Seat Alhambra 2.0 TDI 150 4Drive - Testbericht

Caramba, Alhambra! Der Famlienvan der Spanier prägt seit mehr als 20 Jahren unser Straßenbild. Sein neues Facelift war Grund für uns, das Geheimnis des Erfolges zu erforschen.

Im Sommer letzten Jahres hat Seat sein aktuelles Modell des Alhambra vorgestellt. Wir haben uns für Sie den 150 PS Diesel in der Allradvariante angeschaut. In Verbindung mit der Executive Plus-Ausstattung wurde somit das Beste aus Komfort und Fahrspaß vereint. Die Kombination Diesel, mittlere PS-Stärke und Allrad verspricht eine breite Masse an Käuferklientel zu begeistern. In der Executive Plus-Ausstattung kostet der so gerüstete Spanier 42.690 Euro.

Dafür erhält man jedoch schon ein breites Spektrum an Komfortfeatures, die man gerade bei einem Van nicht missen möchte: Unter anderem finden sich hier eine separate Steuerung der 3-Zonen-Climatronic im Fond, Ablageboxen unter den Vordersitzen und im Boden des Fonds, elektrisch verstellbare und beheizbare Seitenspiegel, die sich automatisch anklappen lassen und für das Auge ein Chrompaket im Innenraum. Doch auch der Fahrkomfort kommt nicht zu kurz: Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, Coming-Home-Beleuchtung und Fernlichtassistent sowie ein selbstabblendender Innenspiegel sind ebenfalls Teil dieser Ausstattung. Winterpaket, Technikpaket 1, Regensensor, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und nicht zu vergessen ein Navigationssystem sind ebenfalls in diesem Preis inkludiert.

Als Aufpreis schlagen bei unserem Testfahrzeug die schwenkbare Anhängevorrichtung, die per Knopfdruck aus dem Kofferraum gesteuert werden kann, das Winterpaket 2, Seat-Full Link und das 7-Sitzer-Paket zu buche, das vor allem für Familien fast ein Must-have ist. Damit wandern dann 45.325 Euro beim Händler des Vertrauens über den Ladentisch.

Der Innenraum des Spaniers überzeugt durch seine ansprechende Gestaltung. Pflegeleichte Materialien, die besonders Familien entgegenkommen, wurden derart ästhetisch verarbeitet, dass man sich sofort wohlfühlt. Zierleisten in Carbonoptik und chromeingefasste Luftausströmer bilden ein gefälliges Gesamtbild. Zentraler Blickfang ist das Display der Multimediaanlage mit integriertem Navi. Dank Seat Full Link können auch ausgewählte Smartphone Apps auf diesem Display dargestellt werden.

Die Stoffsitze vorne sind auf komfortables Reisen ausgelegt. Eine dreistufige Sitzheizung schafft bei kühleren Außentemperaturen schnell das richtige Klima. Der Fahrersitz kann teilweise elektrisch angepasst werden, sodass man rasch die richtige Position hinter dem Lenkrad findet. Unter der Mittelarmlehne befindet sich ein tiefes Staufach für eine große Wasserflasche oder Handy und dergleichen. Hier sind auch USB- und AUX-Anschlüsse zu finden.

Für einen Van zählen jedoch die Qualitäten für die mitreisenden Personen. So erfreuen sich die drei Gäste im Fond über Einzelsitze, die einzeln längs verschiebbar sind. Dadurch ist effektiv Platz für drei Erwachsene. Diese haben die Möglichkeit, die Klimatisierung im Fond automatisch unabhängig von vorne zu regeln. Kleine Tischchen in den Rücklehnen der Vordersitze und eine Strombuchse ermöglichen sogar das Arbeiten in der zweiten Reihe.

Wer gelegentlich mehr als fünf Plätze benötigt, wird die 860 Euro für das 7-Sitzer-Paket investieren. Die zusätzlichen Sitze sind flach versenkt und können einfach hochgezogen werden. Dafür ist wenig Kraft und Geschicklichkeit notwendig, sodass dies rasch von statten geht. Die dritte Sitzreihe besitzt kleine Armlehnen und Luftausströmer. Aufgrund der Schiebetüren und der flexiblen Sitze davor klappt das Ein- und Aussteigen ebenfalls gut. Wer für sieben Sitze optiert, muss sich bei der Fahrt entscheiden: Personen oder Laderaum. Mit hochgeklappter dritter Sitzreihe schrumpft das Ladevolumen auf 300 Liter, was aufgrund der Rückenlehnen eben nur schmal und hoch ist. Klappt man diese um, so fasst der Alhambra 955 Liter. Plant man einen Umzug oder eine Nacht im Auto, so kann man dem Spanier satte 2.297 Liter Platz entlocken.

