Peugeot e-Rifter GT im Test

Der Peugeot e-Rifter soll den Spagat zwischen E-Mobilität und Familienauto schaffen. In unserem Testbericht verraten wir, ob der e-Rifter für alle Fälle der richtige Begleiter ist.

Seit diesem Jahr gibt es die Pkw-Version des Rifter nur noch als e-Rifter mit rein elektrischem Antrieb. Optisch erkennt man die Elektro-Version nur am e-Rifter-Schriftzug, ein Auspuffendrohr hat man schon bei den Modellen mit Verbrennungsmotor nicht mehr gesehen.

Für einen Hochdachkombi kann der e-Rifter nach wie vor mit einem sehr attraktiven Design aufwarten, kein anderes Auto dieser Klasse wirkt so dynamisch wie er. Dennoch ist er als Raumwunder ideal für Familien geeignet.

Nicht ganz so familientauglich ist natürlich der Preis, Elektroautos sind nach wie vor nicht gerade die günstigste Möglichkeit der Fortbewegung.

Das Basismodell, der e-Rifter Active Pack, ist ab 39.870,- Euro erhältlich, der von uns getestete GT ist ab 44.550,- Euro bestellbar.

Abziehen kann man noch etwaige Förderungen für Elektroautos, womit der Preis noch etwas Spielraum nach unten bietet.

Im Preis enthalten sind beim e-Rifter GT schon das Sicherheitspaket Plus, LED-Tagfahrlicht, die hohe Mittelkonsole mit geschlossenem Staufach zwischen den Vordersitzen, eine 2-Zonen-Klimaautomtik, ein Audiosystem mit 8“-Touchscreen, ein Keyless-System, eine induktive Ladestation und noch vieles mehr.

Für ein Extra an Luxus sorgten in unserem Testfahrzeug noch das City-Paket, beheizbare Vordersitze, ein 3D-Navi und die Nacht-Blau-Lackierung. Der Gesamtpreis liegt damit bei 46.554,- Euro.

Pkw-Feeling im Innenraum

Dafür kommt auch keinerlei Nutzfahrzeug-Feeling mehr auf, außer was Ablagen und Platzangebot betrifft.

Der Innenraum wirkt sehr modern und hochwertig. Vor allem die braunen Dekorelemente am Peugeot i-Cockpit verleihen dem Innenraum einen noblen Touch.

Das Peugeot i-Cockpit selbst trägt weiters zum absoluten Pkw-Feeling bei. Die Kombination aus hoch positioniertem Tacho und kleinem Lederlenkrad ist für unseren Geschmack ein absoluter Hit.

Der sportliche Touch wird auch durch die breite Mittelkonsole mit 15-Liter-Staufach und dem zum Fahrer hin geneigten und hoch positionierten Touchscreen ergänzt.

Die über den ganzen Innenraum großzügig verteilten Ablagen und eine Kopffreiheit, die wohl auch das Reisen mit Zylinderhut ermöglicht, zeigen aber sehr deutlich, dass es sich um ein Familienauto mit vielen praktischen Details handelt.

Lediglich die Positionierung der Getränkehalter im oberen Bereich des Cockpits neben der A-Säule ist nicht ganz glücklich gewählt. Zumindest nicht für jene, die sich auch im Sommer über kalte Getränke freuen würden. Kaffee-Liebhaber könnten die Position aber schätzen, der Kaffee wird dort im Sommer sicher nie kalt.

Auch bei der Bedienung kann der e-Rifter überzeugen, der Touchscreen verfügt über zusätzliche seitliche Schnellwahltasten und einen Drehregler für die Lautstärke. Im Lenkrad sind ebenfalls praktische Drehregler und bestens bewährte Tasten verbaut.

Eine wahre Wohltat gegenüber manch anderen Herstellern, die mit ihren „Slidern“ und sonstigem Schnickschnack selbst einfachste Funktionen nur verkomplizieren.

Platzangebot kann überzeugen

Auf ganzer Linie überzeugen kann der e-Rifter auch beim Platzangebot. Auf 440,3 cm Länge steht selbst den Passagieren in der zweiten Reihe noch in jede Richtung viel Raum zur Verfügung.

Zudem nimmt der e-Rifter auch bei voller Besatzung noch 775 Liter Gepäck bis zur Kofferraumabdeckung auf. Wer eine dachhohe Beladung wählt, kann 1.335 Liter transportieren. Ist man nur zu zweit unterwegs, stehen bis zu 3.000 Liter Stauraum zur Verfügung.

