Peugeot 208 GTi - Testbericht

Der Peugeot 208 ist seit Frühjahr auch als sportlicher GTi zu haben. In unserem Test zeigt er, dass er mehr als nur ein kleiner Spaßmacher ist.

Mit dem 205 GTi hat Peugeot vor rund 30 Jahren das Kleinwagensegment neu aufgerollt und erstmals eine sportliche Variante in dieser Klasse präsentiert. Heute ist die Konkurrenz größer, aber Peugeot mit dem neuen 208 GTi wieder am Puls der Zeit. Das neue Design des 208 ist schon in der "zivilen" Version sehr stimmig, als GTi setzt Peugeot der Baureihe nun die Krone in Bezug auf Design und Fahrspaß auf.

Optisch zeigt der 208 GTi sehr viel Liebe zum Detail und verwöhnt nicht nur mit eigens gestalteter Front- und Heckschürze sowie Heckspoiler, sondern auch mit vielen Chrom-Zierelementen rundum. Dabei bleibt der 200 PS-Kleinwagen preislich sehr am Boden und ist ab 23.950 Euro inkl. umfangreicher Ausstattung zu haben.

Zur Serienausstattung zählen ESP, ABS, sechs Airbags, GTi-Sportschalensitze in Stoff/Leder-Kombination, das GTi-Ambiente im Innenraum inkl. dem Armaturenbrett mit Kunstlederbezug, eine sportlicher gestaltete Instrumenteneinheit inkl. rotem Ambientelicht, ein GTi-Sportlederlenkrad, Sportpedale in Alu, elektrisch verstell-, anklapp- und beheizbare Außenspiegel, 17"-Alufelgen, ein Tempomat, ein Touchscreen Display inkl. Audio-System mit sechs Lautsprechern, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein Regen- und Lichtsensor und noch vieles mehr.

Als Option hatte unser Testauto noch die sehr hübsche rubinrote Metallic-Lackierung inkl. Dach- und Motorhaubenbeklebung im Schachbrettdesign, das Navigationssystem Plus, eine Mittelarmlehne vorne und eine Sitzheizung vorne. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf immer noch sehr günstige 26.162,48 Euro.

So sportlich sich der 208 GTi dabei von außen präsentiert, so sportlich geht es auch im Innenraum weiter. Mit dem 208 hat Peugeot ja die Armatureneinheit komplett neu ausgerichtet. Ein hoch angesetzter Tacho in Kombination mit einem sehr kleinen Lenkrad und eine weit in den Innenraum gezogene Mittelkonsole sollen die Übersichtlichkeit und Bedienungsfreundlichkeit deutlich steigern. In der Praxis ist dies vor allem im 208 GTi auch so. Der weit oben angebrachte Tacho ist gut ablesbar, und das kleine Lederlenkrad passt perfekt zum sportlichen Auftritt des kleinen Franzosen.

Auch das Touchscreen-Display am oberen Ende der Mittelkonsole ist perfekt positioniert und spart jede Menge Knopfsalat in der Mittelkonsole ein. Alle Funktionen bis auf die Klimaanlagensteuerung können via Touchscreen gewählt und gesteuert werden.

Peugeot hat bei der Innenraumgestaltung auch sehr viel Wert auf Details gelegt. Die Ambiente-Beleuchtung fällt dabei ebenso positiv auf wie die roten Zierelemente und eine Türverkleidung, bei welcher der Türgriff von Schwarz in feuriges Rot übergeht. Sehr bequem sind auch die Sportsitze, die viel Seitenhalt bieten und mit der Stoff/Leder-Kombination auch sehr gut aussehen.

Der Zugang zum Fond ist etwas eng geraten, dennoch haben auch die Passagiere auf den hinteren Plätzen ausreichend Platz für ein Auto der Kleinwagenklasse. Das Kofferraumvolumen ist mit 285 Liter ebenfalls ordentlich bemessen, ebenso die Ablagen im Innenraum, bei denen lediglich die Getränkehalter nicht optimal gelöst wurden, da die Flaschen in jeder Kurve aus der Halterung kippen.

Vor allem dann, wenn man die Leistung des 1,6 Liter THP Turbomotors in Kombination mit seiner perfekten Straßenlage auskostet. Der 200 PS (147 kW) starke Turbo kann schon vom Start weg mit viel Kraft überzeugen. Sein maximales Drehmoment von 275 Nm stellt der Motor bereits bei 1.700 U/Min bereit.

Trotz Frontantrieb werden die Kräfte sehr gut auf die Straße gebracht, ohne dass diese dabei am Lenkrad zerren. In nur 6,8 Sekunden erreicht man aus dem Stand Tempo 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Dabei kann der 208 GTi auch beim Zwischenspurt voll überzeugen. Selbst wenn man im höchsten Gang mit 80 km/h unterwegs ist, kann man in nur 8,4 Sekunden die 120 km/h-Marke knacken, im 5. Gang sogar schon nach 6,8 Sekunden.

Das straffe Fahrwerk und die sportliche Federung passen dabei ebenfalls perfekt zur sportlichen Auslegung des kleinen Spaßmachers. Der 208 GTi liegt perfekt und sehr gutmütig auf der Straße und erlaubt sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten, ohne dass man dabei das Gefühl hätte, der Wagen folge gleich nicht mehr dem eingeschlagenen Kurs.

Dennoch ist der 208 GTi auch auf langen Strecken nicht zu hart und bietet genug Komfort auf längeren Etappen. Die Geräuschentwicklung des 1,6 Liter Turbomotors bleibt dabei stets dezent. Die leichtgängige, aber sehr direkte Lenkung passt ebenfalls gut zum sportlichen Charakter, und man kann den 208 GTi perfekt um enge Kurven zirkeln. Nicht ganz so gut hat uns lediglich die manuelle 6-Gang-Schaltung gefallen, bei der die Gänge durchaus mit etwas Nachdruck sortiert werden müssen.

Dem sportlichen Geist angemessen ist der Verbrauch, der mit 7,7 Liter durchaus in Ordnung geht, aber dennoch von den vom Hersteller versprochenen 5,9 Litern etwas entfernt ist. Die sportliche Auslegung des Fahrzeugs lässt einen aber auch eher eine dynamische Gangart einlegen, wobei ein geringerer Verbrauch bei behutsamerer Fahrweise sicher möglich ist.

Mit seinen knapp 4 Metern Länge kann der 208 GTi seine Vorzüge auch in der Stadt voll ausspielen und begeistern, wenngleich man natürlich lieber dort unterwegs ist, wo die Kraft des 200 PS starken Motors auch besser entfaltet werden kann.

Es ist auf jeden Fall schön, dass Peugeot mit dem 208 GTi wieder in die Fußstapfen des 205 GTi tritt und einen Kleinwagen im Programm hat, der viel Fahrspaß bietet. Dabei muss man beim sportlichsten 208er auch nicht auf Luxus und Komfort verzichten und kann sich schon bei der Serienausstattung über eine sehr ordentliche Mitgift freuen.

Sein gutes Preis/Leistungsverhältnis, der kraftvolle Motor und das schicke Design machen den 208 GTi zu einem der interessantesten Vertretern der sportlichen Kleinwagen-Garde, der derzeit erhältlich ist.

Was uns gefällt:

das Preis/Leitungsverhältnis, die Ausstattung, der Fahrspaß, das Design, das innovative Innenraumkonzept

Was uns nicht gefällt:

die Schaltung könnte direkter und leichter sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2

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