der Nissan Juke war der Begründer der Fahrzeugkategorie der kleinen Crossover und ist mit über 350.000 verkauften Exemplaren auch gleich auf Anhieb gut bei den Kunden angekommen. Jetzt, wo es mit Opel Mokka, Renault Captur und Peugeot 2008 schon etwas mehr Konkurrenz für den kleinen Sympathieträger gibt, hat Nissan eine geschärfte Nismo-Version nachgereicht, die wieder einzigartig im Segment ist.

Mit einer Leistung von 200 PS verbindet der Juke Nismo gekonnt den Fahrspaß sportlicher Kleinwagen mit dem Feeling eines kleinen SUVs. Das Ganze gibt es dazu auch noch zu einem wahren Okkasionspreis. Der von uns getestete Juke Nismo 2WD ist bereits ab 27.890 Euro inkl. Vollausstattung zu haben.

Mit an Bord sind neben ABS, ESP und sechs Airbags auch schon das Nismo-Styling-Kit, 18"-Leichtmetallfelgen, Nismo-Sport-Schalensitze mit feinstem Alcantara-Bezug und roten Kontrastnähten, ein Leder/Alcantara-Lenkrad, das Navigations- und Multimediasystem Nissan Connect, eine Rückfahrkamera, das Nissan Dynamic Control System, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, ein Tempomat und noch vieles mehr - sogar die Metallic-Lackierung ist ohne Aufpreis dabei.

Schon bei der Außenoptik zeigt sich der Juke Nismo sehr sportlich, die aerodynamisch optimierten Anbauteile stehen dem Juke dabei besonders gut. Die roten Zierstreifen und das Nismo-Logo im Kühlergrill weisen ebenfalls auf die sportlichste Juke-Version hin und machen den Wagen noch eigenständiger. Vor allem die Kombination aus schwarzer Metallic-Lackierung und roten Außenspiegelgehäusen + Zierleisten steht dem kleinen Japaner besonders gut.

So sportlich sein Outfit ist, so sportlich geht es dann auch im Innenraum weiter. Neben den äußerst bequemen Schalensitzen erkennt man den schnellen Juke auch an dem rot hinterlegten Drehzahlmesser, dem Nismo-Logo hinter dem Schaltknüppel und dem griffigen Leder/Alcantara-Lenkrad.

Trotz aller Sportlichkeit ist das Cockpit sehr funktionell geblieben, und man findet sich auf Anhieb zurecht. Alle Schalter sind griffgünstig positioniert, und sowohl die Verarbeitung als auch die Materialanmutung passen zum exklusiven Touch des Juke Nismo.

Das Platzangebot ist dabei gleich gut wie in den anderen Juke-Modellen auch, ebenso der nicht gerade üppig dimensionierte Kofferraum, der mit 251 Liter Fassungsvermögen nicht zu den größten seiner Klasse zählt. Bei Bedarf kann das Volumen durch Umklappen der Sitze noch auf bis zu 830 Liter vergrößert werden. Wer sich ein Auto wie den Juke Nismo zulegt, wird aber ohnedies sein Augenmerk vor allem auf den Antrieb legen.

Der ohnehin schon nicht schwache 1,6 Liter Turbomotor des Juke wurde von den Nismo-Spezialisten nochmals verfeinert und bietet statt 190 PS nun 200 PS (147 kW). Auch das Drehmoment konnte um 10 Nm auf 250 Nm gesteigert werden und steht zwischen 2.400 und 4.800 U/Min bereit.

Überraschend kurz abgestuft wurde das manuelle 6-Gang-Getriebe, welches schon recht bald den höchsten Gang einmahnt, um sparsam unterwegs zu sein. Dadurch ist man dann aber auch bei Autobahntempo schon in einem recht hohen Drehzahlbereich, wodurch es auch etwas lauter im Innenraum wird.

Dafür bietet der Motor selbst aus niedrigen Geschwindigkeiten im höchsten Gang noch sehr ansprechende Beschleunigungswerte. Das Durchzugsvermögen ist hier wirklich beachtlich. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen gerade einmal 7,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 215 km/h, könnte aber mit einem größer abgestuften Getriebe sicher noch höher sein.

Doch die Techniker haben ihr Augenmerk vor allem auf das Erreichen knackiger Beschleunigungswerte gelegt, was auch hervorragend gelungen ist. Neben den technischen Änderungen am Motor haben sich die Nismo-Techniker auch an Fahrwerk und Federung heran gemacht und diesen eine noch sportlichere Abstimmung spendiert.

Der Juke Nismo liegt jetzt wie ein Brett auf der Straße und erlaubt auch sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten, bei denen man kaum eine Seitenneigung wahrnehmen würde. Hätte man nicht die erhöhte Sitzposition, würde man glauben, mit einem reinrassigen Sportwagen unterwegs zu sein. Durch die kompakten Abmessungen lässt sich der Juke Nismo mit Leichtigkeit über kurvenreiche Straßen treiben und bietet so viel Fahrspaß wie sonst nur wesentlich teurere Fahrzeuge.

Dabei bleibt der 1,6 Liter Turbomotor noch recht sparsam. Die Werksangabe von 6,9 Liter ist in greifbarer Nähe, vor allem, wenn man die Leistung nicht so oft auskostet. Wir wollten während des Tests nicht auf das Spaßpotential, welches der Juke Nismo bietet, verzichten und sind im Schnitt auf 7,4 Liter pro 100 Kilometer gekommen - ein Top-Wert für ein Crossover-Fahrzeug dieser Leistungsklasse.

Nicht ganz so optimal ausgefallen ist die Übersichtlichkeit nach hinten. Vorne erkennt man die Abmessungen des Nismo durch die großen Scheinwerfer, die sich noch über die höchste Stelle der Motorhaube hinaus wölben, sehr gut, die kleinen Seitenscheiben und die breite C-Säule erschweren allerdings den Blick nach hinten. Abhilfe schafft hier die serienmäßige Rückfahrkamera, wodurch dieses Manko auch schon gut ausgemerzt wäre.

Der Juke Nismo ist auf jeden Fall ein sehr attraktives Auto und setzt mit seiner Sportlichkeit wieder neue Maßstäbe in der Klasse der kleinen Crossover. Dabei passt auch das Preis/Leistungsverhältnis hervorragend. Es gibt derzeit wohl kaum ein Auto, welches um diesen Preis eine solch gute Ausstattung und Leistung bietet. Das Nismo-Paket macht den Juke dabei nicht nur schneller und agiler, es steht dem kleinen Japaner auch sehr gut.

Was uns gefällt:

die Sportlichkeit, das Nismo-Design, die Ausstattung, der Preis, die Schalensitze

Was uns nicht gefällt:

der Kofferraum könnte größer sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 3
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2-

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