Nissan Murano Executive 2,5 dCi - Testbericht

Lange mussten die Nissan-Fans auf einen Murano mit Dieselmotor warten. Seit kurzem ist er erhältlich und zeigt in unserem Test, was er kann.

Der in Nordamerika recht beliebte Nissan Murano hatte es bislang ohne Dieselmotor bei uns recht schwer. Ein 3,5 Liter V6 ist nicht gerade die meist gefragte Motorisierung in Österreich. Zum Glück konnte man sich aus dem Konzernregal bedienen und hat den von Renault bekannten 2,5 Liter dCi Dieselmotor in den Nissan Murano verpflanzt. Der 4-Zylinder Dieselmotor hat eine Leistung von 190 PS (140 kW) und ist serienmäßig mit einer 6-Gang-Automatik kombiniert.

Preislich startet der Murano bei 51.900 Euro, für unseren Test haben wir die überkomplett ausgestattete Executive Version um 55.500 Euro gewählt. Auf den ersten Blick viel Geld, aber die Liste der Serienausstattung ist länger als die meisten Weihnachtswunschlisten von Kindern. Neben der obligatorischen Sicherheitsausstattung mit 6 Airbags, ABS und ESP gibt es noch jede Menge Komfort-Highlights im Murano.

So unter anderem elektrisch verstellbare Ledersitze mit Memory Funktion, Sitzheizung vorne und hinten, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, ein Bose-Soundsystem mit 11 Lautsprechern, ein Navigationssystem mit Festplatte und 7"-Display, eine elektrische Heckklappe, Tempomat, Rückfahrkamera, Bi-Xenon Scheinwerfer, 20"-Alufelgen und noch vieles mehr.

Bei der ersten Begegnung wirkt der Murano sehr wuchtig, ist mit einer Länge von 486 Meter aber im Schnitt seiner Klasse. Auf jeden Fall ist das Design sehr eigenständig, es gibt kein Element am Murano, bei dem man meinen könnte, es schon einmal woanders gesehen zu haben. Auch im Innenraum ist er sehr eigenständig und wirkt eine Spur futuristisch. Die vielen Knöpfe in der Mittelkonsole schrecken auf den ersten Blick ab, lassen sich aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr intuitiv und ohne Verwechslungsgefahr bedienen. Durch den großen Armaturenträger und die breite Mittelkonsole hat man auch ein hervorragendes Raumgefühl, der Murano wirkt innen noch viel größer als er von außen aussieht. Zumindest bis zu dem Punkt, wenn die elektrische Heckklappe nach oben schwingt und man den Kofferraum sieht.

Das Fassungsvermögen von 402 Liter lässt sich zwar durch Umklappen der Rücksitze auf 838 Liter erhöhen, ist aber für ein Auto dieser Klasse doch sehr klein. Hier merkt man, dass der Murano mehr Lifestyle Offroader als Nutzfahrzeug ist. Dafür haben es die Passagiere sehr geräumig und bequem. Die Sitze und die elektrisch verstellbare Lenksäule lassen einen schnell eine ideale Sitzposition finden. Zwar sind die Sitze nicht Weltmeister, was den Seitenhalt betrifft, jedoch lässt es sich auch auf langen Etappen sehr bequem reisen.

Hinzu kommt das tolle Bose-Soundsystem, das den Murano in einen Konzertsaal verwandeln kann. Dass das Soundsystem auf den japanischen Offroader abgestimmt ist, merkt man schon nach den ersten Klängen, die aus den Lautsprechern dringen. Selten haben wir ein so gutes Klangerlebnis in einem Auto erlebt.

Die große Frage ist aber, wie der Diesel zu dem SUV passt? Immerhin ist der Murano ganz auf den amerikanischen Markt und einen leisen V6 Motor abgestimmt, was man leider gleich nach dem Start auch merkt. Der 4-Zylinder Diesel ist beim Kaltstart und bei starker Beschleunigung nämlich doch mehr wahrnehmbar als einem in einem Auto dieser Klasse lieb ist. Immerhin haben die 190 PS mit dem rund 2 Tonnen schweren Auto auch jede Menge Arbeit.

Ist der Murano erst einmal in Schwung, merkt man dafür nicht mehr, dass ein Diesel unter der Haube zu finden ist, hier ist dann die Welt wieder in Ordnung. Das maximale Drehmoment von 450 Nm bei 2.000 U/Min. lässt auch beim Zwischensprint nie das Gefühl aufkommen, untermotorisiert zu sein. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der große Offroader in 10,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 196 km/h.

Dabei überrascht der Murano auch mit sehr europäischem Fahrwerk und Federung, hier dürften die Techniker noch einige Adaptionen vorgenommen haben. Man kann den Murano nämlich durchaus auch sportlich bewegen, ohne dass Fahrwerk oder auch Bremsen schnell an ihre Grenzen stoßen. Die Federung bietet dabei eine gute Mischung aus Sportlichkeit und Komfort, man schwingt nicht nach jeder Bodenwelle ewig nach, spürt selbige aber auch nicht wirklich im Rücken. Hier präsentiert sich der Murano wirklich sehr ausgewogen. Das gleiche trifft auch auf das Vorwärtskommen bei schwierigen Bedingungen zu. Mit dem "ALL-MODE 4x4-i System" Allradantrieb hat man für den Murano auch eine passende Antriebsart gefunden.

Die Kraftverteilung erfolgt elektronisch und variabel auf alle vier Räder, je nach Untergrund und Fahrbedingungen. Dank der streng winterlichen Straßenverhältnisse während unseres Tests konnten wir uns auch in diesem Punkt von den Talenten des Murano überzeugen. Während die Nachbarn mühsam ihren Parkplatz von den Schneemassen, die der Räumdienst neben ihr Auto geschoben hat, befreien mussten, kraxelte der Murano spielend leicht über die Schnee/Eis-Mischung hinweg.

Bei Minusgraden benötigt das Auto zwar einen Tick länger fürs Vorglühen, die Heizung leistet dann aber ganze Arbeit, und schon nach kurzer Zeit erreicht der Innenraum die zuvor gewählte Temperatur. Dafür ist der vom Werk angegebene Durchschnittsverbrauch von 8 Liter auf 100 Kilometer kaum realisierbar. Während unseres Tests hat sich der Murano 10,4 Liter Diesel genehmigt. Trotz winterlicher Fahrbedingungen und eisiger Kälte ein Wert, der zu hoch ist. Jedoch können potentielle Kunden den Mehrverbrauch sicher gut verkraften, immerhin ist der Murano im Vergleich zur Konkurrenz wesentlich günstiger.

Auf jeden Fall hat man mit dem Murano einen treuen Begleiter, der sich von der Masse abhebt und viel Luxus und Komfort bietet. Lediglich der kleine Kofferraum und der bei der Beschleunigung recht laute Motor stören etwas, sonst erledigt der Murano die ihm gestellten Aufgaben bravourös.

Was uns gefällt:
Das Design, das sich von der Masse abhebt; die Ausstattung; das Bose-Soundsystem

Was uns nicht gefällt:
Das Kofferraumvolumen; der Verbrauch; der beim Beschleunigen laute Dieselmotor

Testzeugnis:
Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 3-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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