Der neue Nissan Murano im Test

Der 3,5 V6-Benziner leistet 256 PS

Nissan kann sich auf die eigene Schulter klopfen. Die Crossover des japanischen Herstellers sind mit ihrem Konzept der Kreuzung zwischen Limousine und Sports Utility Vehicle (SUV) erfolgreich. Der Murano , der seit 2005 auch in Österreich angeboten wird, wurde weltweit inzwischen fast 500.000 Mal verkauft. Mitte Oktober 2008 wird die zweite Generation bei den Händlern stehen.

Um es gleich vorwegzunehmen: Der Nissan Murano hat trotz seines automatisch zuschaltenden Allradantriebs so gar nichts von einem Geländewagen oder einem der SUV aus echtem Schrot und Korn. Er ist ein Softy und beweist bei allen Gelegenheiten seinen sanften Charakter.

Das beginnt beim Äußeren mit seinen runden Formen, die von den harten Linien um die ausgestellten Radhäuser und der sogenannten "Charakterlinie" an der Seite nur noch unterstrichen werden. Die Einheit aus auffällig gestaltetem Chromgrill und den breiten Schlitzaugen der Scheinwerfer geben einen Hinweis auf den Hauptmarkt des Murano. So etwas gefällt den Amerikanern.

Auch der Antrieb unterstreicht den Eindruck, dass der US-Markt den Ton angegeben hat. Der 3,5 V6-Benziner verschafft dem Murano in Verbindung mit dem CVT-Getriebe sanften Schub. Trotz der 188 kW / 256 PS und dem maximalen Drehmoment von 334 Newtonmeter kommt nur selten das Verlangen auf, die Kraft voll auf die Straße loszulassen. Zwar beschleunigt er in acht Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h . Aber nichts am Murano fordert einen dazu auf, die Werte selbst zu erfahren.

Der Murano lädt zum Gleiten ein. Seine hohe Gürtellinie , die hohe Sitzposition und besonders diese Einheit aus Motor und Getriebe verschaffen Fahrer und Passagieren das Gefühl eines entspannten und souveränen Reisens. Dazu passt natürlich das große Platzangebot für vier Personen . Auch eine fünfte ist noch willkommen . Platz fürs Gepäck gibt es auch (402 Liter). Der Kofferraum lässt sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen vergrößern. Die Zuladung erweist sich allerdings mit Werten zwischen 390 und 447 Kilogramm (je nach Ausstattung) als überraschend klein für ein Fahrzeug dieser Klasse.

Der Innenraum bietet ein gegenüber dem Vorgänger aufgewertetes Umfeld . Gestaltung, Materialien und Verarbeitung lassen deutlich Premium-Anspruch durchblicken. Das wird durch die großen, bequemen Sitze mit elektrischer Verstellung und die vielen Ablagen und Staufächer im Innenraum noch unterstrichen.

Das Rangieren mit dem 4,83 Meter langen und leer schon fast zwei Tonnen schweren Murano erleichtert eine Rückfahrkamera und als Dreingabe eine Kamera, die seitlich rechts am Auto vorbei nach hinten schaut, so dass man dicht am Randstein einparken kann, ohne die Alufelgen der 18-Zoll-Räder zu beschädigen.

Darüber hinaus hat sich Nissan noch etwas einfallen lassen, das den Ärger mit kleinen Schäden verhindert. Der Murano ist der erste Nissan mit einem besonderen Lack, bei dem sich kleine Kratzer selbst reparieren . Unter Wärmeeinwirkung wächst der Kratzer wieder zu, solange er nicht bis aufs Blech durchgedrungen ist. Beulen muss man allerdings noch selbst behandeln.

Den Murano wird es zunächst nur als Benziner geben. Über einen Diesel denkt Nissan zurzeit noch nach. Niemand konnte jetzt bei der Präsentation in der Nähe von Genf sagen, wann die Entscheidung fällt. Zum Trost für Dieselfreunde sei gesagt: Das Drehmoment dieses Benziners ist beachtlich, und sein Verbrauch mit im Schnitt (nach EU-Norm) 10,9 Liter - entsprechend 261 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer - ansprechend niedrig. Der Preis allerdings kann sich sehen lassen. Der Basispreis liegt bei 57.200 Euro .

auto-reporter