Nissan X-Trail 2.0 dCi Automatik - Testbericht

Bereit für das Abenteuer Familie? Auf jeden Fall bereit für das Abenteuer Weihnachtszeit! Wie uns der neue X-Trail ruhig durch die hektischste Zeit des Jahres bringt, lesen Sie hier.

Überall tönt es aus den Lautsprechern. Weihnachten naht! Hurra, die Zeit der Weihnachtsbeleuchtung, der Christkindlmärkte und der leuchtenden Kinderaugen. Von der glühenden Kreditkarte ganz zu schweigen. Um zu dieser Zeit des Jahres fortbewegungstechnisch perfekt gerüstet zu sein, holten wir uns den neuen Nissan X-Trail in die Garage. In der Tekna-Variante und der Top-Dieselmotorisierung mit Automatik dürfte es uns an nichts mangeln, was wir uns an Fahrkomfort wünschen.

Preislich startet der neue X-Trail ab der Basisausstattung nur unwesentlich teurer als der Vorgänger. Trotzdem braucht das Christkind bei diesem Modell 49.199 Euro. Für die fesche Pearl-Lackierung in Orange kommen dann noch 736 Euro hinzu. So kostet der neue Schlitten wie er vor uns steht 49.935 Euro. Ob da noch jedes Familiengeldbörserl mitspielt? Aber Nissan setzt alles daran, dem Kunden den bestmöglichen Komfort in schmuckem Design zu bieten. Erst einmal in dem knapp 4,70 m langen Gefährt Platz genommen, fühlt man sich sofort wohl. Die beiden Vordersitze aus Leder lassen sich elektrisch verstellen, der Fahrersitz verfügt zusätzlich über eine Lordosenstütze. Man sitzt angenehm weich und hat einen angemessenen Seitenhalt.

Besonders gut gelungen finden wir das schwarze Interieur in Leder bzw. Lederoptik gehalten mit doppeltgesteppten Ziernähten. Ein neues, unten abgeflachtes Lenkrad besitzt alle notwendigen Bedienelemente zur Steuerung des Bordcomputers, der Multimediaanlage und des Tempomaten bzw. Limiters. Die Handhabung erfolgt unkompliziert und intuitiv. Ebenso die Bedienung der Multimediaanlage mit Navi, die den zentralen Blickfang der Mittelkonsole darstellt. Für die rascheste Verbindung von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt kann das Navi auch per Sprache programmiert werden. Es bietet bei Bedarf Alternativrouten an, wenn sich ein Stau auf der Strecke abzeichnet.

Der 7-Zoll Touchscreen ist ebenfalls gut erreichbar. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man den X-Trail nicht selbst in eine Parklücke pilotieren will, sondern den intelligenten Einparkassistent das Ganze übernehmen lässt. Hier kann besonders die Stadttauglichkeit des Systems hervorgehoben werden, da es sehr rasch und fast unmittelbar die Messung der Lücke vornimmt. Somit erspart man sich das zuweit nach vorne Fahren und minimiert das Risiko, dass nachfolgende Fahrzeuge zu knapp nachfahren. Aktiviert wird dieser Assistent über die 360°-Kameraanzeige am Touchscreen.

Zum Nissan Safety Shield für 360° Sicherheit, das bei der Tekna-Ausstattung ebenfalls serienmäßig ist, gehören darüber hinaus noch ein Querverkehrswarner - falls andere Weihnachtseinkäufer plötzlich den Weg beim Ausparken kreuzen - und ein Totwinkelassistent, damit man beim Spurwechsel niemanden übersieht. Letzterer ist wirklich empfehlenswert, da der X-Trail aufgrund seiner höheren Bauweise und dem dynamischeren Design doch nicht gerade übersichtlich ist. Nun sollte eigentlich wirklich nichts schief gehen.

Sollten die Weihnachtseinkäufe oder die Weihnachtsfeier länger dauern als geplant, so warnt der Nissan vor dem Risiko des Minutenschlafes mittels der intelligenten Müdigkeitserkennung. Die Gefahr im neuen X-Trail wirklich müde zu werden, reduziert zusätzlich die Premium BOSE Soundanlage, die mit acht Lautsprechern unsere Lieblingsmusik richtig in Szene setzt. Passend für den Winter gibt es nicht nur beheizbare Vordersitze vorne, sondern auch in der zweiten Reihe. Damit wären wir beim Kernpunkt von großen Crossovern angelangt, der Ladekapazität.