Der Alhambra 2.0 Liter-Diesel kann in drei PS-Stärken geordert werden. Der schwächste leistet 115 PS, der stärkste 184 PS. Unserer Ansicht nach ist das 150 PS-Modell das leistungsmäßig idealste, wenn man auf Alltagstauglichkeit Wert legt und die Leistungsstärke mit 184 PS nicht wirklich braucht. Obwohl der 7-sitzige Van ein Eigengewicht von etwas unter zwei Tonnen besitzt, beschleunigt er in 10,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Seinen Beitrag dazu leistet das Drehmoment von 340 Nm, welches in einem Bereich von 1.750 bis zu 3.000 Umdrehungen am größten ist. Das dazu sehr gut abgestimmte 6-Gang-Getriebe macht ihn somit zu einem guten Reisebegleiter.

Dank der zwei Liter Hubraum toleriert der Seat auch Schaltfaulheit, quittiert sie aber sofort mit einem zähen Antrittsverhalten. Scheut man sich aber nicht vor Schaltvorgängen, kann man dem Van durchaus eine gewisse Agilität abringen, die besonders bei Überholmanövern überrascht. Wer hier mehr Kraftentfaltung möchte, sollte sich den stärksten Motor genauer ansehen. Bei 198 km/h ist die absolute Höchstgeschwindigkeit des Alhambra erreicht. Der 4Drive-Allradantrieb ist derzeit nur in Kombination mit dem 150 PS Diesel und Schaltgetriebe oder für den 184 PS mit DSG erhältlich. Wer also Schaltgetriebe und Allrad möchte, wählt automatisch dieses Modell.

Der Spanier ist ein äußerst komfortabler Weggefährte. Egal ob Autobahnen, Großstadt oder die hügeligen Gefilde der Oststeiermark - mit ihm macht das Fahren schlichtweg Spaß. Bodenunebenheiten schluckt er problemlos, trotzdem verträgt das um 15 mm tiefergelegte "Sport"-Fahrwerk Lastwechsel und höhere Kurvengeschwindigkeiten, ohne dass man beginnt, sich unsicher zu fühlen. Natürlich muss man den höheren Schwerpunkt dabei berücksichtigen, daher ist der Begriff "Sport" nur unter Anführungszeichen zu sehen.

Obwohl der Seat Alhambra mit seinen 4,85 m Gesamtlänge einen Großteil an Parklücken der Großstadt an sich vorüberziehen lässt, erleichtern die technischen Helfer, wie Einparkhilfe vorne und hinten sowie eine Kamera, das Rangieren. Die Servolenkung gibt stets das nötige Feedback, ist nicht zu direkt aber auch nicht zu leichtgängig. Angenehm im Alltag ist die automatische elektrische Handbremse, die unter anderem den Seat vor dem Zurückrollen am Berg hindert sowie das Fahrzeug beim Abstellen automatisch sichert. Letztendlich überzeugt beim Alhambra auch der Verbrauch. Dieser lag während unserer Testzeit in einem Bereich von 6,8 bis 7,7 Litern auf 100 km.

Auch nach zwanzig Jahren gehört der Seat Alhambra als Vertreter der Van-Kategorie bei den Spaniern sicher nicht zum alten Eisen. Sein frisches Äußeres, seine Flexibilität und besonders seine Features machen ihn für Familie und Beruf zu einem interessanten Begleiter. Die 150 PS sind eine gute Dimensionierung angesichts der Masse. Wer die Vorteile des Allrads schätzt und nicht davor zurückscheut, selbst zu schalten, liegt mit dieser Version des Alhambra genau richtig.

Was uns gefällt:

3. Reihe schnell zur Verfügung, Motorisierung, Verbrauch

Was uns nicht gefällt:

verbleibender Platz bei aufgeklappter 3. Reihe

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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