Renault Mégane Grandtour 130 PS Benziner - Testbericht

Fesch? Ja. Dynamisch? Sicher. Avantgardistisch? Nicht mehr.

Renaults alter Design-Fuchs Patrick le Quement - er geht mit Jahresende in Pension - hatte immer schon ein Faible für Ausgefallenes (Avantime, Vel Satis, der Entenbürzel des alten Mégane). Diesem Faible durfte er in Boom-Zeiten auch gerne frönen.

Doch in unserer wirtschaftlich angespannten Situation, in der Kunden auch optisch lieber auf sichere Werte setzen, schaffte er es ebenso, auf dem Boden zu bleiben. Fad müssen die Autos deshalb ja noch lange nicht aussehen - das beweist der neue Mégane Grandtour . In Sachen Avantgarde beschränkt man sich auf Details. Etwa die bogenförmig gezeichneten Scheinwerfer und die zangenartigen Rücklichter. Der Rest wurde sanft gerundet, wirkt aber nicht fett, sondern fesch. Die dynamisch nach hinten abfallende Dachlinie samt gegengleich ansteigender Gürtellinie bildet zweifellos die Basis, auf der gutes Kombidesign steht.

Nach wie vor ist es en vogue, dass Autos von Modell zu Modell kräftig wachsen. Auch wenn die Bezeichnung "Kompaktklasse" für Viereinhalbmeter-Fahrzeuge schon etwas seltsam anmutet. Der Mégane Grandtour wuchs gegenüber seinem Vorgänger denn auch um sechs Zentimeter auf inzwischen 4,56 Meter. In der Breite sind es vergleichsweise bescheidene drei (auf 1,80 Meter), in der Höhe ist es ein Zentimeter (auf 1,47 Meter). Die Motorenpalette reicht beim Grandtour von 100 bis 140 Benziner-PS sowie von 90 bis 130 Diesel-Pferden. Wir nahmen uns die wohl interessanteste Motorisierung zur Brust:

Den 1,4-Liter-Benziner mit 130 Turbo-PS, ein gelungenes Beispiel für Renaults aktuelle "Downsizing"- Bemühungen (soll heißen: kleine Motoren bringen dank Turboaufladung ordentlich Leistung und verbrauchen bei vernünftiger Fahrweise trotzdem weniger als gleich starke Sauger). Mit einem Preis von 23.787 Euro ist der topausgestattete TCe um ganze 2500 Euro günstiger als der gleich starke Diesel-Mégane. Da geraten selbst gestandene Ölbrenner-Fans ins Grübeln. Ein Blick auf die Konkurrenzpreise offenbart: Nicht die Renault-Diesel sind überteuert, sondern der TCe ist ein besonders knapp kalkuliertes Angebot. Als besonderes Zuckerl gibt's bis Jahresende nicht nur 1.000 Euro Bonus, sondern auch 1.500 Euro zusätzliche Eintauschprämie für's Altfahrzeug. Uns soll’s recht sein, nehmen wir Platz!

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