Renault Austral E-TECH Full Hybrid 200 – Testbericht

Der Renault Austral ist der neue kompakte SUV-Star im Renault-Modellprogramm. Wie sehr die Entwicklung im Vergleich zum Vorgänger vorangeschritten ist, verraten wir im Test.

Mit dem Austral hat Renault nicht nur einen neuen Namen für seinen kompakten SUV gewählt, er soll auch einen neuen Meilenstein bei der Entwicklung darstellen.

Schon im Mai hat der Austral in unserem Test überzeugen können , jetzt verraten wir in unserem neuen Test, wie sehr er sich von seinem Vorgänger, dem Kadjar , unterscheidet.

Es ist dabei sehr eindrucksvoll zu sehen, wie rasant Renault den kompakten SUV weiterentwickelt hat.

Vor ein paar Jahrzehnten wären solch massive Verbesserungen über mehrere Generationen hinweg erfolgt, nicht nur über eine einzige.

Schon beim Design merkt man, dass hier eine neue Ära eingeläutet wurde. Die bullige Frontpartie mit den Matrix LED-Scheinwerfern zeigt sich äußerst modern und sehr dynamisch.

Im Vergleich zum Kadjar wirkt der Austral in jede Richtung viel bulliger, auch das Heck kann mit einem deutlich moderneren Look und sehr auffälligen LED-Rückleuchten aufwarten.

Der Austral wirkt optisch auch deutlich größer als sein Vorgänger, ist tatsächlich aber nur um rund 3 Zentimeter in der Länge gewachsen, in der Breite ist er sogar eine Spur schmäler.

Geräumiger und moderner Innenraum

Dafür ist er in der Höhe gewachsen und hat auch einen längeren Radstand. Dadurch ist das Raumangebot für die Passagiere großzügiger als davor.

Lediglich der Kofferraum ist durch den Platzbedarf für die Hybridtechnik um ein paar Liter kleiner geworden, statt bis zu 1.478 Liter stehen jetzt 1.455 Liter zur Verfügung.

Damit lässt es sich aber sicher leicht leben, vor allem da der restliche Innenraum deutlich an Wertigkeit, Platz und Ambiente gewonnen hat.

Zwar zeigte sich der Kadjar auch schon mit einem sehr wohnlichen Interieur, jenes vom Austral besticht aber mit einem deutlich moderneren Look und bietet wesentlich mehr Raum.

Die verwendeten Materialien sind zudem hochwertiger, und das Design zeigt sich deutlich mehr im Detail durchdacht als beim Vorgänger.

Schon das neue Digitalcockpit und der zum Fahrer geneigte 12“-Touchscreen im Hochformat zeigen, dass im Austral eine neue Ära begonnen hat.

Im direkten Vergleich wirkt der Arbeitsplatz vom Kadjar altbacken und nicht wie aus einem anderen Jahr, sondern wie aus einem anderen Jahrzehnt. Sowohl die Bedienung des Austral-Touchscreens, als auch die grafische Darstellung wirken hyper-modern, sind aber dennoch intuitiv handzuhaben.

Auch die großzügigen Ablagen im Austral sind eine Klasse für sich. Auf der wuchtigen Konsole zwischen Fahrer und Beifahrer gibt es sowohl ein Fach mit klappbarer Öffnung als auch eine verschiebbare Abdeckung, bei der man ein großes Fach vor neugierigen Blicken schützen kann.

Clevere Details im neuen Renault Austral

Nachdem der Automatikwahlhebel hinter das Lenkrad über den Scheibenwischer gewandert ist, hatten die Designer viele Möglichkeiten, die Mittelkonsole so funktionell wie möglich zu gestalten und eben die erwähnten Features entwickelt.

Aber nicht nur bei der Gestaltung des Innenraums merkt man den gewaltigen Sprung nach vorne, auch bei der Technik hat sich sehr viel getan.

Renault beweist mit dem neuen Austral und dessen Vollhybrid-Antrieb, dass auch bei Verbrennungsmotoren noch viel Spielraum für Effizienz vorhanden ist, wenn man die Aggregate elektrifiziert.

Der Aufwand dafür ist sowohl von den Ressourcen als auch vom Material her deutlich geringer als bei rein elektrischen Antrieben, die Effizienz aber dennoch hervorragend.