Nahezu ausgezeichnet gerüstet ist der Nissan für die wirklich großen Shoppingtouren. Er reagiert flexibel auf den augenblicklichen Bedarf. Personen oder Gepäck? Oder beides? Dank der cleveren Rücksitzbank ist beides möglich, da sich die hintere Sitzreihe verschieben lässt und auf diese Weise noch mehr Beinfreiheit oder Ladekapazität bietet. Von 550 bis zu 1.982 Liter passen in den Nissan. Ebenso praktisch beim Verladen, aber auch beim Ein- und Aussteigen, sind die bis zu 77° aufschwingenden Türen und die elektrische Heckklappe. Wer nach dem Ausflug auch ein wenig entspannen möchte, findet im Fond des X-Trail alles dafür vorbereitet. In der Neigung verstellbare Lehnen machen das Mitfahren deutlich komfortabler. Mit dem Panoramaglasdach bleibt einem der Blick auf die Sterne nicht verborgen.

Laut unserem Zulassungsschein hat der X-Trail mit 1.703 kg Eigengewicht doch einiges an Muskelmasse an sich. Aber zum Erreichen der 2.240 kg Gesamtgewicht darf man schon das eine oder andere Kekserl naschen und auch bei den Geschenken die Ladekapazität nutzen. Immerhin ziehen 177 kraftvolle Rösser den Zweiliter-Selbstzünder. Diese legen sich auf Kommando rasch ins Zeug und verleihen somit unserem Weihnachtsschlitten eine doch fast ungeahnte Leichtfüßigkeit, was spontane Überholmanöver angenehm macht. Das CVT-Getriebe, bei Nissan Xtronic genannt, arbeitet sehr präzise und nahezu unmerklich. Die perfekte Balance von Motor und Getriebe ermöglicht ein Drehmoment von 320 Nm bereits ab 2.000 Umdrehungen. Wenn es drauf ankommt, sprintet der X-Trail in 10 Sekunden auf 100 km/h. Damit gewinnen wir vielleicht kein Ampelrennen, aber das ist auch nicht im Sinne des Konzeptes. 196 km/h gibt Nissan als Höchstgeschwindigkeit für den X-Trail an.

Dank des intelligenten Allradantriebs mit dem unser Testfahrzeug ausgestattet ist und der per Drehknopf auswählbar ist, hätte das Christkind sogar den Christbaum querfeldein aus dem Wald holen können, doch so etwas wollten wir bei aller kitschigen Idylle weder uns noch dem Fahrzeug antun. Praktisch für den Transport des weihnachtlichen Gemüses wäre jedoch der komplett umklappbare Mittelsitz im Fond, der zur Durchreiche umfunktioniert werden kann.

Die Zugpferde unseres Schlittens waren nicht ungebührend durstig. Werte um die acht Liter Verbrauch am Bordcomputer finden wir in Anbetracht der gebotenen Leistung und des Gewichtes in Ordnung. Lenkung und Fahrwerk passen ebenfalls sehr gut zum SUV. Das eher komfortabel ausgelegte Fahrwerk schluckt Bodenunebenheiten perfekt. Dank der eher leichtgängigen Lenkung lässt sich der Japaner einfach rangieren, ohne dass es bei hohen Geschwindigkeiten unangenehm wird.

Der neue X-Trail eignet sich nicht nur hervorragend für die Weihnachtszeit, sondern für alle Aktivitäten, die Platz und Laderaum benötigen. Wer gerne Automatik fährt, gelegentlich einen Allrad benötigt und dank eines kraftvollen Motors gut vorankommen möchte, sollte einen genaueren Blick auf den Nissan SUV werfen. Uns hat er auf jeden Fall gefallen.

Was uns gefällt:

Motorisierung, Innenraumdesign, variable Lademöglichkeiten

Was uns nicht gefällt:

Ohne Assistenzsysteme unübersichtlich

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 3 (ohne 360° Kamera)