Der neue Peugeot Traveller - Testbericht

Der neue Peugeot Traveller soll Familien und Gewerbetreibende ansprechen. Was der praktische Van zu bieten hat, verraten wir im folgenden Test.

Mit dem Traveller hat Peugeot einen überaus interessanten Van auf den Markt gebracht, der auf gleicher Basis mit geringen Änderungen auch von Citroen und Toyota angeboten wird. Wir haben für unseren Test jetzt die Peugeot-Version des Gemeinschafts-Van-Projekts gewählt und verraten, wo die Stärken und Schwächen des vielseitig einsetzbaren Vans liegen.

Optisch zeigt sich der Traveller für ein Auto dieser Klasse schon mal sehr ansprechend und gefällt mit einer klaren und modernen Linienführung. Die Kunden haben die Wahl zwischen verschiedenen Ausstattungslinien, drei Längen und drei BlueHDi-Motoren. Wir haben uns in allen Fällen für die mittlere Version entschieden, das bedeutet L2 mit knapp 5 Metern Länge, 150 PS BLueHDi-Motor und Business-Ausstattung.

Der Listenpreis liegt damit bei 40.350 Euro und beinhaltet schon eine recht ordentliche Ausstattung, inkl. elektrischen Fensterhebern vorne, Tempomat, Klimaanlage, Regen- und Lichtsensor, LED-Tagfahrlicht, Audio-System RD6 und noch vielem mehr.

Für noch mehr Luxus hat man unserem Testfahrzeug eine Metallic-Lackierung, Xenon-Scheinwerfer, elektrische Schiebetüren, das Connect NAV-Paket mit Navi, das City-Paket, die Peugeot SOS Connect & Assistenz, die Grip Control und die 9-Sitze-Konfiguration spendiert. Der Gesamtpreis liegt damit bei 50.437,70 Euro, der Peugeot Traveller bietet dafür aber eine Ausstattung, die sich gegenüber einem PKW nicht verstecken muss.

Wer nicht unbedingt 9 Sitzplätze benötigt, sollte aber auf die Konfiguration von Fahrersitz plus Beifahrer-Doppelsitzbank verzichten. Während sich der Fahrer über einen wirklich sehr bequemen Sitz mit vielfacher Verstellung und Mittelarmlehne freuen darf, müssen die zwei Beifahrer ein ziemlich unbequemes Dasein fristen. Die Sitzbank ist nämlich in keinster Weise verstellbar und hat standardmäßig eine Lehneneinstellung, die einem schon nach wenigen Kilometern einen Buckel wie Quasimodo beschert. Damit hätten wir aber auch schon den einzigen wirklichen Kritikpunkt am Innenraum abgehakt, der Traveller zeigt sich bis auf diesen wirklich unerklärlichen Fauxpas überaus wohnlich und glänzt mit viel PKW-Komfort.

Der Fahrer findet sich auf seinem Arbeitsplatz schnell zurecht, und auch die Materialanmutung erinnert nicht im Entferntesten an ein Nutzfahrzeug. Der 7"-Touchscreen inklusive Navi in der Mittelkonsole findet sich auch in anderen Modellen des PSA-Konzerns, und auch der Armaturenträger wirkt übersichtlich und sehr modern. Erinnerungen an ein Nutzfahrzeug erweckt der Traveller lediglich durch seine vielen Ablagen. Man findet wirklich überall ein kleines Fach für Kleinkram oder auch größere Dinge - gefühlt haben die Ablagen in den Türen schon mehr Platz als so mancher Kleinwagen als Kofferraumvolumen bietet.

Auch die hinteren Passagiere können sich über genug Raum freuen, zudem sind die Sitze hinten deutlich bequemer als die 2er-Bank in der ersten Reihe, die wirklich nur für ungeliebte Mitfahrer als Strafbank dienen sollte. Die elektrischen Schiebetüren sind ebenfalls sehr praktisch, und das Keyless-System erleichtert das Leben ebenfalls. Bei voller Besetzung stehen immer noch rund 603 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Wer die beiden hinteren Sitzreihen umklappt, kann sich über bis zu 2.700 Liter Platz freuen. Baut man die Sitzbänke komplett aus, stehen 3.968 Liter Raum zur Verfügung, womit man schon fast Kindergeburtstagspartys im Laderaum des Traveller veranstalten könnte.

Damit man auch bei voller Beladung noch adäquat voran kommt, empfiehlt sich auf jeden Fall der Griff zum 2,0 Liter-BlueHDi mit 150 PS (110 kW), der Basis-Diesel mit 115 PS (85 kW) scheint für solche Aufgaben eher etwas zu schwachbrüstig zu sein. In unserem Test hat der BlueHDi mit 150 PS nämlich sehr überzeugt. Er liefert bei 2.000 U/Min sein maximales Drehmoment von 370 Nm und fühlt sich in jeder Lage sehr agil an. Das manuelle 6-Gang-Getriebe ist sehr harmonisch auf den Traveller abgestimmt und lässt sich wunderbar schalten. Der Schalthebel sitzt überaus griffgünstig, was ein weiterer Pluspunkt ist.

Zur großen Überraschung bietet der Traveller auch bei der Geräuschdämmung absoluten PKW-Komfort. Selbst bei Autobahntempo bleibt es im Innenraum noch leiser als bei manchem Mittelklasse-PKW. Auch die Fahrleistungen können sich sehen lassen, und der Traveller kommt einem deutlich agiler vor, als es die nackten Zahlen im Prospekt vermitteln. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen 11,7 Sekunden, was sich jedoch deutlich flotter anfühlt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h.

Überholmanöver auf der Landstraße sind kein Problem, selbst im höchsten Gang bei 80 km/h mobilisiert der Motor noch viel Schubkraft. Schaltet man zwei Gänge zurück, wirkt der Traveller schon richtig sportlich. Fahrwerk und Federung sind auch auf PKW-Niveau angesiedelt, man kann durchaus weite Etappen sehr komfortabel absolvieren - zumindest wenn man nicht die Plätze neben dem Fahrer auf der "Strafbank" erwischt hat.

Auch beim Verbrauch zeigt sich der Traveller von seiner positiven Seite. Die vom Werk versprochenen 5,3 Liter sind zwar etwas weit von der Realität entfernt, für ein Auto dieser Größe und Klasse waren wir mit dem von uns erzielten Verbrauch von 7,0 Litern aber durchaus zufrieden.

Der Peugeot Traveller schneidet auch beim Thema Sicherheit gut ab, er bietet Kopfairbags bis in die dritte Sitzreihe und kann auch mit einem Toter-Winkel-Assistent und adaptivem Tempomat ausgerüstet werden. Eine gute Investition ist auch die Grip Control, bei welcher der Fahrer aus fünf verschiedenen Fahrmodi wählen kann, um optimale Traktion bei jeder Witterung zu erhalten. Uns hat die Grip Control sehr gut durch den neuerlichen Wintereinbruch Mitte April gebracht und gezeigt, dass man auch ohne Allrad im Winter gut voran kommen kann.

Peugeot bietet mit dem Traveller auf jeden Fall einen rundum gelungenen Van an, der große Familien und Gewerbetreibende gleichermaßen ansprechen wird. Er bietet sehr viel Platz, eine überaus gute Ausstattung und viel PKW-Komfort. Der Motor ist zudem sehr spritzig und sparsam.

Was uns gefällt:

das PKW-Feeling, der Fahrkomfort, die Ausstattung, das Design, der geräumige Innenraum, der Motor, die Grip Control

Was uns nicht gefällt:

die in keiner Weise verstellbare Sitzbank für die zwei Beifahrer in der ersten Reihe

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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