Peugeot 108 mit 82 PS - Testbericht

Der neue Peugeot 108 soll mit mehr Style und spritzigen Fahrleistungen überzeugen. Ob das gelingt, verraten wir in unserem Test.

Wie schon sein Vorgänger teilt sich der neue Peugeot 108 die Basis wieder mit dem Citroen C1 und dem Toyota Aygo. Die neue Generation kann jedoch mit mehr Eigenständigkeit beim Design und einer mehr auf Lifestyle getrimmten Ausstattung glänzen.

Der Peugeot 108 ist dabei eher der luxuriösere Vertreter unter den drei Geschwistern. Für unseren Test haben wir daher auch das Topmodell mit dem 82 PS starken Benzinmotor in Allure-Ausstattung und mit dem elektrischen Faltdach gewählt. Beim Listenpreis von 14.440 Euro sind dann schon der 7"-Touchscreen, Nebelscheinwerfer, 15"-Leichtmetallfelgen, Lederlenkrad, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne, LED-Tagfahrlicht und das elektrische Faltdach mit an Bord.

Optional hatten wir noch die Scarlet Rot-Lackierung, das Innendekor in Porzellan Weiß, beheizbare Vordersitze, das Stoffverdeck in Grau, eine Rückfahrkamera und eine Klimaautomatik dabei, womit der Gesamtpreis bei 16.047,06 Euro liegt. Der 108 kann dann aber für ein Auto dieser Klasse schon mit viel Komfort aufwarten, und vor allem auch im Innenraum mit einem sehr pfiffigen Design.

Das weiße Innendekor passt sehr gut zu den roten Teilen der Türe und den grau/schwarzen Sitzbezügen. So wirkt der Innenraum sehr frisch, aber auch wohnlich. Man findet sich sehr schnell zurecht, und der 7"-Touchscreen beherbergt alle wichtigen Einstellungsmöglichkeiten für Radio und Fahrzeugkonfiguration. Der übersichtliche Tacho gefällt ebenso wie das griffige Lederlenkrad, über das auch das Radio und die Bluetooth-Freisprecheinrichtung gesteuert werden können. Viele praktische Ablagen sind ebenfalls an Bord, und auch das Platzangebot ist für Fahrer und Beifahrer sehr großzügig dimensioniert.

Im Fond geht es der Klasse entsprechend eher enger zu. Auch der Einstieg ist durch die schmalen Türen nicht gerade für größere Menschen konzipiert, für Kinder reichen aber Einstieg und Platzangebot allemal. Knapp bemessen ist auch das Kofferraumvolumen, welches mit 196 Liter Fassungsvermögen lediglich den mittelgroßen Wochenendeinkauf schafft. Durch Umklappen der Rücksitze lässt sich der Stauraum aber noch auf 780 Liter erweitern.

Bei der Motorisierung hat man beim Peugeot 108 die Wahl zwischen dem 1,0 VTi mit 68 PS oder - wie in unserem Fall - dem 1,2 PureTech mit 82 PS. Beide Motoren verfügen über 3 Zylinder, der stärkere hat dabei einen Hubraum von 1.199 ccm. Für einen 3-Zylinder verrichtet der Motor seine Arbeit aber recht laufruhig und leise und im Vergleich zu den 68 PS-Versionen auch sehr spritzig. Sein maximales Drehmoment von 116 Nm liefert der Motor bei 2.750 U/Min, doch man hat auch darunter schon genug Schubkraft für den nur 887 Kilogramm schweren Kleinwagen.

Bereits gleich nach dem Start hängt der Motor gut am Gas und ermöglicht vor allem in der Stadt sehr gute Beschleunigungswerte. Man zischt mit dem starken 108 von Kreuzung zu Kreuzung und kann es locker mit größeren Autos aufnehmen. Im Vergleich zum 68 PS-Motor ist der 82 PS starke 3-Zylinder aber auch außerhalb der Stadt ein sehr guter Begleiter.

Die Spritzigkeit hält dabei auf jeden Fall bis zur auf der Autobahn erlaubten Höchstgeschwindigkeit an. Das manuelle 5-Gang-Getriebe ist zudem sehr harmonisch übersetzt und ermöglicht ein schaltfaules Fahren. Wer zum Beispiel von der Süd-Ost-Tangente mit erlaubten 80 km/h auf die Südautobahn mit erlaubten 130 km/h kommt, kann getrost im 5. Gang bleiben und einfach nur auf das Gaspedal steigen, um den kleinen Löwen mit viel Elan auf 130 km/h zu bringen.

Nützt man die sportliche Seite des Peugeot 108, dann muss man aber auch mit etwas höherem Spritkonsum rechnen. Die vom Werk angegebenen 4,3 Liter sind ohnedies unrealistisch, wir sind im Schnitt auf 5,8 Liter gekommen. Damit ist der Verbrauch nur um 0,3 Liter höher als bei den von uns schon getesteten 68 PS-Versionen von Citroen C1 und Toyota Aygo. In Anbetracht der wesentlich besseren Fahrleistungen ist der Mehrverbrauch aber auf jeden Fall gerechtfertigt. Immerhin sprintet man in nur 10,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 170 km/h schnell.

Der kleine 108 überzeugt dabei auch immer mit seiner Wendigkeit, die ihm vor allem in der Stadt große Sympathien bringt. Parkplätze wo andere Fahrzeuge schon kapitulieren sind für den 108 noch wie geschaffen. Die optionale Rückfahrkamera ermöglicht zudem ein millimetergenaues Einparken und liefert ein wirklich wunderbares Bild.

Bei Fahrwerk und Federung ist der 108 mehr auf Komfort getrimmt, hier kommen nicht die sportlichen Gene zum Vorschein, sondern eher die City-Flitzer-Tugenden. Schnell gefahrene Kurven sind dabei nicht so ganz der Fall des 108 und werden mit deutlichen Wankneigungen und einem Schieben über die Vorderräder quittiert.

Dafür kann man dank des großen Faltdachs fast schon Cabrio-Feeling genießen. Das Dach ist nämlich wirklich riesig und lässt sich per Knopfdruck schnell öffnen und auch wieder schließen. Zudem ist es sehr gut gedämmt, im Innenraum wird es nämlich kaum lauter als bei den Versionen mit festem Dach.

Der neue Peugeot 108 hat auf jeden Fall in unserem Test gezeigt, dass auch ein Kleinwagen viel Fahrspaß bieten kann. Sein knuffiges Design und der Lifestyle-Charakter gefallen dabei ebenso wie das elektrische Faltdach und der quirlige Motor.

Was uns gefällt:

der spritzige Motor, der Fahrspaß, die Ausstattung, das Design

Was uns nicht gefällt:

das Platzangebot in Fond und Kofferraum, das Fahrverhalten in schnell gefahrenen Kurven

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 3
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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