Testbericht: Nissan NV300 1.6 dCi

Mit dem NV300 hat Nissan auch einen großen Van im Programm. Wir haben die Diesel-Version mit 121 PS getestet.

Das Segment, in dem sich der Nissan NV300 befindet, ist heiß umkämpft, vor allem der VW T6 lässt als Platzhirsch die Konkurrenz hinter sich. Kein Wunder also, dass sich mehrere Hersteller eine Plattform teilen. Der Nissan NV300 ist im Prinzip ein Renault Trafic, der mit Nissan-Logos und leicht adaptierter Frontpartie an den Start geht. Außerdem gibt es den geräumigen Van auch noch von Fiat, wo er als Talento sein Talent als Personen- und Warentransporter beweisen muss.

Für unseren Test haben wir den Nissan NV300 mit dem 1,6 Liter-Dieselmotor mit 121 PS und der Komfort Premium-Ausstattung kombiniert. Diese bietet zum Einstiegspreis von 40.875 Euro inkl. Steuern schon eine Klimaanlage vorne und hinten, einen Tempomat, eine Einparkhilfe hinten inkl. Rückfahrkamera, Armlehnen auf allen Sitzplätzen, Schiebetüren auf beiden Seiten, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, ein Audiosystem, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem und noch jede Menge mehr. Wir hatten dann extra noch das Connect-Paket mit Navigationssystem, einen Einzelsitz für den Beifahrer und das Optik-Paket an Bord, womit der Endpreis bei 42.333 Euro liegt.

Dass der NV300 von der Nutzfahrzeugschiene kommt, kann er im Innenraum nicht ganz verleugnen. Die Armaturenlandschaft und die Türverkleidungen sind sichtbar aus nicht ganz so hochwertigem Kunststoff, und auch die Verarbeitung ist nicht ganz auf Pkw-Niveau. Dennoch bietet der Nissan NV300 viel Pkw-Feeling, vor allem das griffige Lenkrad, die digitale Geschwindigkeitsanzeige und der Touchscreen verleihen dem Innenraum mehr Glanz.

Sehr positiv zeigt sich das Nutzfahrzeug-Flair dafür, wenn es um die Ablagen geht. Es ist wirklich kein Platz im gesamten Cockpit nicht mit einer praktischen Ablage oder einem Fach optimal ausgenutzt. So gibt es zwei Handschuhfächer, einen ausklappbaren Getränkehalter, zwei Getränkehalter im oberen Armaturenbrettbereich und nochmals eine große Ablage oberhalb des Navis. Vermisst haben wir lediglich einen Haltegriff auf der Beifahrerseite, der das Einsteigen erleichtern würde. Die Passagiere im Fond können sich über einen solchen Griff aber freuen.

Auch die einfache Bedienung aller Funktionen spricht für den Nissan NV300, der dem Fahrer wirklich absolut keine Rätsel aufgibt. Grandios ist natürlich das Platzangebot. Bei einer Länge von 499 cm und dem kastenförmigen Aufbau hat man Platz ohne Ende. Selbst wenn alle acht Sitzplätze genutzt sind, hat man noch 673 Liter Laderaum zur Verfügung. Entfernt man die hinteren beiden Sitzreihen, stehen einem sogar bis zu 5.024 Liter Laderaum zur Verfügung, womit auch größere Transportaufgaben wunderbar erfüllt werden können.

Bei der Fahrzeugübernahme haben wir ganz vergessen, einen Blick auf das Datenblatt zu machen, und uns gleich auf den Weg gemacht. Umso überraschter waren wir, als wir beim ersten Zwischenstopp bemerkt haben, dass der NV300 nur mit dem 1,6 Liter dCi mit 121 PS (89 kW) ausgerüstet ist. Im Fahrbetrieb fühlt sich der Motor so spritzig an, dass man ihm durchaus 150 PS zutrauen würde. Schon vom Start weg hängt er gut am Gas und liefert für ein Auto dieser Klasse vorzügliche Fahrleistungen. Immerhin erreicht er sein maximales Drehmoment von 300 Nm schon bei 1.750 U/Min und sprintet in 12,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 163 km/h, was ebenfalls ausreichend sein sollte. Selbst Überholmanöver sind keine große Sache, denn auch beim Zwischensprint zeigt das Triebwerk mehr Elan, als man vermuten würde.

Dabei bleibt es im Innenraum für ein Auto dieser Klasse auch recht leise, selbst lange Autobahn-Etappen sind entspannt zu bewältigen, vor allem da auch Fahrwerk und Federung recht komfortabel ausgelegt sind. Aufgrund der hohen Bauweise ist der NV300 natürlich nicht gerade der Sportler für kurvenreiche Straßen, dennoch bietet er auch bei flotter Fahrt immer ausreichenden Kontakt zur Straße.

Dank der guten Übersichtlichkeit und in Kombination mit der Rückfahrkamera kann man den großen Van auch millimetergenau rangieren. So mancher stylischer Kleinwagen ist schwieriger in eine enge Lücke zu bugsieren, als der große Van. Beim Verbrauch zeigt sich der Diesel nicht ganz so zurückhaltend wie vom Werk versprochen: die 6,5 Liter pro 100 Kilometer sind nur schwer zu realisieren, wir haben im Schnitt 8,0 Liter verbraucht.

Fazit: Nissan bietet mit dem NV300 eine wirklich gute Alternative im Van-Segment an. Der NV300 bietet ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis, und der Motor liefert mehr Kraft als man vermuten würde.

Was uns gefällt:

Das Platzangebot, die vielen Ablagen, der Fahrkomfort, der spritzige Motor

Was uns nicht gefällt:

Dass der Beifahrer zum Einsteigen keinen Haltegriff hat, die etwas billig wirkenden Kunststoffe

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 3
Ausstattung Komfort: 2
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 3
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1