Porsche Macan S Diesel - Testbericht

Der neue Porsche Macan S Diesel zeigt in unserem Test, was er kann und wie die Kombination aus SUV und Porsche passt.

Mit dem neuen Macan hat Porsche auch einen SUV unterhalb des Cayenne ins Rennen um die Gunst der Käufer geschickt. Die technische Basis teilt sich der Macan mit dem Audi Q5, optisch ist aber weder außen noch innen eine Verwandtschaft zu sehen. Der Porsche Macan wirkt sehr dynamisch und auch graziler als der große Cayenne. Vor allem das knackige Heck mit den neuen LED-Rückleuchten ist sehr gelungen.

Mit einem Basispreis von 67.695 Euro ist der Macan S Diesel dann auch noch mitten in der Preisliga seines Segments zu finden. Serienmäßig an Bord sind unter anderem 18"-Leichtmetallfelgen, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Komfortsitze vorne, eine Offroad-Taste, Tempomat und vieles mehr.

Noch länger als die Liste der Serienmitgift kann die Liste der Optionen ausfallen. Bei unserem Testauto waren unter anderem noch das Active Suspension Management, Bi-Xenon-Scheinwerfer, ein Bose Surround Sound-System, das Lederpaket, ein Panorama Glasschiebedach, der ParkAssist inkl. Rückfahrkamera, das Porsche Communication Management inkl. Navi, 20"-Leichtmetallfelgen, das Sport Chrono Paket, Sportsitze inkl. Memory und elektrischer Verstellung und noch einiges mehr an Bord. Der Gesamtpreis des Fahrzeugs schrammte mit 89.806,08 Euro nur knapp an der 90.000er-Grenze vorbei.

Im Innenraum zeigt sich der Macan dann wie ein typischer Porsche. Der Drehzahlmesser ist mittig platziert und von zwei weiteren Rundinstrumenten flankiert, wobei im rechten die Daten für Bordcomputer, Musik oder Navi dargestellt werden. Sehr schön wirkt auch die Mittelkonsole, die zum einen recht futuristisch und zum anderen sehr sportlich anmutet. Der Mix aus Chromzierleisten und Leder wirkt sehr hochwertig, und man fühlt sich im eng geschnittenen Cockpit auf Anhieb sehr wohl.

Das Platzangebot für die Passagiere ist vor allem im Fond etwas spärlich, wo man sehr schnell Kniekontakt mit den Vordersitzen aufbaut. Dafür ist trotz des dynamisch gestalteten Hecks das Kofferraumvolumen überaus großzügig dimensioniert. Zwischen 500 und 1.500 Liter fasst das Gepäckabteil, und als praktisches Feature lässt sich die Heckklappe auch elektrisch öffnen und schließen. Sehr bequem sind auch die Sitze ausgefallen, die auf langen Strecken viel Komfort und in schnellen Kurven guten Halt bieten.

Trotz seines sportlichen Designs ist der Macan S Diesel aber auch eine vernünftige Wahl, wenn es um die Effizienz des Antriebs geht. Der 3,0 Liter-Turbodiesel verfügt über eine Leistung von 258 PS (190 kW) und sorgt so für ansprechende Fahrleistungen. Warum es für den Macan allerdings nicht auch den stärkeren Diesel mit 313 PS aus dem RSQ5 gibt, ist aber etwas unverständlich.

Nicht dass der Macan S Diesel mit seinen 258 PS untermotorisiert wäre, aber selbst ein Kompaktwagen wie der  Golf R fährt um den Porsche Kreise, wenn es ums Ganze geht. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen 6,3 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit wird bei 230 km/h erreicht. Das sind keine schlechten Werte, und der Macan bietet auch viel Fahrspaß. Vor allem, wenn man in den Sport- oder Sport Plus-Modus wechselt, wo nochmals ungeahnte Reserven mobilisiert werden. Dank dem maximalen Drehmoment von 580 Nm, welches zwischen 1.750 und 2.500 U/Min bereit steht, bietet der Macan S Diesel auch viel Durchzugskraft.

Das serienmäßige Porsche-Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen schaltet zudem perfekt und auch sehr schnell. Man hat immer den passenden Gang parat, und die manuelle Schaltmöglichkeit via Schaltstick oder Wippen am Lenkrad wird somit kaum benötigt.

Im Vergleich zum Cayenne fährt sich der Macan auch spürbar agiler. Er fühlt sich wendig wie ein Go-Kart an, und auch die Straßenlage ist für einen SUV eine Klasse für sich. Selbst unter extremen Bedingungen klebt der Macan noch auf der Straße, was sicher auch dem Allradantrieb zu verdanken ist. Der Macan hat auch eine Offroad-Taste, die im Gelände alle Systeme ganz auf den Einsatz abseits der Straßen trimmt.

Doch die meisten Macan-Modelle werden ohnedies maximal die Gehsteigkante in der Stadt erklimmen müssen, wo der Gelände-Porsche auch eine gute Figur macht. Lediglich die Übersichtlichkeit ist durch die kleinen Fenster und die breite C-Säule nicht ganz so gut, dafür ist der Macan sehr wendig, auch wenn die Lenkung nicht gerade die leichtgängigste ist. Dafür ist sie aber umso direkter.

Der Macan empfiehlt sich auch als angenehmes Reisefahrzeug. Die Geräuschdämmung ist wirklich gut gelungen, und im Vergleich zu den Sportautos der Marke dringen in den Macan kaum störende Geräusche in den Innenraum vor. Selbst der Diesel erledigt seine Arbeit so leise, dass man kaum glauben würde, in einem Selbstzünder zu sitzen. Die Soundingenieure haben es geschafft, dass der Diesel eher nach V8 Benziner klingt.

Deutlich überschritten haben wir den vom Werk angegebenen Verbrauch von 6,3 Liter pro 100 Kilometer, was sicher auch daran liegt, dass der Macan einfach zu einer sportlicheren Gangart verleitet. Wir sind im Schnitt auf 7,8 Liter gekommen, wer es noch sportlicher angeht, wird aber durchaus auch in die 9-Liter-Region vorstoßen.

Dennoch ist der Macan S Diesel wohl der effizienteste Porsche und hat in unserem Test gezeigt, dass auch ein SUV das Zeug zum Porsche hat. Im Vergleich zum Cayenne ist er auch wesentlich dynamischer zu bewegen und kann mit viel Fahrspaß aufwarten. Wenn jetzt noch der stärkere Diesel in den Macan Einzug hält, hat man den perfekten Mix aus Porsche, Geländewagen und Sparsamkeit gefunden.

Was uns gefällt:

das Design, das Kofferraumvolumen, die Ausstattung, die Straßenlage, die Wendigkeit

Was uns nicht gefällt:

die Rundumsicht, das Platzangebot im Fond, dass man in einem Porsche von einem Serien-Golf abgehängt werden könnte

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1-

Kommentare