Opel Insignia 2.0 Turbo 4x4 - Fahrbericht

Ausgesprochene Fahrfreude trotz kleiner Schwächen

In der Mittelklasse gegen das Spitzenquartett Audi, BMW, Mercedes und VW zu bestehen, fällt seit Jahrzehnten selbst den anderen deutschen Herstellern schwer. Mit dem Insignia versucht nun Opel einmal mehr, verlorenes Terrain zurückzugewinnen und gleichzeitig zu beweisen, dass man in Rüsselsheim auch in diesem Segment zu den führenden Herstellern zählt. Die Verkaufszahlen der ersten Monate sind dabei ermutigend. Hatten doch viele befürchtet, dass nicht nur durch die finanziellen Turbulenzen, sondern auch das Biedermann-Image des Vectra das Kundenvertrauen zu stark gelitten habe und der Insignia seine Rolle als neuer Hoffnungsträger nicht erfüllen könne.

Das Design des Insignia, der bei einer stattlichen Länge von 4,83 Metern zwischen dem Vectra und dem bis 2003 gebauten Omega positioniert ist, ist zweifelsohne gelungen. Eine kraftvolle Linienführung mit dem coupéartig nach hinten abfallenden Dach, die den Beginn einer neuen, emotionaleren Opel-Designsprache darstellt, lassen den Fünfsitzer dynamisch und elegant zugleich wirken. Da zudem Verarbeitung und Qualitätsanmutung ebenfalls stimmig sind, gibt es an der Außenhaut des Insignia keine Verbesserungswünsche.

Dieser positive Eindruck setzt sich im Innenraum fort. Das gilt nicht nur für die auch unter schwierigen Lichtverhältnissen gut ablesbaren Rundinstrumente und die vorwiegend auf der Mittelkonsole einschließlich Parkbremse übersichtlich zusammengefassten Bedienelemente, sondern auch für die Standardsitze, die angenehm straff gepolstert sind und guten Seitenhalt geben. Wer es trotzdem noch bequemer haben will, kann gegen Aufpreis die Premium-Sitze mit dem Gütesiegel des Vereins "Aktion Gesunder Rücken" ordern. Das gesamte Platzangebot ist gut, auch wenn wegen der eingezogenen Dachlinie Sitzriesen auf längeren Reisen besser nicht auf den gut ausgeformten Rücksitzen Platz nehmen sollten. Knie- und Beinfreiheit sind aber mehr als ausreichend.

Dass die Opel-Designer nicht hundertprozentig das Konzept Form folgt Funktion durchgehalten haben, zeigt sich vor allem in zwei Punkten. Durch die optisch gelungenen, aber sehr breiten C-Säulen sowie das flache Heckfenster ist die Sicht nach hinten beeinträchtigt, und die kleine Öffnung des allerdings satte 500 Liter fassenden Kofferraums erschwert die Einladung von sperrigem Gepäck ebenso wie die hohe Ladekante.

Keine Kompromisse gingen die Opel-Ingenieure beim Fahrwerk und damit beim Fahrverhalten ein. Mit dem im Testwagen verfügbaren aktiven Flexride-Fahrwerk (Aufpreis) und Allradantrieb können mit den drei auswählbaren Grundstufen Normal, Tourer und Sport sowie weiteren individuellen Einstellungen die persönlichen Vorlieben per Knopfdruck eingestellt werden. Darüber hinaus "erkennt" das Fahrwerk automatisch den jeweiligen Fahrstil und verändert die Härte des Unterbaus, ohne dass der Fahrer eine Taste drücken muss. In der Realität sind das keine Gimmicks, da die Unterschiede wirklich spürbar sind. Der Federungskomfort ist in allen Stufen gut, die Lenkung präzise, und das sechsstufige manuelle Schaltgetriebe verrichtet akkurat seine Arbeit. Das alles führt dazu, dass man sich unterm Strich im Insignia nicht nur wohlfühlt, sondern sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn und erst recht auf kurvigen Landstraßen ausgesprochene Fahrfreude empfindet.

auto-reporter

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