Nissan Qashqai N-Vision 1,6 dCi - Testbericht

Nissans Dauerbrenner Qashqai feiert seinen 10. Geburtstag. Natürlich nicht ohne uns. Wir nehmen das Geburtstagskind in diesem Test auf eine Ausfahrt mit!

Proper geschniegelt und geschnäuzt steht der Crossover, der schon fast Legendenstatus hat, vor uns, und nachdem ein runder Geburtstag etwas Besonderes ist, begleitet uns das Sondermodell N-VISION in der stärksten Dieselmotorisierung (130 PS) auf unserer Testfahrt.

Der Preis bei dieser Kombination beginnt bei 31.872,- Euro, die „kleinere“ Ausstattung N-Connecta startet bei 30.493,- Euro, wobei bei diesem dann das Interieur in „Leder & Alcantara Dark Comfort“ fehlt. Doch genau das ist es, was unserem Testfahrzeug seinen exklusiven Charme angedeihen lässt. Alcantara Sitzmittelbahnen mit Lederseitenwangen sowie ein schwarzer Dachhimmel lassen den Innenraum edel wirken.

Es war für die japanischen Ingenieure sicherlich eine Herausforderung, nach so vielen Jahren Erfolgsgeschichte ein neues Konzept zu entwickeln, ohne dass das „Gesicht“ des Fahrzeugs und somit sein Wiedererkennungseffekt verloren geht.

Also verfeinerte man das Außenbild dynamisch-kraftvoll ohne den typischen Qashqai-Charakter zu verlieren. Die Frontansicht mit dem markentypischen Design und Lichtsignatur wirkt stimmig. Sehr gut stehen unserem Geburtstagskind die 18-Zoll Felgen, die mit 215er-Reifen bestückt sind. Schwarze Stoßfänger bzw. Seitenschweller bilden einen schönen Kontrast zur perlmuttweißen Lackierung.

Serienmäßig stattet Nissan den Crossover bereits mit einer Vielzahl an Merkmalen aus, die den Rahmen des Berichtes sprengen würden. Daher sind an dieser Stelle nur die wesentlichsten Features genannt. Allen voran steht das Fahrerassistenz-Paket „Visia“, welches unter anderem neben einem Spurhalte- und Notbremsassistenten eine Verkehrszeichenerkennung sowie einen abblendenden Innenspiegel besitzt.

Hinzu kommen weiters noch automatisch einklappende Außenspiegel und der Intelligent Key, der einen schlüssellosen Zutritt zum Fahrzeug, aber auch das Starten per Knopfdruck ermöglicht. Neugierige Blicke von außen werden durch die verdunkelten Seitenscheiben bzw. Heckscheibe ab der B-Säule eingeschränkt.

Der Qashqai ist aufgrund seiner SUV-Bauweise nicht der Übersichtlichste. Durch den 360° Around View-Monitor mit akustischen Parksensoren kann man jedoch den Nissan gut durch enge Gassen und in ebensolche Parkplätze pilotieren.

Angezeigt werden die Kamerabilder im 7 Zoll-Farbdisplay, welches von der Multimediaanlage und dem Navigationssystem ebenfalls genutzt wird. DAB-Radio und Smartphone-Anbindung gehören dabei selbstverständlich dazu. Die Steuerung erfolgt entweder via Display oder über das Lenkrad. Zusätzlich gibt es ein Fahrerinformationssystem, welches in Farbe zwischen den Armaturen eingebettet, alle wichtigen Infos bereithält. Damit ist der Blick stärker auf die Straße fokussiert.

Komfortabel gepolsterte Sitze vorne wie hinten machen das Fahren mit dem Japaner sehr angenehm. Der Fahrersitz lässt sich elektrisch verstellen und besitzt auch eine Lordosestütze. Außerdem sind beide Vordersitze zweistufig beheizbar.

Die japanische Optionsliste ist mit zwei Seiten gut überschaubar, was die Entscheidung deutlich einfacher macht. Besonders für die vielseitige Nutzbarkeit gibt es eine große Zahl an Matten und Schutzvorrichtungen, damit das Auto bei unterschiedlichsten Einsatzzwecken lange kratz- bzw. beschädigungsfrei bleibt.

