Nissan Micra 1,5 dCi Acenta im Test

Der Innenraum ist nicht aufregend, aber ansprechend gestaltet

Die Frontscheinwerfer mit dem zusätzlichen Höcker geben dem Nissan Micra ein einnehmendes Gesicht, das bei vielen Menschen auf Anhieb Sympathien weckt. Doch auch unter der Haube kann der Wagen überzeugen, wie der Micra 1,5 dCi beweist.

Der Innenraum ist nicht aufregend, aber durchaus ansprechend gestaltet. Die Struktur der oberen Armaturenbretthälfte täuscht eine durchaus gefällige Softtouchoberfläche vor. Die weißen Rundinstrumente mit roten Zeigern und schwarzen Ziffern werden von einem silbernen Rahmen umfasst. In der Mittelkonsole bestimmen drei große Gebläsedrehknöpfe das Bild. Raucher werden an dem darunter liegenden Aschenbecher jedoch wenig Freude haben. Er ist sehr klein und wirkt außerdem recht labil. Drei Flaschenhalter sind ebenso an Bord wie zwei Querstreben, die auf der Armaturenbrettablage das Hin- und Herrutschen kleinerer Gegenstände verhindern. Die Seitenfächer in den Vordertüren fallen allerdings äußerst schmal aus. Nissan hat aus der (Platz-) Not aber eine Tugend gemacht und dem Micra nicht nur ein lobenswert großes Handschuhfach spendiert, sondern auch noch ein extra Staufach, das durch Hochklappen der Beifahrersitzfläche zugänglich ist (nicht bei Ausstattungslinie Visia).

Der Verschiebe-mechanismus für die Rücksitzbank darf allerdings beinahe unter die Rubrik modisches Zugeständnis fallen. Der Nutzwert ist aus zweierlei Gründen eher marginal. Zum einen bietet der Micra mit 250 Litern eine für diese Fahrzeugklasse mehr als akzeptablen Kofferraum , in dem die obligatorische Getränkekiste nicht nur längs, sondern auch quer hineinpasst. Auf der anderen Seite schrumpft die Beinfreiheit im Fond beim Vorziehen der Rückbank schon in der ersten Stufe dramatisch. Klappbare Sitzflächen statt nur umlegbarer Rückenlehnen wären hier eindeutig die bessere Wahl gewesen, denn letztere hinterlassen im Micra eine große Stufe und schränken die Nutzung des Gepäckabteils im Ein- oder Zwei-Personenbetrieb doch deutlich ein.

Eine wahre Freude ist hingegen der Motor. Er stammt aus der Allianz mit Renault. 11,3 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h , 200 Newtonmeter maximales Drehmoment und 171 km/h Spitzengeschwindigkeit sprechen für sich. Das 63 kW / 86 PS starke Aggregat ist spritzig und bietet selbst auf der Autobahn im fünften (und letzten) Gang noch spürbaren Durchzug. Dabei bewegt sich der Geräuschpegel stets auf erfreulichem Niveau. Etwas getrübt wird die Freude durch die doch etwas harte Schaltung. Sie arbeitet zwar präzise, gehört aber eben nicht zur Kategorie "butterweich" und verlangt vor allem in der Warmlaufphase eine etwas beherztere Hand.

Das drehfreudige Triebwerk verleitet dazu, die Gänge weit auszufahren und relativ hohe Reisegeschwindigkeiten zu wählen. Da sind im realen Alltag Durchschnittsverbräuche von über sechs Litern keine Seltenheit. Nissan gibt 4,7 Liter nach NEFZ an. Die Wahrheit scheint irgendwo dazwischen zu liegen. Der Bordcomputer zeigte für 5.000 Kilometer einen Durchschnittsverbrauch von 5,4 Liter an.

Für 15.990 Euro (Fünftürer) hätten wir allerdings auch ESP erwartet. Dieses ist für den Diesel aber gar nicht verfügbar. Auch einen Dieselpartikelfilter sucht man vergeblich.

auto-reporter

Kommentare

Weitere Nissan Meldungen

Die neuesten Meldungen