Nissan Juke Tekna DIG-T 117 – Testbericht

Die neue Generation des Nissan Juke zeigt sich deutlich moderner, ist aber nur noch mit einer Motorisierung erhältlich. Wir verraten, wie der kleine Benziner zum Juke passt.

Als Nissan im Jahr 2010 die erste Juke-Generation eingeführt hat, war der Juke in seinem Segment ziemlich alleine. Der kleine SUV war somit einer der Begründer des kleinen SUV-Segments.

Die neue Generation soll jetzt an den Erfolg der ersten Generation anschließen. Optisch hat man sich am Vorgänger orientiert, jedoch die Linienführung deutlich harmonischer und moderner ausgeführt.

So wirkt die Frontpartie jetzt nicht mehr so zerklüftet, sondern viel glatter und damit auch sportlicher. Das Heck zeigt sich mit markanten Ecken ebenfalls viel moderner. Gesamt wirkt der neue Juke auf jeden Fall auch hochwertiger als bisher.

Im Vergleich zum Vorgänger gibt es den neuen Juke aber vorab nur in einer Motorisierung, was die Auswahl schon recht einschränkt. Wer mit dem 117 PS (86 kW) starken 3-Zylinder-Benziner nicht das Auslangen finden, der muss sich anderswo umschauen. Zumindest kann man zwischen manuellem 6-Gang-Getriebe und Doppelkupplungsgetriebe wählen.

Deutlich großzügiger zeigt sich Nissan bei der Wahl der Ausstattungslinien, hier hat man gleich fünf verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl.

Wir haben uns für den luxuriösen „Tekna“ entschieden, der zum Preis von 26.900,- Euro schon eine sehr gute Ausstattung mitbringt.

Unter anderem gibt es 19“-Alufelgen, das NissanConnect Infotainmentsystem mit 8“-Touchscreen und Navi, den Arround View Monitor mit 360-Grad-Rundumsicht, das Fahrerassistenz-Paket PRO inkl. adaptivem Tempomat, eine Klimaautomatik und noch vieles mehr.

Als einzige Option hatten wir die 513,- Euro teure Metallic-Lackierung an Bord, die den Gesamtpreis somit auf 27.413,- Euro bringt.

Modern gestalteter Innenraum

Auch im Innenraum hat Nissan den Geist des ersten Juke weiterleben lassen, dennoch wirkt auch hier alles eine Spur moderner und hochwertiger als beim Vorgänger .

Markant ist nach wie vor die geschwungene Konsole zwischen Fahrer und Beifahrer, die unterhalb des Schaltknaufs auch die Möglichkeit zur Wahl verschiedener Fahrprogramme bereit hält.

Der 8“-Touchscreen ist einfach zu bedienen und verfügt darunter auch über Schnellwahltasten. Sehr gut ist auch, dass die Klimasteuerung getrennt vom Touchscreen untergebracht ist und man so mit einem Klick den gewünschten Modus sowie mit einem Dreh die gewünschte Temperatur wählen kann.

Ein klassischer Tacho mit großem Infodisplay ist ebenfalls an Bord und bietet so einen guten Mix aus alter Tradition und moderner Optik.

Trotz vieler Tasten am Lenkrad findet man sich auch auf diesem schnell zurecht. Auf der rechten Speiche sind alle Knöpfe für den adaptiven Tempomat und die Freisprecheinrichtung untergebracht, links die Bedienung für das Infodisplay und das Audiosystem.

Der Juke verfügt auch über sehr bequeme Sitze, die perfekten Seitenhalt bieten. Zudem ist in Kombination mit dem Bose-Soundsystem auch eine Box in den vorderen Kopfstützen untergebracht, die das Klangerlebnis deutlich steigert.

Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Juke auch geräumiger geworden, wobei das Platzangebot im Fond noch immer der Klasse entsprechend überschaubar bleibt.

Deutlich großzügiger als bisher dimensioniert ist der Kofferraum, der nun zwischen 422 und 1.088 Liter Fassungsvermögen hat. Damit rangiert der Juke im oberen Bereich seines Segments. Ab sofort passt auch ein normaler zusammenlegbarer Kinderwagen hinein, was beim Vorgänger wegen der geschwungenen Bauweise noch nicht der Fall war.

Nur ein Motor ist verfügbar

Bleibt jetzt nur noch zu klären, ob der 1,0 Liter 3-Zylinder-Benziner mit 117 PS (86 kW) auch mit der sportlichen Optik des Jukes mithalten kann.

