Opel Mokka 1.6 CDTI Allrad - Testbericht

Ein kleiner Brauner mit Blitz gefällig? Mit Allrad statt Zucker? Gönnen Sie sich mal eine Auszeit und kommen Sie mit uns auf eine Reise durch Opels Kaffeewelt.

Egal ob schwarz, oder wie in diesem Fall espressobraun. Freunde der starken Bohne finden sicher die Lackierung passend zu ihrem Frühstückskaffee. Bei der Stärke haben wir uns diesmal für die kraftvolle Diesel-Röstung mit 136 PS und Allradantrieb entschieden. Opel hat den so zubereiteten Mokka in der Serienausstattung derzeit in Aktion um 27.030 Euro. Für die eine oder andere Spezialität dazu, auf die wir gleich noch eingehen werden, stellt man dann insgesamt 32.735,21 Euro in Rechnung.

Dafür erhält man aber ein wirklich gut geschnürtes Gesamtpaket, denn bereits in der Cosmo-Grundausstattung findet sich unter anderem ein Elektropaket, das neben den akustischen Parksensoren vorne und hinten auch eine vollwertige 230V-Steckdose im Fond enthält. Hinzu kommen Features wie Licht- und Regensensor, Radio CD 600 mit 7-Zoll Display und Wärmeschutzverglasung.

Das Testfahrzeug wurde aber noch mit einigen Extras bestückt: Allen voran wäre hier die Lederausstattung mit beheizbaren Premium-Ergonomiesitzen vorne und die für kalte Hände ganz hilfreiche Lenkradheizung zu nennen. Dank Opel-Eye-Paket inklusive Frontkamera wird der Fahrer zusätzlich durch einen Kollisionswarner, Spurassistent und Verkehrsschilderkennung unterstützt.

Wem die akustische Einparkhilfe zu wenig ist, der kann mit Hilfe der farbigen Rückfahrkamera ganz präzise in die Lücke einfädeln. "Sehen und gesehen werden" ist auch die Devise der zusätzlichen Beleuchtungsausstattung, die unter anderem ein adaptives Fahrlicht (AFL+) mit Bi-Xenon-Kurvenlicht und variabler Lichtverteilung beinhaltet.

Die Multimediaanlage des Mokka Cosmo wurde um das Navi 950 Europa erweitert, das auch Verkehrsfunkmeldungen in die Kartendarstellung integrieren kann. Wer keine Zeit oder Lust hat, die Zieladresse per Tasteneingabe auszuwählen, kann einfach über die Sprachsteuerung am Lenkrad die Navigation starten.

Der Opel Mokka ist das, was man unter einer praktischen Umsetzung eines Kompakt-SUV's versteht. Mit seinem auf 4,28 m Länge komprimierten Design, wirkt er bullig. Dies wird noch von den wuchtigen Stoßfängern vorne und hinten und den großzügig dimensionierten Radkästen unterstützt. Trotzdem verpassten ihm die Designer noch dynamische Elemente wie die nach oben gezogene Seitenlinie. So wirkt der kompakte Deutsche nicht zu klobig. In der Serienausstattung steht der Mokka auf 18-Zöllern. Besonders fesch würde sich der Hochbeiner mit 19-Zoll-Leichtmetallfelgen im 5-Speichen-Sterndesign machen, doch aufgrund der Winterausrüstung sind am Testfahrzeug 17-Zoll-Räder montiert.

Der Innenraum des Mokka präsentiert sich beim ersten Eindruck sehr stimmig. Die verwendeten Materialien greifen sich gut an, hier hat Opel bei der Verarbeitung nicht geschlampt. Dezente Chromapplikationen runden das Gesamtbild ab. Besonders positiv zu erwähnen sind die von der "Aktion Gesunder Rücken" prämierten Sitze. Sogar nach einer zweistündigen Autobahnfahrt ohne Stopp konnte man ohne Probleme sogar gut ausgerastet ohne Ermüdungserscheinungen das Fahrzeug verlassen. Die Lederpolsterung ist fest und passt sich gut an den Körper an. Für die Sportlichkeit fehlt ein wenig der Seitenhalt.

