Nissan Note - Testbericht

Die neue Generation des Nissan Note hat mit dem Vorgänger nur noch den Namen gemeinsam. In unserem Test zeigt der praktische Nissan, was er kann.

Der neue Nissan Note ist seit Herbst 2013 erhältlich und zeigt sich wesentlich dynamischer als sein Vorgänger. Die aktuelle Nissan-Designlinie steht dem praktischen Van im Miniformat dabei besonders gut, der Wagen wirkt aus jedem Blickwinkel betrachtet sehr stimmig. Auch technisch ist der neue Note im Vergleich zum Vorgänger viel moderner geworden und bietet auf Wunsch auch eine Vielzahl elektronischer Fahrhilfen.

Für unseren Test haben wir den Note mit dem 1,2 Liter Basismotor in der gehobenen Acenta-Ausstattung gewählt, in der er ab 15.990 Euro zu haben ist. Serienmäßig verfügt der Note dann schon über ABS, ESP, sechs Airbags, einen Tempomat, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, 15"-Alufelgen, ein Radio mit CD-Player und vieles mehr.

Optional hatte unser Note dann noch das "Technology Paket" mit dem Navigationssystem, dem Around view-Monitor und dem Safety Shield inkl. Spurhalte-Assistent, Bewegungserkennung und Totwinkel-Assistent, das Comfort Plus-Paket mit Klimaautomatik, Regen- und Lichtsensor sowie Nebelscheinwerfern, das Panorama-Glasdach, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem sowie eine Metalliclackierung.

Der Gesamtpreis liegt dann bei 18.190 Euro, bietet dabei aber schon eine Fülle an Features, die man oft auch in Fahrzeugen einer Klasse höher noch vergeblich sucht. Als einziges Komfortfeature hat uns nur noch eine Mittelarmlehne vorne gefehlt, sonst hatte der Note alles an Bord, was das Herz begehrt.

Die Gestaltung der Armaturenlandschaft wirkt ebenfalls sehr modern, vor allem die neuen Tachoanzeigen stechen dabei ins Auge. In der Mitte der sehr klar gezeichneten Armaturen befindet sich ein Bordcomputer, über den man alle wichtigen Informationen abrufen kann. Sehr einfach zu bedienen ist auch das Nissan Connect Navigationssystem, welches lediglich bei starker Sonneneinstrahlung schwer ablesbar ist.

Man fühlt sich auf Anhieb sehr wohl und findet sich auch schnell zurecht. Überraschend großzügig ist das Platzangebot des 410 cm langen Note ausgefallen. Nicht nur Fahrer und Beifahrer haben viel Platz, auch im Fond können sehr groß gewachsene Passagiere bequem Platz nehmen und haben viel Kopf- und vor allem sehr viel Kniefreiheit. Hier bietet der Note mehr Platz, als so manche Mittelklasselimousine.

Auch sehr großzügig bemessen ist das Kofferraumvolumen, mit 411 Liter Fassungsvermögen sticht der Note auch in dieser Disziplin viele deutlich größere Autos aus. Durch Umklappen der Rücksitze kann man sogar bis zu 2.012 Liter Stauraum erreichen. Hinzu gesellen sich im Innenraum noch sehr viele Ablagen und zwei Handschuhfächer, die den praktischen Nutzwert weiter abrunden.

Mit dem knapp über 1 Tonne schweren Note sollte dann auch der 1,2 Liter 3-Zylinder-Benzinmotor mit 80 PS (59 kW) leichtes Spiel haben und ordentliche Fahrleistungen liefern. Sein maximales Drehmoment von 110 Nm stellt der Motor bei 4.000 U/Min bereit. In der Praxis bedeutet das, dass man den Motor auf sehr hohem Drehzahlniveau bewegen muss, um akzeptable Fahrleistungen zu erhalten.

Der Motor ist zudem ganz auf Sparsamkeit getrimmt, was zwar im Stadtbetrieb wunderbar ist und dabei dennoch für gute Fahrleistungen sorgt, den Note aber außerhalb der Stadt zu einer etwas müden Angelegenheit macht. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen 13,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 168 km/h und wird auch nur im 4. Gang erreicht, da der 5. Gang auch nur als Spargang ausgelegt ist. Die Schaltung selbst ist sehr leichtgängig und auch gut abgestuft, wodurch das viele Schalten zumindest sehr angenehm ist und leicht von der Hand geht.

Nachdem man stärker aufs Gas treten muss, um gute Fahrleistungen zu erhalten, ist es dann auch mit dem Spargedanken relativ schnell vorbei. Die vom Werk angegebenen 4,7 Liter Durchschnittsverbrauch sind selbst für Sparfüchse mit sensiblem Gasfuß kaum realisierbar. Wir haben im Schnitt 6,2 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, womit der Note kein Sparwunder mehr ist. Dafür verrichtet der Motor seine Arbeit für ein 3-Zylinder-Aggregat recht ruhig, er verfügt aber für ein Fahrzeug dieser Klasse auch über eine sehr gute Geräuschdämmung.

So fährt es sich dann auch auf weiteren Etappen recht angenehm und entspannt, da auch Fahrwerk und Federung ganz auf Komfort hin ausgelegt sind. Flotte Kurven sind aber nicht so das Wohlfühlgebiet des Note, und er versucht dann auch bald über die Vorderräder zu schieben.

Für viel Sicherheit sorgt das Safety Shield, welches über Spurhalte-Assistent, Totwinkel-Assistent und Bewegungserkennung verfügt. Ein Hit ist auch der Around view-Monitor für 360 Grad Rundumsicht, durch den sich der Note auch perfekt in kleinste Parklücken manövrieren lässt. So zeigt der Note, der ohnehin schon sehr übersichtlich gestaltet ist, vor allem in der Stadt seine größten Stärken.

Mit dem Note hat Nissan auf jeden Fall ein sehr interessantes Fahrzeug im Modellprogramm, welches optisch sehr dynamisch wirkt und mit viel Komfort und Platz verwöhnt. Vor allem sein geräumiger Innenraum, die gute Serienausstattung und die vielen Individualisierungsmöglichkeiten sprechen für den sympathischen Japaner. Der Motor ist für jene, die vor allem in der Stadt unterwegs sind, auch ausreichend. Wer öfters auch Überlandfahrten am Programm hat, sollte aber den stärkeren 1,2 DIG-S mit 98 PS wählen, der um rund 1.500 Euro teurer ist.

Was uns gefällt:

die Ausstattung, das Platzangebot, der Komfort, das Preis/Leistungsverhältnis

Was uns nicht gefällt:

der etwas zähe Motor, der Verbrauch

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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