Zwischen 1.750 und 4.000 U/Min liefert der Motor sein maximales Drehmoment von 180 Nm, womit man eigentlich über einen weiten Bereich des Drehzahlbands viel Kraft zur Verfügung hat.

So überzeugt der Juke auch mit einem flotten Antritt und sprintet in 10,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der kleine SUV bei 180 km/h.

Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich leicht schalten und ist harmonisch abgestimmt. Man wird schon recht früh gemahnt, in den nächst höherer Gang zu schalten.

Zur großen Überraschung kann man auch aus 70 km/h im 6. Gang noch akzeptable Beschleunigungswerte erzielen und muss nicht unbedingt zurückschalten. Lediglich bei Überholvorgängen empfiehlt es sich, doch den einen oder anderen Gang runter zu schalten.

Nach oben hin geht dem Juke nämlich schon etwas die Puste aus, vor allem bei Steigungen merkt man dann, dass sich der Motor etwas schwer tut.

Wechselt man in den Sport-Modus , so zeigt sich der Juke in jedem Bereich nochmals eine Spur agiler, im Eco-Modus wirkt er dafür etwas Schaum gebremst und mit stark zurückhaltendem Temperament.

Für die täglichen Wege empfiehlt sich so der normale Modus, der in jede Richtung gut abgestimmt ist. Wie gewohnt zeigt sich der Juke bei der Fahrwerks- und Federungsabstimmung recht sportlich.

Sehr gute Straßenlage

Er liegt satt auf der Straße, meldet den Passagieren aber auch gerne Bodenunebenheiten. Wer sich einen so sportlich wirkenden SUV wie den Juke kauft, wird aber genau diese Abstimmung lieben.

Mit einer Länge von 421 Zentimeter ist er um knapp fünf Zentimeter länger als der Vorgänger, dennoch bleibt er immer noch sehr wendig und vermittelt dank der direkten Lenkung viel Fahrspaß.

Die sportliche Ader zeigt sich auch beim Spritverbrauch, mit durchschnittlich 6,2 Litern pro 100 Kilometer hat sich der Juke im Test knapp über einem Liter mehr gegönnt, als es das Werk angibt. Wer auf absoluten Fahrspaß verzichtet und im Eco-Modus unterwegs ist, wird aber in die Gegend der 5,1 Liter kommen.

Am Puls der Zeit zeigt sich der Juke wenn es um die Sicherheitsausstattung geht. Der kleine Japaner hat alles an Bord, was man sich derzeit wünschen kann.

Vorm aktiven Spurhalteassistenten bis zum adaptiven Tempomat verwöhnt der Juke mit allem, was bis vor einigen Jahren noch den höheren Fahrzeugklassen vorbehalten war.

Der neue Nissan Juke ist auf jeden Fall erwachsen geworden und zeigt sich in jede Richtung besser als der Vorgänger. Vor allem optisch und bei Ausstattung und Materialanmutung hat man einiges verbessert. Hinzu kommt, dass man mit dem einzig verfügbaren Motor auch einen guten Mix aus Effizienz und Fahrspaß hat.

Was uns gefällt:

Das neue Design, die für diese Klasse luxuriöse Ausstattung, die Sicherheitsausstattung, der spritzige Motor, das Kofferraumvolumen

Was uns nicht gefällt:

Der Juke ist etwas sehr mitteilungsbedürftig und piepst bei wirklich jeder sich bietenden Gelegenheit

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum : 1
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2

Fact Box Nissan Juke:

Fact Box Nissan Juke Tekna DIG-T 117
Testwagenpreis ohne Extras € 26.900,00
Testwagenpreis mit Extras € 27.413,00
davon Steuern € 5.305,74
Technische Daten
Zylinder 3
Hubraum in ccm 999
Leistung PS/KW 117/86
Max. Drehmoment Nm/bei U/min 180/1.750 – 4.000
Getriebe 6 Gang Manuell
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 10,4
Höchstgeschwindigkeit in km/h 180
Durchschnittsverbrauch in Liter 5,1
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 118
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 421,0
Breite in cm 198,3
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 159,5
Radstand in cm 263,6
Kofferraumvolumen in Liter 422 – 1.088
Tankinhalt in Liter 46
Leergewicht in kg 1.257
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 1.725
Max. Zuladung in kg 468