Nissan Pulsar 1,2 Benziner mit Automatik - Testbericht

Mit dem Pulsar trumpft Nissan in der Kompaktklasse auf. Wie er sich mit Benzinmotor und stufenloser Automatik fährt, verraten wir in unserem Test.

Der neue Nissan Pulsar möchte die Kompaktklasse aufmischen und zeigt sich optisch sehr dynamisch, verfügt aber dennoch auch über viel Platz und eine gute Ausstattung. Vor wenigen Wochen hat schon der Diesel in unserem Test seine Qualitäten bewiesen (siehe Nissan Pulsar 1,5 dCi Tekna Testbericht ), jetzt haben wir geprüft, wie sich der neue Benziner in Kombination mit dem Xtronic-Getriebe fährt.

Mit einem Preis von 26.414,78 Euro ist er in der Topausstattung auf dem gleichen Level wie der Diesel mit manueller Schaltung angesiedelt. Die Ausstattung lässt dabei keine Wünsche mehr offen, lediglich eine Metallic-Lackierung um 562,50 Euro hat man unserem Testfahrzeug noch extra spendiert. Sonst waren schon LED-Scheinwerfer inkl. LED-Tagfahrlicht, 17"-Alufelgen, das Nissan Safety Shield, das Nissan Connect-System inkl. Navi, Ledersitze, elektrisch verstell-, beheiz- und einklappbare Außenspiegel, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem und noch vieles mehr mit an Bord.

Der Innenraum bietet wieder den gewohnten Mix aus Eleganz, Komfort und modernen Anzeigen. Vor allem der Tacho gefällt mit seiner klaren Strukturierung und dem großen Display für den Bordcomputer und andere wichtige Informationen. Nach wie vor überzeugen kann auch das Platzangebot, welches für alle Passagiere viel Raum bietet und weit über dem Schnitt der Klasse liegt.

Auch das Kofferraumvolumen von 385 bis 1.395 Liter kann sich sehen lassen, lediglich die nicht ganz ebene Ladefläche bei umgeklappten Sitzen stört etwas. Viele Ablagen, bequeme Sitze und ein hohes Maß an Komfort runden die positiven Seiten des Pulsar-Innenraums weiter ab.

Bei der Motorisierung soll der neue 1,2 Liter DIG-T mit einer Leistung von 115 PS (85 kW) einen guten Mix aus Sparsamkeit und Sportlichkeit bieten. Im Vergleich zu anderen Herstellern setzt Nissan in dieser Klasse nicht auf eine normale Automatik oder ein Doppelkupplungs- getriebe, sondern auf ein stufenloses CVT-Getriebe, das sich bei Nissan Xtronic nennt. Diese Getriebeart spaltet normal die Fahrer in zwei Fraktionen: Die einen lieben es, die anderen hassen es. Die bauartbedingten Nachteile kann auch die Xtronic nicht komplett verleugnen, sie zählt aber sicher zu den besten CVT-Getrieben, die es derzeit am Markt gibt.

Während  bei  einem CVT-Getriebe normalerweise bei voller Beschleunigung der Drehzahlmesser wie festgewurzelt auf hohem Niveau stehen bleibt, hat Nissan die Xtronic so programmiert, dass richtige Gänge simuliert werden. Bei manchen Gelegenheiten bleibt zwar der Drehzahlmesser nach wie vor auf seinem fixen Niveau, normal wirkt es aber so, als ob das CVT-Getriebe Gänge wechselt. Man hat dabei auch die Möglichkeit, via Schaltstick die Gänge selbst zu sortieren.

Dass das CVT-Getriebe im Pulsar nicht ganz so nervig ist wie bei anderen Autos mit dieser Getriebeart, liegt auch an der sensationellen Geräuschdämmung, bei der kaum Motor- oder sonstige Geräusche in den Innenraum dringen. Ihre Vorzüge zeigt die Xtronic auch im Stadtbetrieb, wo man ganz ohne Schaltvorgänge extrem zügig das maximal erlaubte Tempo erreicht. Hier präsentiert sich der Pulsar so spritzig, wie man es sonst fast nur von E-Autos gewohnt ist.

Zwischen 80 und 100 km/h wird es schon etwas zäher, und man benötigt 12,7 Sekunden, um aus dem Stand auf Tempo 100 km/h zu beschleunigen. In der Praxis fühlt es sich aber so an, als ob diese Aufgabe schneller erledigt wird. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Etwas zäh wird es erst, wenn man dann von 100 km/h auf 130 km/h beschleunigen möchte, wobei dem Motor dann schon eher die Puste ausgeht. Hat man mal die Autobahngeschwindigkeit erreicht, bleibt der Motor aber in einem sehr niedrigen Drehzahlniveau und damit auch recht sparsam.

Im Vergleich zum Diesel, der sich sensationell sparsam gezeigt hat, ist der Benziner mit Xtronic aber nicht so sehr der Sparmeister, den man sich wünschen würde. Zwar gibt Nissan einen Verbrauch von nur 5,1 Liter an, in der Praxis sollte man aber gute 2 Liter mehr einkalkulieren, wenn man gemütlich unterwegs ist und 3 Liter, wenn man es oft eilig hat.

Voll überzeugen kann der Pulsar wieder beim Fahrkomfort. Fahrwerk und Federung sind sehr harmonisch abgestimmt, und man kommt sehr entspannt an seinem Ziel an. Dennoch lassen sich auch Kurven sehr flott bewältigen, ohne dass man den Eindruck hätte, das Fahrzeug wäre überfordert. Auch die Lenkung passt sehr gut zur komfortablen Auslegung des Fahrzeugs und zeigt sich sehr leichtgängig, aber durchaus auch direkt.

Sehr praktisch ist auch der Around view Monitor mit 360 Grad Rundumsicht, der das Manövrieren in engen Gassen oder Garagen sehr einfach macht, sofern das Bild nicht durch Matsch, Schnee oder Regen beeinträchtigt wird. Mit der serienmäßigen Bewegungserkennung, dem Totwinkel-Assistenten und dem Spurhalte-Assistenten bietet der Pulsar zudem auch einige Sicherheitsfeatures, die in dieser Klasse noch nicht selbstverständlich sind.

Der Nissan Pulsar hat somit auch als Benziner in unserem Test sehr gut gefallen. Er überzeugt mit einer überkompletten Ausstattung und einem großzügigen Platzangebot. Wer viel in der Stadt unterwegs ist, wird auch mit der Xtronic seine Freude haben, die zwar besser als die meisten anderen CVT-Getriebe ist, dennoch die typischen Nachteile bei flotter Fahrweise nicht ganz ausmerzen kann. Der 1,2 Liter-Motor gefällt hingegen mit einer guten Durchzugskraft und einem spritzigen Auftritt.

Was uns gefällt:

das Preis/Leistungsverhältnis, das Platzangebot, der Fahrkomfort, die Geräuschdämmung, die Ausstattung

Was uns nicht gefällt:

die typischen Nachteile der Xtronic, die nicht ganz ebene Ladefläche bei umgeklappten Rücksitzen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1

Kommentare