Nissan Micra 1,2 DIG-S - Testbericht

Der frisch geliftete Nissan Micra zeigt sich jetzt noch hochwertiger. Wir haben das Topmodell mit dem 98 PS starken Benzinmotor getestet.

Im Herbst 2013 hat Nissan seinen City-Flitzer frisch geliftet ins Rennen um die Gunst der Käufer geschickt. Vor allem die neu gestaltete Frontpartie wirkt dabei sehr elegant und lässt das ganze Fahrzeug hochwertiger wirken. Am Heck erkennt man die neue Generation an den LED-Rückleuchten. Aufgefrischt zeigt sich auch der Innenraum, der ebenfalls mehr Eleganz und Komfort bietet.

Für unseren Test haben wir das Topmodell mit manuellem Schaltgetriebe gewählt. Der Micra 1,2 DIG-S Tekna kommt mit einer überaus kompletten Ausstattung auf 17.240 Euro. Mit an Bord sind dann aber schon ABS, ESP, sechs Airbags, das Intelligent Key System, der Parkguide inkl. Einparksensoren hinten, eine Klimaautomatik, ein Panorama-Glasdach, ein Navigationssystem mit 5,8"-Touchscreen, Regen- und Lichtsensor, ein Bordcomputer, Tempomat, elektrische Fensterheber vorne, elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, 15"-Leichtmetallfelgen und noch vieles mehr.

Als einzige Extras hatte unser Testfahrzeug dann noch das Design-Paket mit Chrom-Zierelementen und die Metallic-Lackierung. Der Gesamtpreis liegt damit bei 18.070 Euro.

Der kleine Nissan bietet dann aber auch schon viel Komfort, den man sonst erst in der Kompaktklasse erwarten kann. Sehr angenehm sind das schlüssellose Zugangs- und Startsystem, der Tempomat, und auch das Navigationssystem mit 5,8"-Touchscreen gefällt durch seine einfache Handhabung und schöne Darstellung.

Neben der guten Ausstattung kann der überarbeitete Micra auch mit hochwertigeren Materialien im Innenraum überzeugen. Vor allem der Mix aus verschiedenfarbigen Kunststoffen, Chrom-Zierelementen und die Mittelkonsole in Piano-Lack Optik vermitteln einen sehr hochwertigen Eindruck.

Zwei Handschuhfächer und viele Ablagen bieten dann auch einen hohen praktischen Nutzwert, und man fühlt sich auf Anhieb sehr wohl im kleinen City-Flitzer.

In Ordnung geht auch das Platzangebot, für einen Wagen seiner Klasse bietet der Micra durchaus viel Platz. Lediglich im Fond werden sich groß gewachsene Passagiere etwas eingeengt fühlen, und auch die Schenkelauflage der Vordersitze könnte großzügiger bemessen sein. Das Kofferraumvolumen ist mit 265 Liter Fassungsvermögen ebenfalls im Schnitt der Klasse anzutreffen.

Neben der überkompletten Ausstattung kann der Micra 1,2 DIG-S auch mit einer für einen Kleinwagen nicht gerade schwachen Motorisierung aufwarten. Der 1,2 Liter 3-Zylinder-Motor mit Kompressor-Aufladung verfügt über eine Leistung von 98 PS (72 kW), die dem kleinen Stadtauto zu durchaus ordentlichen Fahrleistungen verhilft.

Für einen 3-Zylinder-Motor fällt beim Start der recht ruhige Motorlauf auf, erst bei schnellerer Beschleunigung und hoher Geschwindigkeit merkt man durch den etwas dröhnenden Motorklang, dass einem ein Zylinder unter der Haube fehlt. Der kleine Nissan entpuppt sich dafür als sehr guter Sprinter und schafft die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Sein maximales Drehmoment von 147 Nm liefert der Motor jedoch erst bei 4.400 U/Min, wodurch der Nissan Micra vor allem von unten heraus und beim Zwischensprint recht schlapp ist.

Für ein Überholmanöver ist daher fleißiges Schalten angesagt, was dank des leicht zu schaltenden 5-Gang-Getriebes aber auch kein Problem ist. Die Gänge selbst sind eher lang übersetzt, wodurch auch eher öfters geschaltet werden muss, um den Micra auf Trab zu halten.

Das merkt man dann auch beim Verbrauch, die vom Werk angegebenen 4,3 Liter sind nur zu realisieren, wenn man auf jeglichen Fahrspaß verzichtet. Im Schnitt hat sich unser Testfahrzeug auf 100 Kilometer rund 5,3 Liter gegönnt, was aber auch damit zu tun hatte, dass unser Micra noch sehr jung war und erst wenige Kilometer am Tacho hatte. Einmal eingefahren sollte man also locker die 5,0 Liter-Grenze unterschreiten können.

Trotz seiner kompakten Abmessungen fühlt sich der Micra dabei auch abseits der Stadt sehr wohl. Vor allem auf Landstraßen passen Geräuschkulisse und Fahrkomfort noch sehr gut, auf der Autobahn wird es dann aber doch etwas lauter im Innenraum.

Fahrwerk und Federung sind sehr komfortabel ausgelegt, und der Micra filtert trotz des kleinen Radstands Bodenunebenheiten sehr gut weg. Flotte Kurven sind dann nicht so ganz das Revier des kleinen Japaners, der sehr zum Untersteuern neigt und auch recht leicht aus der Ruhe gebracht werden kann, wenn man zu flott unterwegs ist.

In der Stadt findet der sympathische Kleinwagen dann aber sein bevorzugtes Wohlfühlgebiet vor und kann mit seinen kompakten Abmessungen und seiner Wendigkeit punkten. Die sehr leichtgängige Lenkung und der gute Einschlag lassen einen auch in engen Gassen nicht ins Schwitzen kommen.

Für jene, denen die 382,5 cm Gesamtlänge noch immer unheimlich groß vorkommen, hat der Micra mit dem Parkguide zudem ein sehr praktisches Tool mit an Bord. Aktiviert man den Parkguide, hält das System automatisch Ausschau nach einem passenden Parkplatz. Ist ein Parkplatz groß genug für den kleinen Japaner, zeigt er dies im Bordcomputer an.

Die hinteren Einparksensoren erleichtern dann zusätzlich noch das Parkmanöver und warnen rechtzeitig vor dem Auffahren auf ein Hindernis. Nach vorne hin ist der Micra ohnedies gut überschaubar.

Das Facelift hat dem Nissan Micra auf jeden Fall sehr gut getan. Er präsentiert sich jetzt noch hochwertiger und kann mit einer überaus kompletten Ausstattung überzeugen.

Was uns gefällt:

der neue Look, die überkomplette Ausstattung, die Wendigkeit

Was uns nicht gefällt:

dass der Motor von unten heraus etwas zäh ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 2-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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