Nissan Qashqai+2 1.5 dCi Acenta - Testbericht

Mit 4,53 Meter Gesamtlänge zählt der SUV noch zu den kompakten Crossovern.

Der Auftrittsapplaus für den Nissan Qashqai war im Jänner 2007 freundlich. Das war mal ein Crossover , wie gemacht für die junge Familie, mit einem angenehmen Äußeren zu einem attraktiven Preis. Aber seit die verlängerte Version - der Nissan Qashqai+2 - auf dem Markt ist, hat die gelungene Mischung aus Personenwagen und Sports Utility Vehicle (SUV ) mehr dazugewonnen als eine dritte Sitzreihe .

Das Beste an den beiden zusätzlichen Sitzen in der dritten Reihe ist die Tatsache, dass man sie umklappen kann und damit einen wunderbar großen Kofferraum für die Reise mit der ganzen Familie erhält. Denn auch beim Qashqai ist es nicht anders als bei den anderen Crossover oder SUV: Der Platz hinten eignet sich nur für kleinere Passagiere und das besser nicht für lange Reisen. Nissan nennt 1,60 Meter Länge als Höchstmaß für die Hinterbänkler .

Die 21 Zentimeter zusätzliche Länge schaffen im +2 rund 140 Liter zusätzlichen Laderaum. Der wächst bei umgeklappter dritter Bank auf 550 Liter und lässt sich bis auf über 1500 Liter erweitern. Braucht man die dritte Sitzreihe, bleiben allerdings nur noch 130 Liter hinter der Rückenlehne. Die Zuladung beträgt knapp 450 Kilogramm . Da wird es mit sieben Personen sowieso eng bis zum maximal zulässigen Gesamtgewicht. Also eignen sich die Sitze sechs und sieben nur als Dreingabe für gelegentliche Personentransporte . Gut zu wissen, dass es sie gibt. Aber für das tagtägliche Miteinander zählt ein Vorteil dieses Qashqai wesentlich mehr: Die Mittelbank lässt sich im Verhältnis 60:40 geteilt um 24 Zentimeter verschieben

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der plus 2 nicht von seinem kleineren Pendant. In der Tat sind beide bis zu A-Säule gleich. Doch danach hat sich Nissans europäisches Designcenter eine passende Ergänzung ausgedacht. Der +2 wurde ein bisschen höher (drei Zentimeter), die Türen, die Seitenfenster und die Heckklappe wurden neu entwickelt. Das alles stört das Familienbild nicht.

Auch technisch sind die beiden Brüder identisch. Wir fuhren den Qashqai+ 2 mit dem kleinen Dieselmotor, den Qashqai+2 1.5 dCi in der mittleren Ausstattung "Acenta" mit Frontantrieb. Der 1,5-Liter-Vierzylinder Turbodiesel mit Direkteinspritzung leistet 78 kW / 105 PS und entwickelt sein maximales Drehmoment von 240 Newtonmeter bei 2000 Umdrehungen pro Minute. Damit kann der 1,5-Tonner keine Bäume ausreißen, beschleunigt aber immerhin in gut zwölf Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 170 km/h. Sein Durchschnittsverbrauch wird mit 5,2 Liter auf 100 km angegeben. Wir kamen in der Praxis mit weniger als sieben Liter Diesel aus.

Sein Innenraum gibt sich sportlich mit runden Instrumenten, runden Ausströmern für die Lüftung oder die Klimaanlage, einem recht kleinen Multifunktionslenkrad mit griffig-dickem Kranz, dem kurzen Knüppel der Sechs-Gang-Schaltung und gut konturierten Sitzen. Auch in der zweiten Reihe geht es komfortabler zu, als man es in dieser Klasse erwarten würde, besonders, wenn man die mittlere Lehne umklappt und so eine Mittelarmlehne mit Cupholdern freilegt. So wird auch die lange Reise mit vier Personen und viel Gepäck nicht zu einer Strapaze.

Trotz des längeren Radstands bleibt auch der +2 ein handliches Auto. Denn mit 4,53 Meter Gesamtlänge darf man ihn getrost noch zu den kompakten Crossover zählen, die einem auch in der Stadt keine Probleme bereiten. Als hilfreich erweist sich dabei auch die höhere Sitzposition , die den nötigen Überblick ermöglicht.

Insgesamt kann man dem Qashqai+2 bescheinigen, dass Nissan mit ihm ein rundum sympathisches und dank dem größeren Laderaum komplettes Familienfahrzeug gelungen ist. Schön, dass er mit den beiden zusätzlichen Sitzen gegenüber dem kleineren Bruder noch mehr an Flexibilität dazugewonnen hat.

auto-reporter

 

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