Testbericht: Nissan Qashqai 160 PS Benziner

Der Nissan Qashqai kann jetzt auch mit neuen Benzinmotoren aufwarten. Wir haben das Topmodell zum Test geholt und verraten, wie die Kombination von SUV und Benziner passt.

Nissan hält seinen Bestseller frisch und bietet laufend Verbesserungen an. Nach dem Facelift, das dem Qashqai einen deutlich moderneren Look verschafft hat, und den neuen Dieselmotoren haben jetzt auch neue Benzinmotoren Einzug in den Qashqai gehalten. Das 1,3 Liter-Turbotriebwerk ist mit 140 PS (103 kW) oder 160 PS (117 kW) erhältlich. Wir haben für unseren Test die stärkere Version in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe gewählt.

Damit es an nichts fehlt, haben wir auch noch die höchste Ausstattungsstufe "Tekna+" dazu kombiniert. Der Listenpreis von 38.441 Euro wirkt auf den ersten Blick nicht sehr günstig, bis auf die 589 Euro teure Metallic-Lackierung, die den Gesamtpreis noch auf 39.030 Euro erhöht, hat es unserem Testwagen aber an fast nichts mehr gefehlt. Lediglich das Fahrerassistenz-Paket PRO mit adaptivem Tempomat hat man unserem Testfahrzeug vorenthalten.

Im Preis enthalten sind u.a. ein Keyless-System, feinste Ledersitze mit elektrischer Verstellung inkl. Memory für den Fahrer, das Nissan Safety Shield, Voll-LED-Scheinwerfer, 19"-Alufelgen, ein Panorama-Glasdach, ein Bose-Audiosystem mit 8 Lautsprechern, eine beheizbare Frontscheibe, ein Infotainmentsystem mit 7"-Touchscreen und Navi und noch vieles mehr.

Schon beim ersten Blick in den Innenraum wirkt der Qashqai Tekna+ sehr luxuriös. Vor allem die weichen Nappaledersitze mit 3D-Polsterung stechen dabei ins Auge und vermitteln einen noch hochwertigeren Eindruck. Weiße Ziernähte an Lenkrad, Mittelkonsolenumrandung, Sitzen, Mittelarmlehne und Türen, sowie die Mischung aus Piano-Lack- und Alu-Dekor-Zierelementen helfen ebenfalls, den noblen Auftritt des Qashqai zu unterstreichen. Der Cockpitlandschaft selbst merkt man das doch schon fortgeschrittene Alter zwar etwas an, Nissan hat aber zumindest dem 7"-Touchscreen eine neue Software mit moderner Darstellung für Menüs und Navi spendiert. Die klassischen Zeiger der Armaturenlandschaft sind hingegen schon wieder eine Wohltat, wenn man sich so manche überverspielte Digitaltachos neuerer Fahrzeuge ansieht.

Gut gelungen ist das neue Multifunktionslenkrad, dessen Tasten sehr logisch angeordnet sind und sich intuitiv bedienen lassen. Das Lenkrad ist zudem sehr griffig und unten abgeflacht, was das Handling und den Fahrkomfort durchaus erhöht. Die bequemen Ledersitze können ebenfalls überzeugen und geben ausreichend Seitenhalt. Auch das Platzangebot geht beim Qashqai in Ordnung, selbst in der zweiten Reihe fühlt man sich noch gut untergebracht. Das Kofferraumvolumen ist mit einem Fassungsvermögen von 430 Litern nur durchschnittlich groß ausgefallen, wer mehr Platz benötigt, kann zum geräumigeren X-Trail greifen.

Mehr Fahrspaß bei geringerem Verbrauch verspricht Nissan mit dem neuen 1,3 DIG-T-Turbobenziner, der in zwei Leistungsstufen erhältlich ist. Wir haben uns für den stärkeren mit 160 PS (117 kW) entschieden und ihn auch noch mit dem neuen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert. Im Vergleich zum bisherigen CVT-Getriebe sollte das neue 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auf jeden Fall schon mal mehr Spaß und Ruhe bieten.

Schon vom Start weg verfügt der Qashqai 1,3 DIG-T über viel Kraft, er liefert bei 1.800 U/Min sein maximales Drehmoment von 270 Nm. Etwas gewöhnungsbedürftig waren aber die ersten Meter mit dem Qashqai. Man hat anfänglich nämlich Mühe, die Leistung zu dosieren. Wer das Gaspedal zu fest tritt, sprintet gleich mal mit einem Kavaliersstart davon. Wenn man leicht aufs Gaspedal tritt, benötigt der Motor nämlich eine kleine Gedenksekunde, bis er die Leistung aufbaut. Dadurch ist man versucht, fester aufs Pedal zu treten, wodurch dann zu viel Leistung geliefert wird. Hat man sich daran aber einmal gewöhnt, fährt es sich nicht nur sehr agil, sondern auch ruhig mit dem kompakten SUV von Nissan.

Ruft man die volle Leistung ab, wird man in 9,9 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 km/h beschleunigt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Von den Grundzügen her ist der Nissan Qashqai eher auf Komfort getrimmt, liegt aber dennoch sehr gut auf der Straße und vermittelt jederzeit einen beruhigenden Kontakt zur Fahrbahn. Er ist auch sehr wendig, und die Schaltvorgänge des 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebes können ebenfalls überzeugen. Wer möchte, kann den Schalthebel auch in eine manuelle Schaltgasse führen und die Gänge selbst via Vor- und Rückwärts-Tipp sortieren.

Überzeugt hat der Nissan Qashqai auch beim Verbrauch. Die vom Werk angegebenen 5,8 Liter pro 100 Kilometer waren ohne Verzicht auf Fahrspaß in greifbarer Nähe. Wir sind im Schnitt auf 6,6 Liter gekommen, was für einen Benziner dieser Klasse kein schlechter Wert ist.

Auch beim Thema Sicherheit bietet der Qashqai eine gute Basisausstattung als Tekna+. Mit an Bord sind ein intelligenter Einpark-Assistent, eine Müdigkeitswarnung, ein Spurhaltewarner, ein Querverkehrs-Warner und ein Totwinkel-Assistent. Zudem gibt es eine 360-Grad-Kamera, die beim Rangieren gute Dienste leistet, vor allem nachdem auf Parkplätzen die unnötige Verteilung großer Steine auf Stoßstangenhöhe immer moderner wird.

Mit dem neuen Motor hat Nissan den Qashqai auch für Benzin-Fans wieder sehr attraktiv gemacht. Das Aggregat kann mit seiner Agilität und dem dennoch niedrigen Verbrauch überzeugen. Zudem bietet der Qashqai eine wirklich gute Ausstattung, die im Falle der Top-Ausstattungslinie auch sehr luxuriös ist und kaum Wünsche unerfüllt lässt. Auf jeden Fall ist der Qashqai 1,3 DIG-T eine sehr gute Alternative zum Diesel und auch nach einigen Jahren im Programm noch ein interessanter Vertreter seiner Klasse.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, das Preis/Leistungsverhältnis, der Fahrkomfort, der spritzige Motor

Was uns nicht gefällt:

Das etwas kleine Kofferraumvolumen, die Gedenksekunde beim Anfahren

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, das Preis/Leistungsverhältnis, der Fahrkomfort, der spritzige Motor

Was uns nicht gefällt:

Das etwas kleine Kofferraumvolumen, die Gedenksekunde beim Anfahren

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 3
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1-