Opel Antara 2.0 CDTI Cosmo im Test

Mehr als ein Frontera-Nachfolger

Auch wenn der Opel Antara eine gemeinsame Entwicklung von General Motors mit Chevrolet ist, sind die Unterscheide zum koreanischen Schwestermodell Captiva auch äußerlich größer als der erste flüchtige Blick vermuten lässt. Lediglich A-Säule und Frontscheibe teilen sich die beiden Modelle. Innen unterscheiden sich die SUV -Geschwister noch markanter. Der Opel wirkt deutlich höherwertiger und stellt damit seine Eigenständigkeit unter Beweis. Der Antara will kein Nachfolger des ehemaligen Opel-Geländewagens Frontera sein, sondern als modernes Lifestyle-Fahrzeug überzeugen.

Das Interieur mit Applikationen im Alu- und Holzlook haben die Rüsselsheimer ansprechend gestaltet, wobei die Türgriffe, die unteren Lenkradspeichen und der ungewöhnliche Handbremshebel formal das gleiche Motiv in leichten Variationen aufgriffen. Analog zur Handbremse findet sich auf der Beifahrerseite ein Haltegriff für den Ausflug ins Gelände . Der braune Farbton der Ledersitze in der Topausstattung Cosmo ist allerdings eine echte Geschmacksfrage.

Die hohe Gürtellinie schränkt die Sicht beim Parken an der Borsteinkante zwar etwas ein, verleiht dem kompakten Opel aber optisch eine gewisse Größe. Vorne und hinten prägt ein angedeuteter Unterfahrschutz den Antara-Auftritt, seitlich eine vertikale Luftauslassattrappe an den vorderen Kotflügeln. Etwas billig und an die koreanische Verwandtschaft des Antara erinnern die wackeligen Plastiktürgriffe .

Ab etwa 1.800 Umdrehungen begeistert der 150 PS starke Zwei-Liter-Diesel in den unteren Gängen mit ordentlich Schub. Die Gänge 4 und 5 lassen hingegen etwas Durchzugkraft vermissen, was den Opel aber nicht davon abhält bei Höchstgeschwindigkeit im obersten Gang in den roten Bereich des Drehzahlmessers zu laufen. Nicht nur aus diesem Grund täte dem Antara ein sechster Gang gut, denn im Schnitt genehmigte sich der Opel zehn Liter Diesel auf 100 Kilometer und damit deutlich mehr als nach NEFZ-Zyklus angegeben. Der Bordcomputer zeigte sogar noch ein bisschen mehr an .

Ausgerüstet ist der Antara mit dem aktiven Allrad-System . Während normalerweise nur die Vorderräder angetrieben werden, wird bei Bedarf bis zu 50 Prozent der Kraft auf die Hinterräder geschickt. Das System arbeitet unauffällig und sorgt für spürbare Fahragilität .

Das Fahrwerk ist ein guter Kompromiss aus Komfort für die Reise und ausreichender Dämpfung für den Einsatz auf unbefestigten Wegen, die der Antara bestens wegsteckt. Die Bremsen packen ordentlich zu , könnten jedoch einen Hauch weicher ansprechen. Obwohl der Motor seine Selbstzünderherkunft nicht verschweigt, bleibt der Lärmpegel stets im angenehmen Bereich .

Die vorderen Sitze überzeugen durch guten Halt . Die hinteren Passagiere haben nicht nur ausreichend Beinfreiheit , sondern auch zwei Getränkehalter, eine extra Steckdose und ein kleines Fach an der Rückseite der Mittelkonsole. Das Gepäckabteil baut wegen des Allradantriebs und des Notlaufrads recht hoch, bietet aber Befestigungsschienen und Verzurrösen sowie unter dem Kofferraumboden noch ein paar Fächer für Kleinigkeiten. Wer mehr Platz benötigt, kann die Lehnen der Rücksitze mit einem einfachen Griff zu einer topfebenen Ladefläche umklappen. Die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich außerdem beim Kauf eines Zusatzpakets für den Transport längerer Güter umklappen.

Zu den Besonderheiten gehört der aus dem Corsa bekannte ausziehbare Fahrradträger in der Heckschürze . Bereits serienmäßig vorhanden sind in allen Varianten eine höhen- und längsverstellbare Lenksäule, Kopfairbags auch hinten, Klimaanlage, ein Berg-Abfahr-Assistent , MP3-fähiges CD-Radio und Niveauregulierung. Die besser ausgestatteten Versionen Edition und Cosmo bieten zusätzlich ein Anhängerstabilitätsprogramm , Leichtmetallfelgen, eine Sitzheizung vorne und automatisches Abblendlicht sowie Klimaautomatik. Beim Cosmo kommen noch Tempomat , Bordcomputer , Parkpilot für vorne und hinten , Wärmeschutzverglasung und Regensensor dazu.

auto-reporter

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