Nissan X-Trail 1.6 dCi Allrad - Testbericht

Der große Bruder des Qashqai bietet bis zu sieben Personen Platz. Wir haben getestet, welche Vorzüge der neue X-Trail sonst noch bietet.

Mit dem neuen X-Trail ersetzt Nissan gleich zwei Modellreihen, nämlich den alten X-Trail und den Qashqai +2. Auch optisch geht Nissan neue Wege, das kantige Design des Vorgängers ist einer dynamischen Linienführung gewichen. Von vorne erkennt man die Verwandtschaft zum Qashqai sehr deutlich, das Heck zeigt sich aber sehr eigenständig und wirkt noch harmonischer als beim kleinen Bruder. Trotz sportlicherem Design soll der neue X-Trail mehr Platz für Passagiere und Gepäck bieten und über noch bessere Offroad-Eigenschaften verfügen.

Für unseren Test haben wir daher den X-Trail mit Allradantrieb und der Top-Ausstattungslinie Tekna gewählt. Mit einem Preis von 40.463 Euro ist der X-Trail auf den ersten Blick nicht sehr günstig, jedoch bietet er eine so komplette Ausstattung, dass sich der Preis schnell wieder relativiert. An Bord sind unter anderem schon das Fahrerassistenz-Paket inkl. Notbrems-Assistent, Einparkhilfe vorne und hinten, ein Panoramaglasschiebedach, 19"-Leichtmetallfelgen, eine elektrische Heckklappe, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Voll-LED-Scheinwerfer, Ledersitze, Sitzheizung vorne, ein Audiosystem mit 6 Lautsprechern, eine 2-Zonen-Klimaautomatik und vieles mehr.

Optional hatten wir dann noch eine 3. Sitzreihe, das Nissan Connect Navigationssystem mit Around View Monitor und eine Metallic-Lackierung mit an Bord. Der Gesamtpreis liegt damit bei 43.870 Euro.

Der Innenraum präsentiert sich um diesen Preis dann auch sehr hochwertig und kann mit Dekoreinlagen in Carbon- und Klavierlackoptik einen sportlich-luxuriösen Touch vermitteln. Das Armaturendesign ist aus dem Qashqai bekannt und kann durch ein hohes Maß an Übersichtlichkeit überzeugen. Auch die Darstellung aller Anzeigen wirkt sehr modern, und man kann sich bei allen Funktionen schnell zurecht finden.

Überzeugen kann auch der 7"-Touchscreen, welcher das Navi, das Radio und den Around View Monitor beheimatet. Die Zielführung des Navigationsgeräts ist dabei ebenso gut wie die Kartendarstellung. Viele praktische Ablagen im Innenraum und intelligente Details, wie etwa eine eigene Lüftungsdüse für den Getränkehalter zwischen den Vordersitzen, die im Sommer für kühle Getränke sorgt, können zusätzlich überzeugen.

Überaus großzügig zeigt sich der X-Trail auch beim Platzangebot. Selbst wenn in der ersten Reihe große Personen sitzen, hat man in der zweiten Reihe noch fürstliche Platzverhältnisse. Die 3. Sitzreihe bietet immer noch genug Platz für Kinder oder Erwachsene auf kurzen Strecken. Wer nicht unbedingt sieben Personen transportieren muss, sollte auf diese Option aber verzichten. Das Kofferraumvolumen schrumpft dann nämlich von 550 auf 445 Liter, bzw. bei umgeklappter 2. Rückbank von 1.982 auf 1.877 Liter.

Bei der Motorisierung lässt Nissan den X-Trail-Kunden keine Wahl, der SUV ist ausschließlich mit dem 1,6 Liter-Dieselmotor mit einer Leistung von 130 PS (96 kW) erhältlich. Das Aggregat passt aber ausgezeichnet zu dem Offroader und ermöglicht wirklich gute Fahrleistungen. Sein maximales Drehmoment von 320 Nm liefert der Motor schon bei 1.750 U/Min.

Gleich nach dem Start ist ein kleines Turboloch zu überwinden, dann bietet der Motor aber viel Schubkraft und sorgt für sehr spritzige Fahrleistungen. In 11 Sekunden erreicht man aus dem Stand heraus Tempo 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 186 km/h. Der Motor verrichtet seine Arbeit stets sehr leise und laufruhig, wobei auch die Geräuschdämmung überzeugen kann, die kaum Störgeräusche in den Innenraum vordringen lässt.

Zur großen Überraschung ist das butterweich zu schaltende manuelle 6-Gang-Getriebe sehr lang übersetzt. Der höchste Gang wird erst bei rund 100 km/h von der Schaltempfehlungsanzeige eingemahnt. Umso mehr überrascht es dann, dass man dennoch nach einer 100 km/h-Beschränkung auf der Autobahn ohne Zurückschalten sehr dynamisch auf 130 km/h weiter beschleunigen kann. Der Motor bietet auch hier noch viel Schubkraft und erlaubt somit ein sehr schaltfaules Fahren.

Überhaupt ist der X-Trail sehr auf Komfort ausgelegt, Fahrwerk und Federung bügeln Bodenunebenheiten perfekt weg. Dennoch liegt der große Nissan richtig gut auf der Straße, und die Wankneigung in flott gefahrenen Kurven hält sich in engen Grenzen. Dank dem Allradantrieb ist der Nissan auch bei tief winterlichen Bedingungen ein idealer Begleiter. Der Allradantrieb lässt sich via Drehrad in der Mittelkonsole zuschalten und kann auch permanent gewählt werden.

Wir haben in unserem Test festgestellt, dass der Allradantrieb kaum eine Auswirkung auf den Verbrauch hat. Im 2WD-Modus haben wir auf 100 Kilometer rund 6,2 Liter verbraucht, im 4WD-Modus waren es 6,4 Liter. Laut Werk sollte sich der X-Trail mit 5,3 Liter begnügen, was mit einem zarten Gasfuß durchaus möglich ist. Doch auch mit den von uns ermittelten Werten kann man durchaus zufrieden sein.

Der gute Eindruck des X-Trail wird zudem durch ein umfassendes Sicherheitspaket positiv abgerundet. Ein Highlight ist auch der Around View Monitor mit 360 Grad Rundumsicht, der vor allem das Rangieren in enger Umgebung sehr erleichtert und ein millimetergenaues Einparken ermöglicht.

In unserem Test konnte der Nissan auf jeden Fall in jeder Hinsicht überzeugen. Er bietet eine sehr gute Ausstattung, viel Platz und ein hohes Maß an Fahrkomfort. Der Motor ist sehr kräftig und ermöglicht viel Fahrspaß, bleibt aber dennoch angenehm sparsam im Verbrauch. Mit dem X-Trail hat Nissan auf jeden Fall einen Volltreffer gelandet, was auch die langen Wartezeiten beim Kauf belegen.

Was uns gefällt:

die Ausstattung, der Fahrkomfort, das Design, das Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

dass durch die 3. Sitzreihe das Kofferraumvolumen etwas eingeschränkt wird

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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