Renault Captur - Testbericht

Der Renault Captur bringt als kleines Crossover viel Farbe ins Renault-Modellprogramm und zeigt in unserem Test, dass er nicht nur beim Design top ist.

Die kleinen Crossover-Modelle sind derzeit stark im Vormarsch, und auch Renault hat mit dem Captur seit 2013 ein passendes Modell im Programm. Der 412,2 cm lange Captur teilt sich die Basis mit dem Clio, ist aber durch den höheren Aufbau und einen geringfügig größeren Radstand noch geräumiger im Innenraum.

Das Design ist sehr eigenständig, und dem Captur passt die neue Renault-Designsprache so gut wie keinem anderen Modell. Hinzu kommt die farbenfrohe Gestaltung des Fahrzeugs, wodurch der moderne Franzose den grauen Alltag etwas erhellt und sich wohltuend von der breiten Masse der Fahrzeuge abhebt.

Für unseren Test haben wir den Captur mit dem sparsamen 90 PS-Dieselmotor und der höchsten Ausstattungsstufe "Dynamique" gewählt. Zum Preis von 21.200 Euro bekommt der Kunde dann schon ein sehr komplett ausgestattetes Fahrzeug geliefert.

Mit an Bord sind unter anderem ABS, ESP, sechs Airbags, eine Klimaautomatik, das schlüssellose Zugangs- und Startsystem, ein Tempomat, das Radio-Navigationssystem MEDIA NAV mit 7"-Touchscreen, elektrische Fensterheber, die Zweifarbenlackierung, ein Regen- und Lichtsensor sowie 17"-Leichtmetallfelgen.

Als Option hatte unser Testauto dann noch das City-Paket 2 inkl. Einparkhilfe hinten, Rückfahrkamera und elektrisch anklappbare Außenspiegel, beheizbare Vordersitze, das R-Link Navigationssystem inkl. Online-Zugang, das Design-Paket Schwarz, Aufkleber am Dach, das Themenpaket "Captur" im Innenraum, ein Notrad mit Wagenheber und die Arizona-Orange-Metallic-Lackierung mit einem Dach in Black-Pear. Der Gesamtpreis summiert sich mit den Extras dann auf 23.832,28 Euro, ein durchaus fairer Preis in Anbetracht der überkompletten Ausstattung.

So farbenfroh sich der Captur von außen präsentiert, so farbenfroh geht es auch im Innenraum weiter. Die Kombination aus bunten Sitzen, der orangen Umrandung von Mittelkonsole, Lautsprechern und Lüftungsdüsen sowie den Zierelementen in Chrom und Klavierlackoptik steht dem praktischen Crossover sehr gut.

Neben der guten Übersichtlichkeit ist auch die einfache Bedienung aller Funktionen ein Pluspunkt des Captur. Man findet sich selbst bei dem Touchscreen-Display auf Anhieb zurecht, und auch der neu gestaltete Armaturenträger mit analogem Drehzahlmesser und Digitaltacho passt sehr gut zum frischen Look des Captur.

Hinzu kommt ein für die Fahrzeuggröße sehr großzügiges Platzangebot, selbst in der zweiten Reihe finden auch groß gewachsene Passagiere viel Platz. Sehr vielseitig nutzbar zeigt sich auch der Kofferraum, der über eine herausnehmbare Zwischenebene verfügt. So kann man sich entweder über eine ebene Kofferraumfläche mit 377 Liter Fassungsvermögen oder über eine tiefere Ladekante und 455 Liter freuen. Wer die Rücksitze umklappt, kommt gar auf 1.235 Liter Volumen. Im Innenraum sind zudem noch viele Ablagen untergebracht, vor allem das große Fach am unteren Ende der Mittelkonsole, wo auch AUX- und USB-Anschluss zu Hause sind, ist sehr praktisch.

Für ein sparsames und zugleich recht zügiges Vorankommen soll dann der 1,5 Liter Dieselmotor des dCi 90 sorgen. Mit einer Leistung von 90 PS (66 kW) und einem maximalen Drehmoment von 220 Nm, welches schon bei 1.750 U/Min bereit steht, hat der Motor leichtes Spiel mit dem rund 1,25 Tonnen schweren Renault.

In der Praxis lässt sich der Captur sehr spritzig bewegen, auch wenn die vom Werk angegebene Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 13,1 Sekunden dies gar nicht vermuten lassen würde, hier ist der Renault in der Praxis sicher flotter zu bewegen. Die Höchstgeschwindigkeit von 171 km/h sollte auch ausreichend sein, und der Captur erlaubt trotz hohem Aufbau eine sehr sportliche Gangart.

Das manuelle 5-Gang-Getriebe ist sehr gut abgestuft, und selbst bei Autobahntempo bleibt es sehr leise im Innenraum, lediglich leichte Abroll- und Windgeräusche sind hier wahrnehmbar. Zudem lässt sich der Captur gleichermaßen schaltfaul wie sparsam bewegen, eine Kombination, die sehr überrascht.

Die vom Werk angegebenen 3,7 Liter Durchschnittsverbrauch sind für Spritsparkünstler sicher erreichbar, wir haben bei sanfter Gangart 4,1 Liter erreicht und im normalen Betrieb, ohne Verzicht auf Fahrspaß, die 100 Kilometer mit 4,9 Liter absolviert - ein Wert der in Bezug auf Fahrspaß und Fahrzeuggröße sehr in Ordnung ist.

Gut gefallen hat der Captur in unserem Test auch mit seiner Wendigkeit. Die leichtgängige, aber durchaus direkte Lenkung kann auf der Landstraße ebenso überzeugen wie im Gewühl der Stadt, wo es oft eng wird. Durch die erhöhte Sitzposition hat man im Captur auch immer einen perfekten Überblick über das Verkehrsgeschehen, und auch die Rundumsicht ist durch die großen Fensterflächen sehr in Ordnung. Die Rückfahrkamera ermöglicht zudem ein millimetergenaues Einparken und liefert ein sehr gutes Bild auf das 7"-Touchscreen-Display in der Mittelkonsole.

Mit dem Captur hat Renault auf jeden Fall ein sehr gutes Auto auf die Räder gestellt. Sein modernes Design und die überkomplette Ausstattung machen ihn zu einer interessanten Alternative im heiß umkämpften Segment der kleinen Crossover.

Wer zudem noch sehr sparsam unterwegs sein möchte, ist mit dem Diesel bestens bedient. Er ist kultiviert im Antritt, sorgt für genug Fahrspaß und bleibt dennoch sehr sparsam.

Viele praktische Details, wie etwa die abnehmbaren und waschbaren Sitzbezüge oder das Handschuhfach, welches als praktische Lade ausgeführt ist, sprechen ebenfalls für den stylischen Franzosen.

Was uns gefällt:

das Design, die überkomplette Ausstattung, die pfiffigen Detaillösungen, der Verbrauch, das Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

dass die Reaktion des R-Link-Systems auf Eingaben manchmal recht langsam ist

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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