Nissan Micra 1,2 Tekna - Testbericht

Der City-Flitzer von Nissan ist in der vierten Generation noch erwachsener geworden. Wir haben das Top-Modell näher unter die Lupe genommen.

Mit der vierten Generation des Micra hat Nissan seinen Bestseller noch luxuriöser gemacht. Nachdem mit dem Pixo ein neues Einstiegsmodell vorhanden ist, war der Weg frei, um den Micra etwas vom „Mouse“-Image zu befreien und in der Kleinwagenklasse etwas höher zu positionieren.

Zwar schaut einen der Micra von vorne betrachtet noch immer mit einem sehr treuherzigen Blick an, in der Gesamtlinie betrachtet ist er aber erwachsender geworden.

Nachdem schon der Micra mit CVT-Getriebe unseren Testlauf absolviert hat (siehe: Nissan Micra 1,2 CVT-Automatik - Testbericht ), nehmen wir uns jetzt die Schaltversion in der Top-Ausstattung vor.

Um 15.490,- Euro fehlt es dem Micra in Tekna-Ausstattung dann nur noch an einer Metallic-Lackierung um 420,- Euro. Sonst verwöhnt der kleine Japaner seine Passagiere schon mit viel Luxus, der vor ein paar Jahren oft nur höheren Klassen vorbehalten war.

Schon der Acenta konnte mit ESP, ABS, sechs Airbags, Klimaautomatik, Bordcomputer und Tempomat aufwarten, im Tekna erwarten einen zusätzlich noch 15“-Leichtmetallfelgen, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Intelligent Key mit Start/Stopp-Knopf, ein Parkguide mit Parksensoren hinten, ein Regensensor, ein Glasdach und das Nissan Connect 2-DIN Navigationsgerät mit 5“-Farbdisplay und Touchscreen.

Das Navigationssystem ist dabei sehr einfach und intuitiv zu bedienen, und die Darstellung ist auch auf dem 5“ großen Display noch in ausreichender Größe zu bewundern.

Die verwendeten Materialien im Innenraum sowie die Bedienung der einzelnen Funktionen geben kaum Anlass zur Kritik, lediglich die elektrische Spiegelverstellung ist etwas versteckt links neben dem Lenkrad untergebracht.

Beim Platzangebot zeigt der Nissan Micra, dass auch kleine Autos ganz schön groß sein können, selbst in der zweiten Reihe fühlt man sich noch recht wohl. Das Kofferraumvolumen reicht von 265 bis 1.132 Liter und ist somit auch für diese Klasse sehr ordentlich dimensioniert. Zusätzlich gibt es viele Ablagen und Getränkedosenhalter.

Während die Kunden zwischen drei Ausstattungsvarianten wählen können, müssen sie sich vorab mit einer Motorisierung begnügen. Der 1,2 Liter Motor leistet 80 PS (59 kW) und verfügt über ein maximales Drehmoment von 110 Nm, welches bei 4.000 U/Min zur Verfügung steht.

Wer die volle Leistung abrufen möchte, muss den Motor somit recht hoch drehen, um den Sprint von 0 auf 100 km/h in 13,7 Sekunden zu schaffen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h.

Im Stadtbetrieb ist der kleine Nissan auch sehr nett und mit ausreichend Power zu fahren. Wer jedoch auf Landstraßen und der Autobahn unterwegs ist, muss den Motor schön auf Touren halten, um gut voran zu kommen.

Schon bei leichten Steigungen fühlt sich der Motor recht zäh an und muss mit fleißigem Schalten bei Laune gehalten werden. Hier merkt man, dass der Micra für die Stadt und auf Sparsamkeit getrimmt ist.

Den Werksverbrauch von 5,0 Liter haben wir um 0,8 Liter verfehlt, mit 5,8 Liter ist der Micra aber immer noch recht sparsam unterwegs. Wer nicht die volle Leistung des Motors abruft, wird durchaus an die 5,0 Liter heran kommen können.

Wer sich vor allem in den unteren Drehzahlregionen bewegt, bleibt auch beim Geräuschniveau in einem angenehmen Bereich. Bei Autobahntempo und hohen Drehzahlen wird es nämlich schon recht laut im Innenraum.

Ganz auf Komfort sind Fahrwerk und Federung getrimmt. Für einen Kleinwagen filtert der Micra selbst große Schlaglöcher und Querrillen perfekt weg, man verspürt hier nie den „Hoppel“-Effekt, den sonst so mancher Kleinwagen mit sich bringt.

Die Kehrseite der Medaille ist dann, dass die Kurvengeschwindigkeiten nicht zu hoch sein sollten. Im Grenzbereich neigt der Micra sehr zum Untersteuern und schiebt nach außen.

Dank ESP bleibt der kleine Nissan aber trotzdem gut beherrschbar, nur sollten es ungeübte Lenker nicht übertreiben.

Am besten ist man mit dem Micra eindeutig in der Stadt unterwegs, wo er durch die großen Fensterflächen auch mit einer tollen Übersichtlichkeit und seiner Wendigkeit voll überzeugen kann.

Der Parkguide erleichtert einem die Parkplatzsuche. Zwar parkt der Micra nicht vollautomatisch ein, aber er zeigt per Knopfdruck geeignete Parklücken an. So entfallt das Grübeln, ob es sich nun ausgehen wird oder nicht, und man kann den Abmessungskünsten des Micra auch voll vertrauen.

Mit dem Micra lässt es sich also in der Stadt hervorragend leben. Seine gute Ausstattung, die Rundumsicht und das Preis/Leistungsverhältnis sprechen für den 378 cm langen Japaner. Der Motor ist zudem recht sparsam, wirkt dafür aber überland etwas zäh. Doch auch hier kommt bald Abhilfe: Nach Ende 2011 wird der Micra mit einem neuen 98 PS starken Benzinmotor erhältlich sein, der sogar noch sparsamer als das aktuelle Triebwerk sein soll.

Was uns gefällt:

Die Ausstattung, die Verarbeitung, die Spritzigkeit in der Stadt, der Park-Guide.

Was uns nicht gefällt:

Die Geräuschkulisse bei hohem Tempo, das Fahrwerk in schnellen Kurven, dass der Motor überland recht zäh wirkt.

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 3
  • Fahrverhalten: 3
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 2
  • Kofferraum: 1-
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 1

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