Im neuen Austral arbeitet eine Kombination aus 3-Zylinder-Benzinmotor mit 131 PS (96 kW) und einem Elektromotor. Die Systemleistung liegt bei 200 PS (147 kW), womit der neue Austral um 40 PS stärker ist als der 160 PS (117 kW) starke Kadjar TCe 160, der das vorherige Topmodell darstellte.

Der Hybridantrieb ermöglicht dabei nicht nur viel mehr Fahrspaß, er ist auch deutlich effizienter. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen nur 8,4 Sekunden, während der Vorgänger noch 9,3 Sekunden für die gleiche Aufgabe benötigt hat.

Sehr sparsam beim Verbrauch

Lediglich die Höchstgeschwindigkeit hat man beim neuen Austral auf 175 km/h elektronisch abgeregelt, wobei er ohne diese Abregelung sicher auch schneller als der Vorgänger mit seinen 210 km/h Höchstgeschwindigkeit wäre.

Nachdem man in Österreich ohnedies nur 130 km/h fahren darf, wird diese Limitierung aber ohnedies nur für jene ärgerlich sein, die nicht sonderlich am Führerschein hängen.

Dafür kann der neue Austral trotz mehr Leistung und deutlich agilerem Verhalten beim Zwischensprint mit einem wesentlich geringeren Verbrauch aufwarten.

Während der 160 PS starke Kadjar pro 100 Kilometern einen angegebenen Verbrauch von 5,9 Litern hatte, ist der Verbrauch beim 200 PS starken Austral nur noch 4,7 Liter pro 100 Kilometern.

Wir sind bei unserem Test im Schnitt auf 6,2 Liter gekommen, haben dabei aber auch nicht auf Fahrspaß verzichtet. Wer im Eco-Modus unterwegs ist, wird sicher in die Region um die 5 Liter kommen können.

Ebenfalls einen Quantensprung haben wir in Bezug auf Fahrkomfort und Straßenlage bemerkt. Der Austral liegt nicht nur deutlich besser auf der Straße, in Kombination mit dem 4 Control Advanced Fahrwerk ist er auch wesentlich agiler zu bewegen.

Top Sicherheitsausstattung

Trotz sportlicher Ausstattungslinie ist er zudem sehr komfortabel abgestimmt und erfreut auch auf der Langstrecke mit viel Komfort.

Ebenfalls aufgewertet zeigt sich die Sicherheitsausstattung, der neue Austral hat bis hin zum adaptiven Tempomat alles an Bord was das Herz begehrt, die Systeme wurden im Vergleich zum Vorgänger verfeinert und auch im Umfang erweitert.

Auch die LED-Matrix-Scheinwerfer im neuen Austral sind eine sichtbare Verbesserung im Vergleich zum Kadjar.

Einziger Wermutstropfen ist, dass sich das gesamte Fahrzeug nicht nur deutlich verbessert zeigt, der Austral ist auch teurer geworden. Im Vergleich zum Vorgänger hat man zwar auch jede Menge mehr Features an Bord, der Listenpreis ist mit rund 45.000,- Euro auch 10.000,- Euro über dem Vorgänger angesiedelt.

In unserem Test hat der Renault Austral aber gezeigt, dass er auch jeden Cent, den er mehr kostet, wert ist. Er ist nicht nur deutlich hochwertiger und moderner ausgeführt, er zeigt sich auch im täglichen Leben als sehr angenehmer Begleiter.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, das Cockpit, der Fahrdynamik, die Geräuschdämmung, die Allradlenkung

Was uns nicht gefällt:

Das Multi-Mode-Automatikgetriebe, dass sich der Benzinmotor akustisch nicht unbemerkt hinzu schaltet

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

Weitere Infos zu Renault finden Sie unter www.renault.at

Technische Daten Renault Austral:

Renault Austral Iconic Esprit Alpine E-Tech Hybrid 200
Testwagenpreis ohne Extras € 45.020,00
Testwagenpreis mit Extras € 51.523,75
davon Steuern € 8.942,14
Technische Daten
Zylinder 3
Hubraum in ccm 1.199
Leistung PS/KW 131/96
Systemleistung PS/KW 200/147
Getriebe Multi-Mode-Automatik
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 8,4
Höchstgeschwindigkeit in km/h 175
Durchschnittsverbrauch in Liter 4,7
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 106
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 451,0
Breite in cm 182,5
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 164,4
Radstand in cm 266,7
Kofferraumvolumen in Liter 430 – 1.455
Tankinhalt in Liter 55
Leergewicht in kg 1.696
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 2.153
Max. Zuladung in kg 457