Dem spontanen Kauf der Waschmaschine oder des Großbildfernsehers steht damit nichts mehr im Wege, und auch auf der Urlaubsreise kann mehr als nur das Notwendigste mit.

Die Reise sollte aber dennoch gut durchdacht sein, denn der e-Rifter ist nur mit einer Batteriegröße erhältlich.  Laut Werk soll man mit der 50 kWh großen Batterie rund 270 Kilometer weit kommen, in der Realität waren es bei unserem Test aber lediglich rund 230 Kilometer Reichweite.

Der Verbrauch von 20,4 bis 20,7 kWh pro 100 Kilometer ist dabei durchaus ein realistischer Wert, wir sind auf 20,5 kWh gekommen.

Auch wenn die 136 PS (100 kW) des Elektromotors am Papier nicht nach viel aussehen, so wirkt der e-Rifter sehr agil. Schon vom Start weg kann er dank des maximalen Drehmoments von 260 Nm mit mehr Schubkraft aufwarten, als man ihm zutrauen würde.

Zum Start weg sehr flott

So entstehen durchaus lustige Situationen beim Anfahren an der Ampel, wo so manch anderer Verkehrsteilnehmer den e-Rifter völlig falsch einschätzt.

Erst nach oben hin merkt man, dass die Leistung enden wollend ist. Wenn man nach der Autobahnbaustelle von 80 km/h auf 130 km/h beschleunigt, wirkt der e-Rifter nicht mehr ganz so agil, wie er es vom Start weg ist.

Für den Sprint von 0 auf 100 km/ vergehen 11,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h. Eine sehr gute Geräuschdämmung macht den e-Rifter auch auf der Langstrecke zum idealen Begleiter.

Durch den tiefen Schwerpunkt liegt er auch deutlich besser auf der Straße, als man es je von einem Hochdachkombi erwarten würde. Dabei ist die Federung sehr komfortabel, und so ergibt sich ein gelungener Mix aus Fahrspaß und Komfort.

Bleibt als einziges Manko wirklich nur die Reichweite, zumindest für jene, die auch öfters weite Strecken absolvieren möchten.

Wer den e-Rifter vor allem als Familientaxi nutzt, um die Kinder in die Schule, zum Sport oder zu anderen Aktivitäten zu fahren, der wird mit seiner Reichweite absolut kein Problem haben.

Angenehmer Begleiter

Via Wallbox mit 11 kW kann man den e-Rifter von zu Hause bequem in rund 5 Stunden aufladen. Unterwegs kann man via 100-kW-Schnellladestation in ca. 30 Minuten rund 80 % der Batterien aufladen.

Nachdem bei reinem Autobahntempo die Reichweite weiter sinken wird, muss man zum Beispiel bei der Urlaubsreise von Wien nach Bibione schon mehrere Ladepausen einplanen. Dabei muss man nach wie vor auf freie und funktionierende Ladesäulen hoffen, meist sind ja gerade auf Autobahnen die Schnellladestationen sehr gefragt.

Auf jeden Fall ist der neue Peugeot e-Rifter ein sehr angenehmer Begleiter, der mit einem coolen Design und enorm viel Platz überzeugen kann. Seine gute Ausstattung und der gebotene Fahrspaß können sich ebenfalls sehen lassen. Wem die Reichweite genügt, der wird mit dem e-Rifter sicher sehr glücklich werden.

Was uns gefällt:

Das i-Cockpit, die Ausstattung, das Raumangebot, der Fahrspaß, das Design, die vielen Ablagen, der Fahrkomfort, die Agilität im unteren Bereich

Was uns nicht gefällt:

Die Reichweite könnte höher sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

Technische Daten Peugeot e-Rifter:

Peugeot e-Rifter GT

Testwagenpreis ohne Extras € 44.550,00
Testwagenpreis mit Extras € 46.554,00
davon Steuern € 7.759,00
Technische Daten
Leistung PS/KW 136/100
Max. Drehmoment Nm/bei U/min 260/300 – 3.673
Getriebe 1 Gang Automatik
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 11,7
Höchstgeschwindigkeit in km/h 135
Batteriegröße in kWh 50
Durchschnittsverbrauch in kWh 20,4 – 20,7
Reichweite in Kilometer 269 – 273
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 440,0
Breite in cm 210,7
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 187,4
Radstand in cm 278,5
Kofferraumvolumen in Liter 775 – 3.000
Leergewicht in kg 1.834
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 2.290
Max. Zuladung in kg 456