Renault Megane Grandtour - Testbericht

Der familienfreundliche Megane ist in Kombination mit dem 110 PS Dieselmotor jetzt auch mit Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Im Test zeigt er, was er kann.

Es ist für den Renault Megane bislang ein sehr gutes Jahr. Er ist nicht nur das derzeit beliebteste Modell im Renault-Programm, er hat auch mit dem Doppelkupplungs-getriebe EDC eine interessante Getriebe-Alternative bekommen. Zudem gibt es den Megane auch mit neuen Ausstattungspaketen wie der GT-Line und als Sondermodell wie dem Tonic- und der Bose-Edition. Die günstigste Variante, den Megane Grandtour zu fahren, ist der 1,6 16V mit 100 PS Benzinmotor in der Tonic-Ausstattung, den es derzeit als Aktion um 14.990 Euro gibt.

Für unseren Test haben wir uns aber für den dCi 110 Diesel entschieden, der mit dem neuen EDC (Efficient Dual Clutch) Doppelkupplungs- getriebe erhältlich ist. Mit der gehobenen Dynamic-Ausstattung startet man bei 25.400 Euro. Unser Testwagen hatte dann als optisches Highlight das GT-Line-Paket, welches neben einer sportlichen Front- und Heckschürze auch jede Menge Alu- und "dark-metal"-Optik, 17"-Alufelgen, Sportsitze, ein Sport-Fahrwerk und einen analogen Tachometer beinhaltet. Im Luxuspaket, das ebenfalls mit an Bord war, bekommt man dann noch die automatische Feststellbremse, Bi-Xenon Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht und eine Einparkhilfe vorne und hinten. Doch damit nicht genug des Luxus, es waren nämlich auch noch das schlüssellose Zugangssystem "Handsfree Entry&Drive", ein CD-Radio mit 4x35 Watt und 3D Sound by Arkamys, das Carminat TomTom-Navi und eine Metallisee-Lackierung mit dabei.

Trotz der wirklich umfangreichen Ausstattung (Tempomat, Servolenkung, elektrische Fensterheber, 2-Zonen-Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Lederlenkrad, elektrisch verstell- und anklappbare Spiegel sowie ein Sicherheitspaket, welches 5-Sterne im EuroNCAP Test bringt, sind sowieso beim Dynamique schon dabei) kommt der Test-Megane auf nur 29.457 Euro - ein Top-Preis. Mit dem 1,5 Liter Dieselmotor mit 110 PS hat man zudem einen sehr  guten Kompromiss aus Sparsamkeit und Spritzigkeit gewählt, der in Kombination mit dem automatischen 6-Gang EDC-Getriebe perfekt harmoniert. Das neue Doppelkupplungsgetriebe macht seine Arbeit wirklich perfekt. Die seidenweichen Gangwechsel, egal in welchem Drehzahlbereich, lassen auch hartnäckigen Fans des manuellen Schaltgetriebe ein "wow, cool!" entweichen. Im Stadtbetrieb gehen die Gangwechsel ebenso unbemerkt von statten, wie bei Überholvorgängen auf der Landstraße. Das EDC-Getriebe hat immer in wenigen Millisekunden den für die jeweilige Fahrsituation passenden Gang parat.

So verwundert es dann auch nicht, dass der kompakte Franzose mit EDC den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h um 0,1 Sekunden schneller bewältigt als sein Kollege mit Gangschaltung. Das Werk gibt beim Sprint von 0 auf 100 km/h 12,6 Sekunden an, Subjektiv erledigt der Megane diese Aufgabe aber rascher. Die Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ist dann sowohl beim Megane Grandtour mit manueller Schaltung als auch mit EDC gleich hoch. Auch der Durchschnittsverbrauch soll bei beiden Getriebevarianten gleich sein und wird mit 4,4 Liter pro 100 Kilometer angegeben, was einem CO2-Ausstoß von 114 Gramm pro Kilometer entspricht. In unserem Test hat sich der Megane 6,0 Liter Diesel gegönnt, ein Wert, der in Bezug auf die Leistung und die Getriebevariante aber trotzdem nicht schlecht ist. Immerhin haben wir uns auch von der sportlichen Optik leiten lassen und den geräumigen Franzosen nicht gerade über die Straßen dieses Landes getragen.

Die Kombination aus Motor, der schnellen Schaltung und dem sportlichen Fahrwerk lassen jede Kurve zum Genuss werden und mit dem jeweils maximal erlaubten Tempo bewältigen. Der Megane fährt sich wie auf Schienen, was vielleicht auch am Sportfahrwerk der GT-Line-Ausstattung liegen mag. Die Federung ist dabei nicht unangenehm und würde auch komfortorientierten Menschen gefallen. Der Innenraum setzt die sportlichen Attribute fort. Überall begegnen einem die in Aluoptik eingefassten Instrumente, Schalter und Zierleisten, und auch die Sportsitze bieten tollen Seitenhalt und Langstrecken-Komfort. Allerdings sind die Sitze auch eher für sportliche Menschen gedacht. Wer einen Body Mass Index deutlich über "Normalgewicht" hat, der wird mit den Sportsitzen nicht glücklich sein, da diese im Bereich der Oberschenkel recht eng sind.

Ansonsten gibt es in puncto Komfort und Luxus nichts zu beanstanden, der Megane Grandtour verwöhnt seine Passagiere wie kaum ein anderer und nimmt auch dem Fahrer vieles ab. Dank Keyless Entry&Drive kann der Autoschlüssel nicht nur während der Fahrt in der Tasche bleiben, auch die Ent- bzw. Verriegelung des Autos geht innerhalb weniger Meter rund um das Fahrzeug automatisch. Beim Anfahren wird automatisch die Handbremse gelöst, die beim Abstellen ohne Zutun des Fahrers aktiviert wurde. Im Innenraum bleibt es selbst bei Autobahntempo noch angenehm leise, und sowohl die Fahrgäste als auch das Gepäck haben genug Platz zur Verfügung. Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 486 und 1.595 Liter, je nach Sitzkonfiguration. Wer auf das Reserverad verzichtet, kommt sogar auf mindestens 524 Liter Kofferraumvolumen. Zudem findet man sich sehr schnell zurecht, alle Schalter sind logisch und griffgünstig platziert. Die Steuerung des Navigationssystems erfolgt sehr praktisch über einen Joystick in der Mittelkonsole. Großer Vorteil des GT-Line-Pakets ist auch der analoge Tachometer, der wesentlich besser zum Megane passt als der sonst verbaute Digitaltacho. Der Megane mit dem 110 PS dCi Motor und dem EDC-Doppelkupplungsgetriebe ist wirklich ein Geheimtipp für Familien, die viel Platz benötigen, aber auch gerne sportlich, komfortabel und sicher unterwegs sein möchten. Mit dem GT-Line-Paket hat man zudem eine schnittige Optik, und der Fahrspaß kommt trotz Sparpotential nicht zu kurz.

Was uns gefällt:
Das EDC-Doppelkupplungsgetriebe, der sportliche Charakter in Kombination mit der Familienfreundlichkeit, der Fahrspaß, wie einem der Megane lästige Arbeiten abnimmt.

Was uns nicht gefällt:
Wenn wir stärker gebaut wären, würden uns die Sportsitze nicht gefallen.

Testzeugnis:
Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2