Nissan X-Trail : Fahrbericht

Äußerlich kaum ein Unterschied - doch der erste Eindruck täuscht

Wer den Nissan X-Trail nur vom flüchtigen Vorbeifahren kennt, wird bei der neuen Modellgeneration äußerlich kaum Unterschiede bemerken. Der Eindruck täuscht: Zwar sieht der Neue seinem Vorgänger äußerlich - und das ist auch so gewollt - ähnlich, doch die Karosserieunterschiede sind tatsächlich größer als es auf den ersten Blick scheint.

Trotz neuer Scheinwerfer bleibt der X-Trail von vorne als solcher zu erkennen. Dass er über eine komplett neue Karosserie und ein neues Chassis verfügt, wird am ehesten an der mächtigeren D-Säule deutlich. In der Länge ist Nissans Erfolgsmodelle gleich um 17,5 Zentimeter gewachsen , der Radstand wuchs leicht um fünf Millimeter , die Höhe um einen Zentimeter und die Breite um zwei Zentimeter.

Der Ende Juni auf den Markt gekommene X-Trail der zweiten Generation tritt etwas markanter auf, ohne die Sachlichkeit des Ur-Modells aufzugeben. Nach wie vor bestimmt die Zweckmäßigkeit die Form. Nicht nur äußerlich hat das Modell zugelegt, das sich die Plattform jetzt mit dem Qashqai teilt. Das Interieur wurde durch neue Materialqualität und verbesserte Ausstattung erheblich aufgewertet. Der Innenraum verbreitet auf Anhieb eine angenehme Atmosphäre. Die Instrumententafel wanderte von der Mitte zurück zum Fahrer. Positiv fällt das kleine Display zwischen Drehzahlmesser und Tachometer auf, das alle wichtigen Informationen übersichtlich bündelt und nicht mit Daten überfrachtet ist. Durch die Umstellung können das Audiosystem sowie der Bildschirm für das optionale Navigationssystem und die Rückfahrkamera wieder weiter oben in der Mittelkonsole platziert werden.

Serienmäßig verfügt der Nissan X-Trail über viele Ablage-möglichkeiten . Die Fondspassagiere sitzen etwas höher und können für mehr Komfort die Neigung der Sitzlehnen in verschiedenen Stufen um bis zu zwölf Grad verstellen. Die Beinfreiheit ist nicht üppig, aber ausreichend.

Die Transportqualitäten des Nissan sind durch den Längen- und Breitenzuwachs gestiegen. Der Kofferraum wuchs um stolze 70 Liter auf 479 Liter . Ohne den durchdachten Zwischenboden mit Staufach und separatem Schubladenelement sind es sogar 603 Liter und bei umgelegten Sitzen 1.773 Liter . Ein spezieller Gelenkmechanismus sorgt dafür, dass die Sitzflächen der Rückbank beim Umklappen so weit wie möglich an die Lehnen der Vordersitze reichen und der Platz optimal ausgenutzt wird. Der Kofferraumboden ist praxisgerecht gummiert ausgelegt und verzeiht gröberen Schmutz.

Angeboten werden zwei Diesel- und zwei Benzinmotoren sowie drei Ausstattungsvarianten . Bei den Antriebsaggregaten setzte Nissan bis auf eine Ausnahme auf Neukonstruktionen. Entschieden sich bereits beim Vorgänger 80 Prozent der Käufer für einen Selbstzünderunter der Haube, so rechnet Nissan damit, dass der Dieselanteil beim neuen Modell rund 87 Prozent betragen wird. Diesem Trend wird mit einem neuen Turbodiesel Rechnung getragen, den es mit 110 kW / 150 PS und 127 kW / 173 PS gibt. Er verfügt über ein Drehmoment von 320 bzw. 360 Newtonmeter und hat einen Partikelfilter . Der gemeinsam mit Renault entwickelte 2.0 dCI-Motor soll je nach Leistungsstufe im Schnitt 7,1 bis 7,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.

Für den etwas schwächeren Motor bietet Nissan alternativ eine 6-Gang-Automatik mit manuellem Modus an. Damit läuft der X-Trail ein wenig rauer als die leistungsstärkere Version mit Schaltgetriebe, die sich akustisch vornehm zurückhält und auch sonst keine Wünsche offen lässt. Ab 2.000 U/min zieht der Wagen mächtig vorwärts, legt den Spurt von 0 auf 100 km/h in zehn Sekunden zurück und ist bis zu 200 km/h schnell . Der kleinere Diesel ist mit 188 km/h Endgeschwindigkeit kaum langsamer. Die elektrische Servolenkung spricht erfreulich direkt und zielgenau an. Das Handschaltgetriebe arbeitet ebenfalls exakt.

Beim Benziner bietet Nissan die Wahl zwischen einem ebenfalls komplett neu entwickelten 2,0-Liter mit 104 kW / 141 PS und dem modifizierten 2,5-Liter-Vierzylinder mit 124 kW / 169 PS . Letzterer kann auf Wunsch mit der stufenlosen Automatik M-CVT bestellt werden, die über die Möglichkeit einer manuellen Drehzahlvorwahl verfügt. Mit 9,3 Liter Durchschnittsverbrauch verlangt die Automatikversion nach Angaben von Nissan 0,3 Liter weniger auf 100 Kilometer als das handgeschaltete Modell.

Allen X-Trail gemeinsam sind sechs Airbags , ESP und der Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung . Für den Geländeeinsatz kann die automatische Steuerung blockiert werden und das Drehmoment je zur Hälfte auf Vorder- und Hinterachse gelegt werden. Ebenso kann vom Allrad- auf reinen Frontantrieb gewechselt werden. Ab Basisversion sind Klimaautomatik, Tempomat und Berganfahrhilfe sowie Bluetooth-Einrichtung und ein CD-Radio serienmäßig an Bord. Die höherwertigen SE- und LE-Modelle rollen auf 17- statt 16-Zoll-Rädern und haben zusätzlich unter anderem Nebelscheinwerfer, Regensensor, verstellbares Lederlenkrad und sechs statt vier Lautsprecher. Der LE hat außerdem serienmäßig ein großflächiges Glas-Hub-Panorama-Dach , das weit nach hinten reicht und optional auch für den SE zu haben ist.

Wert legt Nissan darauf, dass trotz des höheren Komforts, die Geländeeigenschaften des X-Trail nicht zu kurz kommen. Mit Ausnahme des XE-Benziners ist nicht nur die Berganfahrhilfe, sondern auch ein Bergab-Assistent für steile Gefällestrecken an Bord.

Der günstigste Diesel steht mit 30.475 Euro in der Preisliste . Der Einstieg in die X-Trail-Welt beginnt mit 28.475 Euro für den 2.0-Liter-Benziner, den es allerdings nur in der Basisversion gibt. Auch die Preise für die übrigen Modelle sind angesichts des Gebotenen recht moderat. Man muss kein Prophet sein, um den neuen X-Trail einen mindestens genauso großen Erfolg wie der ersten Generation vorauszusagen.

auto-reporter

 

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