Testbericht: Cupra Ateca 300 PS TSI mit Allrad

Mit dem Cupra Ateca bringt die neue Marke aus Spanien ein absolutes Highlight in der kompakten SUV-Klasse auf den Markt. Wir verraten, was der Porsche-Killer alles kann.

Die neue Submarke von Seat soll noch mehr Emotionen wecken und die sportlichsten Modelle der Spanier in einer Marke vereinen. Als erstes Modell steht der Cupra Ateca zur Verfügung, der die sportlichste Möglichkeit darstellt, einen Ateca zu fahren. Optisch hebt er sich nicht nur durch das andere Logo und die dazu gehörigen bronzefarbigen Dekorelemente ab, er versprüht Dynamik bis ins kleinste Detail.

Besonders gut steht dem Cupra Ateca das Granit-Grau Metallic, das die sportlichen Gene und seinen Charme extrem wirkungsvoll zur Geltung bringt. Zudem besticht der Cupra mit einem Mix, den man in dieser Klasse nur selten findet. Wer einen kompakten SUV mit viel Sportlichkeit sucht, musste bislang mit den eng geschnittenen Topversionen von BMW X2 oder Mercedes GLA Vorlieb nehmen. Konzernintern kann man noch den Porsche Macan zum Vergleich heranziehen, dieser sticht den Cupra Ateca aber lediglich um 15 Liter beim Kofferraumvolumen und in der Fahrzeuglänge aus.

Preislich in der Basis um über 20.000 Euro teurer, sieht der Porsche Macan-Fahrer aber nur das Heck des Cupra Ateca, der um 1,5 Sekunden schneller von 0 auf 100 km/h beschleunigt und eine um über 20 km/h höhere Endgeschwindigkeit zu bieten hat. Selbst wer den um rund 32.000 Euro teureren Macan S mit 354 PS wählt, benötigt für den Sprint um 0,1 Sekunden länger, womit der neue Cupra auch den bislang stärksten Porsche Macan in Schach halten kann.

Der 2,0 TSI im Cupra Ateca besticht nämlich mit einer Leistung von 300 PS (221 kW) und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm, welches zwischen 2.000 und 5.200 U/Min zur Verfügung steht. In Kombination mit dem schnell schaltenden 7-Gang-DSG-Getriebe ergeben sich so wirklich sensationelle Fahrleistungen. Der Fahrer kann aus verschiedenen Fahrmodi wählen, die dem Ateca einen jeweils ganz eigenen Charakter verleihen.

Wer den Cupra Ateca als braven Familien-SUV steuern möchte, kann im Comfort-Modus die Vorzüge dieser Fahrzeugklasse genießen. Der Motor zeigt sich zwar auch hier schon sehr kraftvoll, bleibt aber von der Akustik noch etwas zurückhaltend. Schaltet man in den Sport- oder Cupra-Modus, wird der Sportsgeist im Ateca aber so richtig geweckt, und man ist sich nicht mehr sicher, ob man tatsächlich noch in einem SUV sitzt, oder schon in einem Sportwagen. Lediglich die höhere Sitzposition erinnert einen immer daran, keinen reinrassigen Sportwagen zu steuern.

In nur 5,2 Sekunden sprintet man von 0 auf 100 km/h und erlebt dabei einen herrlich sonoren Motorklang, der das Herz jedes Autofans höher schlagen lässt. Der Cupra Ateca liefert die Leistung dabei mit solch brachialer Gewalt, dass man in jeder Situation Fahrspaß pur genießen kann. Nicht nur vom Start weg erlebt man eine Beschleunigungsorgie der Extraklasse, auch beim Zwischensprint zeigt der Cupra Ateca beste Elastizität.

Obwohl das 7-Gang-DSG-Getriebe ohnehin immer von selbst den besten Gang parat hat, kann man via Schaltwippen am Lenkrad die Gänge auch gerne selbst sortieren. Der 4Drive Allradantrieb sorgt bei jeder Witterung für beste Traktion und bringt die Kraft souverän auf die Straße. Die direkte Lenkung und die schnellen Schaltvorgänge der  Automatik sorgen zusätzlich für ein Plus an Fahrspaß. Man kann den Cupra dabei um enge Kurven zirkeln, wie man es sonst nur von wendigen Roadstern gewohnt ist, die Straßenlage ist immer sensationell.

Bei so viel Sportlichkeit und Fahrspaß verwundert es kaum, dass der Verbrauch hohen Schwankungsbreiten unterliegt. Bewegt man den rassigen Spanier mit zartem Gasfuß, kann man an die vom Werk angegebenen 7,4 Liter pro 100 Kilometer herankommen. Wer eher zum Bleifuß neigt, wird den Verbrauch auch schnell über 10 Liter treiben. Wir haben den Cupra Ateca zwar mit viel Fahrspaß bewegt, aber nicht dauernd dessen Leistungspotenzial voll ausgeschöpft und sind auf rund 9,3 Liter pro 100 Kilometer gekommen.

Trotz aller Sportlichkeit ist man im Cupra Ateca immer noch so komfortabel unterwegs, dass man mit ihm gerne täglich weite Strecken absolvieren möchte. Die Alcantara/Ledersitze bieten dabei besten Halt und auch viel Langstreckentauglichkeit. Sehr gut gefallen hat uns das zum sportlichen Stil gut passende griffige Cupra-Sportlenkrad, das ebenso wie die Sitze mit Ziernähten in Bronze aufwarten kann.

Ansonsten präsentiert sich der Innenraum so funktionell und übersichtlich wie im Seat Ateca. Auch das Platzangebot ist sehr großzügig, und das Kofferraumvolumen ist mit 485 Litern Fassungsvermögen ebenfalls für die große Urlaubsreise perfekt dimensioniert. Im Vergleich zum Ateca zählen aber der Digitaltacho mit verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten und einige weitere Features, wie das Keyless-System oder das Navigationssystem Plus, beim Cupra schon zur Serienausstattung. Der Listenpreis ist mit 47.290 Euro sehr fair kalkuliert, vor allem weil neben den Annehmlichkeiten im Innenraum auch schon Full-LED-Scheinwerfer, eine adaptive Dämpferreglung und vieles mehr zur Serienausstattung zählt.

Natürlich gibt es noch Platz für Extras. Wir erfreuten uns noch an dem Assistenz-Paket Cupra, dem Beats Audio Soundsystem, einer Brembo-Bremsanlage, DAB, einer elektrischen Heckklappe, einem Panorama-Glasdach, einer schwenkbaren Anhängevorrichtung und der Metallic-Lackierung. Der Gesamtpreis klettert damit auf 57.325 Euro und ist immer noch eine Okkasion - der Porsche  Macan kostet mit vergleichbarer Ausstattung knapp 92.000 Euro und ist dennoch deutlich langsamer als der flotte Spanier.

Mit dem Cupra Ateca hat die junge spanische Marke also wirklich einen Porsche-Killer auf die Räder gestellt. Er ist für alle bestens geeignet, die weniger auf Image, aber viel mehr auf Fahrspaß stehen, dabei aber nicht auf viel Platz und ein hohes Maß an Familientauglichkeit verzichten möchten. Mit der Preisdifferenz zum Porsche ginge sich noch ein nagelneuer Seat Leon ST 1,5 TGI DSG als Zweitwagen aus, wenn man sein grünes Gewissen noch erleichtern möchte.

Was uns gefällt:

Das Design, der Fahrspaß, der Motor, der Sound, das Platzangebot, die Straßenlage

Was uns nicht gefällt:

Dass man eigentlich immer versucht ist zu schnell unterwegs zu sein…

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-