Opel Insignia by Bitter: Black Widow II - Testbericht

Der Bitter Black Widow II ist das Topmodell der "Insignia by BITTER"-Kleinserie, die seit 2010 entstanden ist. Im Test zeigt das Einzelstück, was es kann.

Erich Bitter ist vielen Motorsport- und Autofreunden bekannt, bis Ende der 1960er-Jahre war er im Motorsport aktiv und für den Aufbau von Autos für den Motorsport bekannt. Sein berühmtestes Auto war sicher der Opel Rekord C Tourenwagen, der wegen seiner schwarzen Lackierung den Spitznamen "Schwarze Witwe" erhalten hat. Mit dem Ende seiner Rennsportkarriere widmete er sich dann seinem Autohandel.

Nachdem in den 1970er-Jahren immer mehr kleine Fabriken geschlossenen wurden und so die Vielfalt an schönen Autos verloren zu gehen drohte, machte sich Erich Bitter daran, eigene Autos zu entwickeln und robuste und zuverlässige Technik von Opel mit einem schnittigen Design und hochexklusiven Materialien zu versehen.

Das erste Modell war der Bitter CD, der 1974 auf den Markt kam und unter dessen schnittigem Coupé-Kleid die Technik des Opel Diplomat steckte. Der 5,4 Liter V8 Motor sorgte für Spitzen-Fahrleistungen, und es wurden 395 Stück gebaut.

Noch erfolgreicher wurde der 1981 präsentierte Bitter SC, der auf dem Opel Senator A basierte und als Coupé, Cabrio und Limousine erhältlich war. Bis 1989 liefen 488 Exemplare vom Karosseriewerk Maggiora Turin und später Steyr Daimler Puch in Graz.

Danach wurde es still um Erich Bitter, der feststellen musste, dass die Entwicklung von Autos für eine Kleinserie sehr teuer und schwierig geworden ist. Doch der nimmermüde Erich Bitter ließ nicht locker und präsentierte 2010 den "Insignia by BITTER", eine exklusivere Version des Opel Insignia.

Im Jänner 2012 Stand mit der Produktionsnummer 17 das letzte Modell der Reihe auf der Vienna Auto Show im Mittelpunkt des Opelstands. Das Einzelstück auf Basis des Opel Insignia OPC wurde ganz im Stil der legendären Schwarzen Witwe gestaltet und als Bitter Black Widow II präsentiert.

Erich Bitter zeigt mit der neuen Schwarzen Witwe, dass es auch heute noch möglich ist, ein ohnedies schon hochwertiges Auto noch exklusiver zu gestalten. In feinster Handarbeit wurde aus dem Serien-Insignia OPC ein Einzelstück mit ganz eigenem Charakter.

Auch wenn die Leuchteinheiten und natürlich die Karosserielinie eindeutig als Opel zu erkennen sind, präsentiert sich der 5-türige Insignia OPC im Bitter-Lock sehr eigenständig. Neben der Tieferlegung, die dem Auto noch mehr Dynamik verleiht, besticht der exklusive Bitter vor allem mit einer sehr markanten Änderung der Frontpartie inkl. großem Kühlergrill in feinmaschigem Alu-Look und großem "BITTER"-Logo.

Auch das Heck wurde leicht modifiziert und zeigt ebenfalls stolz das "BITTER"-Logo. Lediglich am OPC-Schriftzug und dem Opel-Logo in den 20"-Leichtmetallfelgen erkennt man, dass es sich um einen Opel handelt.

Gelbe Zierstreifen am Felgenrand und der in Gelb gehaltene Schriftzug "Erich Bitter Black Widow II" an den vorderen Türen setzen gekonnte Akzente beim Außendesign. Den größten Unterschied zum Serienmodell merkt man aber im äußerst exklusiven Innenraum, der nur mit den feinsten Materialien ausstaffiert wurde.

Die Volllederausstattung Wasserbüffel schwarz mit Sitzmittelteilen in Rautensteppung und gelb abgesetzten Hauptnähten versprüht ein äußert luxuriöses Flair. Hinzu gesellen sich feine Alcantara-Stoffe auf der Oberseite der Armaturentafel mit ebenfalls gelben Kontrastnähten. Auch der Fahrzeughimmel ist mit Alcantara verkleidet, und das Lenkrad bietet einen wunderbaren Mix aus Wasserbüffelleder- und Alcantara-Bezug.

Selbst die Fußmatten aus schwarzem Velours mit Einfassung und Signatur "Erich Bitter" zeigen, dass sich der Meister bis ins kleinste Detail Gedanken bei der Gestaltung gemacht hat.

Zum Listenpreis des 5-türigen Opel Insignia OPC mit 6-Stufen-Automatik von 57.950 Euro gesellen sich dann nochmals 24.900 Euro für die Zutaten von Bitter hinzu. Um 82.850 Euro hat man dann aber ein Einzelstück in der Garage, dessen Exklusivität weit teurere Autos schlägt.

Hervorragend zur Auslegung des Bitter Black Widow II passt der 325 PS (239 kW) starke 2,8 Liter 6-Zylinder Turbomotor, der dank Allradantrieb die Kraft souverän auf die Straße bringt und für jede Menge Fahrspaß sorgt.

In nur 6,3 Sekunden sprintet die Schwarze Witwe II von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 250 km/h schnell. Das perfekte Handling vermittelt viel Fahrspaß und zeigt, dass der Bitter nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch zum Fahren gemacht wurde.

Die Federung ist dabei nicht zu hart geraten und bietet dem exklusiven Ambiente entsprechend auch viel Komfort.

Sehr angenehm sind auch die feinen Sportledersitze, die perfekten Halt geben und auch auf Langstrecken äußerst bequem sind.

Das Platzangebot entspricht jenem des Insignia OPC und ist somit mehr als ausreichend. Mit 530 Liter Fassungsvermögen kann sich auch der Kofferraum sehen lassen, der ebenfalls mit feinstem Stoff ausgekleidet wurde.

Trotz des Umbaus und der damit veränderten Aerodynamik bleibt der Verbrauch im Rahmen des Serienfahrzeugs. Die vom Werk angegebenen 10,7 Liter sind ohnedies nur mit Spaßverzicht erreichbar, im Test hat sich der Bitter Black Widow II mit 11,4 Liter Superbenzin begnügt, was aber ohnedies kaum von Interesse sein dürfte. Wer sich ein solches Einzelstück leisten möchte, wird sich nicht am Verbrauch stoßen.

Die Neuauflage der Schwarzen Witwe kann auf jeden Fall überzeugen und zeigt, dass auch heute noch Individualität bei einem für die breite Masse gefertigten Auto möglich ist.

Der Bitter Black Widow II verbindet perfekt zuverlässige Großserientechnik mit der Exklusivität handgefertigter Automobile. Sein einzigartiges Ambiente im Innenraum und die hervorragenden Fahrleistungen machen ihn zu einem wahren Meisterstück.

Schade, dass das Auto immer mehr zur Massenware verkommen ist und kaum noch Platz für solche Individualisten bleibt. Unser Straßenbild wäre auf jeden Fall bereichert, wenn es mehr Leute vom Schlage eines Erich Bitter geben würde, die Großserienautos einen individuellen Touch verleihen.

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