Ansonsten findet sich alles wie von den Deutschen gewohnt am richtigen Platz. Ablagen wurden zwar nicht im Überschwang verbaut, aber zum Verstauen diverser Kleinigkeiten findet sich an 19 Stellen im gesamten Fahrzeug genug Platz. Sogar das obere Handschuhfach ist vom Fahrersitz aus erreichbar. Dadurch können rasch Garagenfernbedienungen und dergleichen herausgefischt werden.

So toll das 7-Zoll-Navigationsdisplay Karten und Multimedia-Daten darstellt, so "retro" wirkt die wirklich klassische rote Bordcomputeranzeige. In der ansprechend gestalteten Armaturenlandschaft zwischen Drehzahlmesser und Tachometer könnte man sich hier durchaus in modernere Gefilde wagen. Ein wenig überladen erscheint uns auch das Bedienfeld für Sound und Navi unterhalb des Displays. Zwar sind einige Steuerungen über das Lenkrad möglich, doch gerade abends sind wir weit davon entfernt, "intuitiv den richtigen Drücker" zu finden. Gut, dass die Sprachsteuerung leicht funktioniert und damit schnell der Weg zum Ziel konfiguriert werden kann.

Im Fond gilt man beim Mokka sicher nicht als Passagier zweiter Klasse, höchstens zweiter Reihe. Die 60:40 geteilte Rückbank kann komplett umgeklappt werden. Damit erhöht sich die Laderaumkapazität von 356 auf 1.372 Liter. Sperrige Güter bis zu einer Länge von etwa 1,40 Meter finden so im Innenraum Platz.

Der 1,6 Liter CDTI-Motor ist der stärkere der zur Verfügung stehenden Selbstzünderaggregate. Er besitzt eine Start-Stop-Automatik und liefert 136 PS (100 kW). Diese vermittelt er im Fahrbetrieb auch glaubhaft. Dank der 320 Nm, die der Mokka bereits ab 2.000 Touren leistet, beschleunigt er flott. Mit seiner Zielzeit auf die 100 km/h mit 10,3 Sekunden ist er kein Racer, aber das soll er ja auch nicht sein. Das 6-Gang-Schaltgetriebe passt in der Übersetzung gut zum Motor. Bei den klassischen Werten 50, 80 und 130 km/h ist die Motordrehzahl in einem für das Ohr sehr angenehmen Bereich. Zwar erkennt man bei dem SUV noch die klassische Dieselsoundkulisse, diese wurde aber gut gedämmt und dringt damit nur mehr dezent in den Innenraum. Passend für einen SUV wurde auch das Fahrwerk ausgelegt, das viel Wert auf Komfort legt.

Das Besondere bei diesem Mokka ist der Allradantrieb. Dieser schaltet sich nur bei Bedarf hinzu. Somit fährt man frontgetrieben so lange, bis die Bedingungen die Unterstützung der Hinterräder erforderlich machen. Bis zu einer Aufteilung von 50:50 splittet der adaptive Allradantrieb selbsttätig die Kraft. Damit sind winterliche Fahrbedingungen oder widriges Terrain kein Hindernis mehr.

Damit einhergehend bietet Opel zwei zusätzliche Assistenten an. Während der Berganfahrassistent das Zurückrollen bei Steigungen verhindert, kümmert sich der Bergabfahrassistent per Knopfdruck um die sichere Rückkehr ins Tal. Hierbei wird die gewählte Geschwindigkeit einfach vom Fahrzeug selbst beibehalten. Ein Eingreifen durch den Fahrer ist so nur in Notfällen nötig.

Obwohl der Hersteller von einem Verbrauch von knapp unter fünf Litern im Durchschnitt spricht, lagen wir während unserer Testzeit doch mit einem Verbrauch von etwa 6,5 Liter laut Bordcomputer deutlich darüber. Trotzdem finden wir dies angemessen und sind darüber nicht schockiert.

Uns beeindruckt der Mokka durch sein kompaktes Design, das jedoch keinerlei Komfort missen lässt, und das alles zu einem überschaubaren Preis. Aufgrund der Abmessungen ist er sicherlich ein Tipp für all jene, die das SUV-Gefühl suchen, aber kein "Schlachtschiff" pilotieren möchten.

Was uns gefällt

Das kompakte Design, das Preis-Leistungsverhältnis, die Motorperformance

Was uns nicht gefällt

Die Tastenflut in der Mittelkonsole ist gewöhnungsbedürftig.

Testzeugnis: Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1

Kommentare