Porsche Cayenne Diesel im Test

Weißer Riese mit Diesel-Pfeffer

Dass Porsche eines Tages Geländewagen bauen und sie dann auch noch mit einem Dieselmotor bestücken wird, das konnten sich eingefleischte Fans der Marke vor 15 Jahren vermutlich nicht einmal im Ansatz vorstellen. Doch auch eine Sportwagenschmiede wie Porsche versucht einen möglichst breiten Markt abzudecken, der Panamera ist das jüngste Beispiel dafür. Da die benzingetriebenen Cayennes allesamt keine Kostverächter sind, war es also an der Zeit dem SUV einen Selbstzünder unter die Haube zu verpflanzen. Beim Motor bediente man sich im Audi-Regal, der Dreiliter TDI mit 240 PS wird dort unter anderem im Q7 verbaut. Aber ist dieses Triebwerk den hohen Ansprüchen der Porsche-Kunden gerecht? Schließlich ist der Cayenne Diesel der langsamste Vertreter der kompletten Porsche-Familie.

Rein optisch wurde der Zuffenhausener behutsam modernisiert, die wuchtige Erscheinung - für einige Leute zu wuchtig - ist geblieben, der Cayenne macht Eindruck, egal wo man hinkommt. Dass man es hier mit einem Diesel zu tun hat, merkt man zunächst gar nicht. Auf einen dementsprechenden Hinweis am Heck hat man verzichtet, die beiden Auspuffrohre stehen auch den Benzinern gut. Erst der Dreh am Zündschlüssel lässt die Tarnung auffliegen, wenngleich sich das Nageln in Grenzen hält und keinesfalls nervig ist.

Der Preis startet bei 67.260 Euro , auf den ersten Blick also gar nicht so wild. Doch eben nur auf den ersten Blick. Denn die Serienausstattung des Cayenne ist verhältnismäßig mager , und für Extras langt man kräftig hin. Unterm Strich summierten sich die Aufpreisposten auf knapp 30.000 Euro, ein Preis, für den man zum Beispiel den neuen BMW X1 mitnehmen kann. Keine Frage, die Ausstattung unseres Testwagens war tadellos, mitunter muss man aber für Dinge extra bezahlen , die man serienmäßig vermutet hätte. So kosten Bi-Xenon-Scheinwerfer gleich einmal über 1.800 Euro, eine elektronische Klimaanlage kommt auf 616 Euro, dicke Brocken sind die Lederausstattung für 3.500 Euro, die Luftfederung für 3.600 Euro, das Navi für 3.700 Euro und die 20-Zoll-Alufelgen für stolze 3.600 Euro. Und selbst die Velours-Fußmatten gibt’s nicht unter 210 Euro. Ernsthafte Interessenten werden sich daran aber vermutlich nicht stoßen, wer sich für einen Cayenne interessiert, hat vermutlich ohnedies ein Budget von 100.000 Euro eingeplant. Ob das Geld gut angelegt ist, erfahren Sie auf den nächsten Seiten.

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