Optional fanden wir bei unserem Testfahrzeug neben der Perlmuttlackierung auch das Design-Paket I mit silberner Dachreling und Panorama-Glasdach, das fast Cabrio-Feeling aufkommen lässt. Zusammen mit einem Sports Pack samt Alupedalen, Einstiegsleisten und Ladekantenschutz belaufen sich die Kosten für unser Testfahrzeug auf 33.615,- Euro.

Doch der Preis ist in Anbetracht der gebotenen Ausstattung durchaus angemessen. Die Verarbeitungsqualität des Interieurs wirkt durch die Ledernähte, die silberfarbenen Akzente rund um die Lüftungsausströmer und Klavierlackapplikationen sehr hochwertig. Nichts knarrt oder eckt. Zahlreiche gut durchdachte Ablagen lassen uns Kleinigkeiten rasch verstauen.

Über Kopf- und Beinfreiheit freut man sich an allen Plätzen. Im Fond haben durchaus drei Personen zum Mitfahren Platz. Sein Kofferraum bietet mit 430 Litern nicht nur genügend Raum, den man dank der zweigeteilten Bodenplatte flexibel ein- und aufteilen kann. Unter der Klappe findet auch die Laderaumabdeckung Platz, die oft beim spontanen Beladen im Weg ist. Insgesamt bietet der Crossover 1.585 Liter Kapazität für Beruf oder Freizeitaktivitäten.

Wirklich begeistern konnte uns der neue Qashqai durch sein absolut stimmiges Fahrgefühl. Die Kraft des 1,6 Liter-Diesels entfaltet sich über das gesamte Drehzahlband homogen. Mit seinen 130 PS ist diese Version der stärkste Selbstzünder, den es für diesen Nissan gibt, doch im Alltag erscheint er uns sogar stärker. 320 Nm maximales Drehmoment, die der Japaner bereits bei 1.750 Umdrehungen liefert, sind auf jeden Fall eine gute Ansage.

Sein spontanes Ansprechverhalten lässt den Crossover von 0 auf 100 km/h in 9,9 Sekunden sprinten. Dabei haben die japanischen Ingenieure das 6-Gang-Schaltgetriebe derart gut abgestimmt, dass zu den „Schlüsselgeschwindigkeiten“ 50, 80, 100 und 130 km/h die Drehzahl niedrig bleibt, was das Klangerlebnis des Motors dezent im Hintergrund hält. So macht Reisen Spaß!

Windgeräusche sind besonders beim Autobahnfahren bemerkbar, jedoch nicht störend. Bei 190 km/h erreicht der Qashqai seine Höchstgeschwindigkeit. Obwohl das Fahren mit ihm auf den Autobahnen recht angenehmist, fährt man ihn aufgrund seiner komfortablen Federung auch gern in städtischen Gefilden.

Der neue Nissan wurde mit einer Chassis Control Technologie (CCT) ausgestattet, welche sich positiv auf sein Handling auswirkt. Diese inkludiert eine aktive Spurkontrolle sowie eine aktive Fahrkomfortregelung. Seine Lenkung empfinden wir als angenehm leichtgängig und relativ direkt.

Überrascht waren wir besonders über den Durst des Nissan. Nur weil man schon den 10. Geburtstag feiert, muss man sich schließlich nicht hoffnungslos an der Zapfsäule niederfüllen. Zwar besitzt unser Testwagen einen Tankinhalt von 55 Litern, jedoch kommt man damit recht lange aus.

Laut Werk liegt der kombinierte Verbrauch bei 4,6 Litern, in der Stadt bei 5,2 Litern. Während unserer Testfahrt zeigte der Bordcomputer Werte um 5,5 Liter an. Wobei wir es während eines langen Tempo 80-Bereichs sogar auf 4,6 Liter gebracht haben. In der Stadt genehmigte sich unser Geburtstagskind dann doch ein Schlückchen mehr, aber bei 6,0 Litern wollen wir nicht kleinlich sein.

Unser Fazit stellt dem Quashqai ein sehr gutes Zeugnis aus. Nissan hat in den 10 Jahren doch einiges weitergebracht, was zum großen Erfolg beiträgt. Besonders die Motorperformance kombiniert mit dem sparsamen Verbrauch und einem gut gelungenen Interieur machen den Crossover zu einem Fixstarter auf unseren Straßen.

Was uns gefällt:

Motorperformance, „Leder & Alcantara Dark Comfort“-Interieur, Verbrauch

Was uns nicht gefällt:

Ohne Kameras recht unübersichtlich

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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