Nissan Pulsar 1,5 dCi - Testbericht

Mit dem Pulsar ist Nissan wieder ins Kompaktsegment eingestiegen. In unserem Test zeigt der Japaner, dass er sich vor dem Klassenprimus nicht verstecken muss.

Nach einigen Jahren Pause ist Nissan mit dem Pulsar in Europa wieder zurück im Kompaktsegment. Nissan möchte mit dem Pulsar auch neue Impulse setzen und hat ein sehr interessantes Modell auf die Räder gestellt. Mit dem glücklosen Tiida, der bis 2011 versucht hat, im heiß umkämpften Segment Kunden zu gewinnen, hat der neue Pulsar rein gar nichts mehr gemeinsam. Das altbackene Design des Tiida hat Nissan beim Pulsar gegen ein extrem schnittiges getauscht. Von jeder Perspektive betrachtet wirkt der Pulsar sehr dynamisch. Vor allem die Frontpartie zieht dabei die Blicke auf sich und kann mit einer markanten LED-Lichtsignatur begeistern.

Für unseren Test haben wir den sparsamen Diesel in der Top-Ausstattung Tekna gewählt. Beim Preis von 26.604 Euro bleiben dabei keine Wünsche mehr offen, womit der Pulsar beim Preis/Leistungsverhältnis die Konkurrenz ordentlich abhängt. Im Preis enthalten sind nämlich schon LED-Scheinwerfer, das Nissan Safety-Shield, das Nissan Connect Navigationssystem inkl. "Around View Monitor" und 5,8"-Touchscreen, 17"-Leichtmetallfelgen, Ledersitze, elektrisch verstell-, anklapp- und beheizbare Außenspiegel, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, das Intelligent Key-System, Nebelscheinwerfer, Sitzheizung vorne und noch vieles mehr.

Als einzige Option hatten wir die "Forca Red" Metallic-Lackierung um 562,50 Euro, die dem Pulsar sehr gut steht. Der Gesamtpreis ist mit 27.166,50 Euro damit wirklich als Okkasion zu sehen. Vor allem, da sich der Innenraum auch äußerst hochwertig und modern zeigt. Die Armatureneinheit besticht mit einer wertigen Anmutung und einer klaren Aufteilung. Alle Funktionen sind gut und übersichtlich angeordnet, und man fühlt sich sofort sehr wohl.

Mit dem Nissan Connect-System kann man sein Smartphone auch mit dem Fahrzeug verbinden und Internetdienste nutzen. Das Navigationssystem überzeugt mit einfacher Bedienung und klarer Darstellung, auch wenn der Monitor mit 5,8 Zoll nicht übermäßig groß ausgefallen ist.

Sehr bequeme Ledersitze, eine verschiebbare Mittelarmlehne und ein in Länge und Neigung verstellbares Lenkrad lassen einen dabei auch auf weiten Strecken angenehm reisen. Sehr großzügig dimensioniert zeigt sich auch das Platzangebot im Fond, wo selbst groß gewachsene Personen noch viel Kniefreiheit vorfinden.

Sehr üppig bemessen ist auch das Kofferraumvolumen, welches 385 Liter fasst. Durch Umklappen der Rücksitze kann man sogar bis zu 1.395 Liter Fassungsvermögen erlangen, leider ist die Ladefläche dabei nicht ganz eben, was auch die einzige Kritik am Innenraum bleibt.

Mit dem neuen 1,5 Liter-Turbodiesel verspricht der Pulsar am Papier schon mal ein hohes Maß an Effizienz. Die Leistung liegt bei 110 PS (81 kW), und sein maximales Drehmoment von 280 Nm liefert der Motor zwischen 1.750 und 2.500 U/Min. In der Praxis fühlt sich der Diesel noch viel spritziger an, als man es am Papier vermuten würde. Erst ein Blick in den Zulassungsschein hat uns bescheinigt, dass wirklich nur 110 PS unter der Haube sind, wär hätten dem Triebwerk gut 130 PS zugetraut, wie man sie im Qashqai findet.

Gleich vom Start weg hängt der Pulsar nämlich gut am Gas, und man ist überaus spritzig unterwegs. Der Sprint von 0 auf 100 km/h wird gefühlsmäßig schneller als in den vom Werk versprochenen 11,5 Sekunden absolviert, und die Höchstgeschwindigkeit ist mit 190 km/h wohl auch mehr als ausreichend. Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich butterweich schalten und ist eher länger übersetzt. Somit ist man bei Autobahntempo noch in einem sehr niedrigen Drehzahlbereich unterwegs, wodurch man sparsam und leise dahin gleitet.

Überhaupt ist die Geräuschdämmung im Pulsar eine Klasse für sich und kann locker mit Oberklasse-Limousinen mithalten. Selbst bei Autobahntempo ist es noch so leise im Innenraum, dass man mit dem Beifahrer flüstern kann.

Auch beim Fahrkomfort kann der Pulsar begeistern. Er ist komfortabel genug ausgelegt, um auch lange Etappen ohne Probleme zu absolvieren, dabei aber knackig genug abgestimmt, um viel Fahrspaß zu bieten. Die Straßenlage ist hervorragend, und selbst in flott gefahrenen Kurven bleibt der Pulsar sehr gutmütig.

Eine Überraschung der positiven Art erlebt man auch beim Verbrauch. Die vom Werk angegebenen 3,6 Liter sind bei sanfter Fahrweise in greifbarer Nähe. Wir haben den Pulsar nämlich durchaus sportlich bewegt und auch Fahrten im vorweihnachtlichen Chaos auf Wiens Straßen absolviert und sind auf 4,5 Liter gekommen. Damit zählt der Pulsar in Bezug auf Leistung und Fahrspaß auch zu den sparsamsten Autos seiner Klasse.

Mit der Konkurrenz mithalten kann der kompakte Nissan auch beim Thema Sicherheit. Das Nissan Safety Shield bietet einen Totwinkel-Warner, einen Spurhalteassistenten, einen Notbremsassistenten und eine Bewegungserkennung, die beim Ausparken vor Hindernissen im Umfeld warnt. Auch die 360 Grad-Rundumsicht ist ein praktisches Feature, welches vor allem beim Einparken in engen Lücken ein millimetergenaues Rangieren ermöglicht.

Mit dem Pulsar hat Nissan einen wirklichen Überraschungsgegner in der Kompaktklasse positioniert, der es locker mit allen anderen Modellen aufnehmen kann. Nissan hat mit dem Pulsar auf jeden Fall einen Volltreffer gelandet, wenn man Design, Ausstattung, Technik und Preis/Leistung betrachtet. Er bietet eine überkomplette Serienausstattung zum überaus fairen Preis, ist technisch am neuesten Stand inkl. sparsamem, aber agilem Motor und bietet auch viel Platz für Passagiere sowie Gepäck.

Was uns gefällt:

das Preis/Leistungsverhältnis, der sparsame aber spritzige Motor, das Platzangebot, die Ausstattung, die Geräuschdämmung, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

dass die Ladefläche beim Umklappen der Sitze nicht ganz eben ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1

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