Opel Astra OPC - Testbericht

Der neue Astra OPC ist der stärkste Astra aller Zeiten. Wie er sich im Alltag bewährt, zeigt er in unserem Test.

Die sportlichsten Opel-Modelle haben schon seit langer Zeit das OPC-Kürzel am Heck stehen, mit dem neuen Astra GTC OPC gibt es nun den stärksten Astra aller Zeiten. Sein 2,0 Liter Turbomotor hat eine Leistung von 280 PS (206 kW), womit der Astra OPC die ideale Mischung aus Coupé, Sportwagen und Kompaktlimousine bietet.

Derzeit liegt der Einstiegspreis in die Welt des Astra OPC bei 35.390 Euro, dafür bekommt man neben dem starken Motor auch schon jede Menge Ausstattungshighlights dazu. Neben ABS, ESP und sechs Airbags sind auch schon die OPC-Designelemente, die OPC-Brembo Hochleistungsbremsanlage, die OPC-Performance Sportsitze, das FlexRide Sportfahrwerk mit OPC-Abstimmung, Bi-Xenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, das Radio CD400 Plus, Rückleuchten in LED-Technik, ein Tempomat und noch vieles mehr an Bord.

Dennoch bleibt noch Raum für mehr, und so hatte unser Testfahrzeug noch das erweiterte OPC-Optik Paket inkl. Seitenschweller und Dachspoiler in Wagenfarbe, die Nappalederausstattung inkl. Sitze mit dem AGR-Gütesiegel und Sitzheizung, das Navi Europa Plus, elektrisch verstell,- beheiz- und anklappbare Außenspiegel, das Infinity Sound System mit 8 Lautsprechern, Lenkradheizung, die 20"-Alufelgen und ein Reifendruckkontrollsystem mit an Bord. Der Gesamtpreis kommt damit auf 42.519,27 Euro und ist in Anbetracht von Leistung und Ausstattung schon fast als Schnäppchen zu bezeichnen.

So sportlich der Außenauftritt des Astra OPC ist, so sportlich geht es auch im Innenraum weiter. Ein Gedicht sind dabei die Sportsitze, die nicht nur perfekten Halt geben, sondern auch vielfach verstellbar sind. Mit dem AGR-Gütesiegel ausgestattet bieten die Sitze auch wirklich perfekten Komfort auf Langstrecken. Einziges Komfort-Manko: Bei der in der Länge verstellbaren Mittelarmlehne wurde leider auf eine Arretierung vergessen, wodurch diese spätestens nach der zweiten Kurve wieder in die hinterste Position zurück gerutscht ist.

Das Platzangebot gleicht jenem des normalen Astra GTC, und auch der Kofferraum ist mit 380 Liter Fassungsvermögen ordentlich groß bemessen. Durch Umklappen der Rücksitze bekommt man sogar bis zu 1.165 Liter unter.

Trotz vieler Knöpfe auf der Mittelkonsole findet man sich schnell zurecht und kennt sich auch ohne Studium der Bedienungsanleitung aus. Lediglich zum Öffnen der Heckklappe muss man die Anleitung hervor kramen, denn dass der untere Teil des Opel-Logos gedrückt werden möchte, damit der Kofferraum entriegelt wird, darauf kommt man nicht auf Anhieb.

Viel wichtiger bei einem Fahrzeug dieser Leistungsklasse ist aber ohnehin der Antrieb, und hier bietet der Astra OPC alles, was das Autofahrerherz höher schlagen lässt. Der 2,0 Liter Turbomotor verfügt über eine Leistung von 280 PS (206 kW) und ein maximales Drehmoment von 400 Nm, welches zwischen 2.500 und 4.500 U/Min bereit steht.

Doch schon aus dem Drehzahlkeller heraus bietet der Astra OPC fantastische Fahrleistungen. Vor allem, wenn man die OPC-Taste im oberen Teil der Mittelkonsole drückt. Dann werden Lenkung, Gaspedalkennlinie und Fahrwerk auf absolute Sportlichkeit getrimmt, und der flotte Opel giert förmlich danach, dass der Fahrer das Gaspedal in Richtung Bodenblech bewegt.

Der Sprint von 0 auf 100 km/h wird dann in 6,0 Sekunden erledigt. Überraschend ist dabei, dass der Astra OPC seine enorme Kraft trotz Frontantrieb sehr gut auf die Straße bringt. Zwar zerren die Kräfte etwas an der Lenkung, aber man hat keinerlei Probleme, das schnelle Coupé auf Kurs zu halten und erlebt auch kaum durchdrehende Räder.

Untermalt wird das Ganze von einem herrlichen Sound, der einen gerne auf das ebenfalls sehr gute Infinity Sound System verzichten lässt. Je weiter der Drehzahlmesser Richtung roter Bereich wandert, umso schöner wird der Klang des Motors.

Dabei ist der Astra GTC OPC aber noch immer sehr gut gedämmt, so dass man im normalen Fahrmodus auch sehr entspannt und leise längere Strecken absolvieren kann. Verzichtet man auf den OPC-Modus, fährt es sich mit dem schnellen Astra nämlich genau so gemächlich und angenehm wie mit jedem normalen Astra GTC auch. Dann ist auch die Federung des FlexRide Fahrwerks mehr auf Komfort ausgelegt und nicht mehr ganz so hart wie im OPC-Modus. Dennoch liegt das Coupé auch im normalen Modus noch immer perfekt auf der Straße.

Gut angepasst auf die jeweilige Fahrsituation sind auch Getriebe und Lenkung. Die sechs Gänge lassen sich leicht und knackig schalten, wobei man trotz aller Sportlichkeit auch schon in sehr niedrigen Geschwindigkeitsbereichen im höchsten Gang unterwegs sein kann. Selbst hier reicht dann ein beherzter Tritt aufs Gaspedal, um die geballte Leistung zu entfesseln. Die sehr direkte Lenkung wiederum hält den Astra perfekt auf der Spur, und das griffige OPC-Lederlenkrad liegt sehr gut in der Hand.

Dass trotz Start/Stopp-Automatik und auf Effizienz ausgelegter Schaltung der Verbrauch nicht der Geringste ist, sollte wohl klar sein und wird die angepeilte Klientel auch nicht abschrecken. Wer die vom Werk angegebenen 8,1 Liter Durchschnittsverbrauch schafft, hat es gar nicht verdient, mit diesem Auto unterwegs zu sein, denn dann hat man weder Leistung noch den herrlichen Sound des Turbomotors jemals wahr genommen. Wenn man sich zumindest hin und wieder den sportlichen Reizen hingibt, sollte man mit 10,5 Liter über die Runden kommen, wer den Genuss öfters erleben möchte, sollte mit 11,3 Liter rechnen.

Auf jeden Fall zählt der neue Astra GTC OPC zu den aufregendsten und sportlichsten Opel-Modellen aller Zeiten. Auch wenn es schon noch stärkere (Insignia OPC) oder noch sportlichere (GT) gegeben hat, so verbindet der Astra OPC einfach perfekt den Alltagsnutzen mit dem Sportgeist eines reinrassigen Sportcoupés. Dabei bleibt er auch preislich noch im Rahmen und bietet eine rundum gute Serienausstattung mit hervorragenden Sportsitzen.

Was uns gefällt:

die Sportlichkeit, die Ausstattung, der Motorsound, das Platzangebot, das Preis/Leistungsverhältnis

Was uns nicht gefällt:

dass die Mittelarmlehne nicht dort bleibt, wo man sie gerne hätte

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2-

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