Der neue Seat Exeo ST im Test

Die Kombiversion des Exeo basiert auf der Vorgängergeneration des aktuellen Audi A4.

Kurz nach der Limousine präsentiert Seat die Kombiversion des Exeo . Er trägt die Zusatzbezeichnung ST für Sport Tourer und basiert ebenfalls auf der Vorgänger-generation des aktuellen Audi A4 . Daraus machen die Spanier auch kein Hehl. Müssen sie auch nicht. Zwar gibt es das alte Blechkleid aus Ingolstadt, unter dem aber die neuen Motoren aus dem Volkswagen-Konzern stecken und - was beinahe noch wichtiger ist - hinter dem sich im Innenraum bei Materialauswahl und Verarbeitung Audi-Anmut verbirgt. Das Interieur wurde 1:1 vom Original übernommen. Damit verfügt Seat mit freundlichen Grüßen aus Ingolstadt über sein erstes Premiumfahrzeug und nach sieben Jahren auch wieder über einen Kombi.

Ein paar Retuschen am Design haben die Spanier zwar vorgenommen, aber der "alte" Audi ist unverkennbar . Der Seat Exeo ST trägt vorne und hinten leicht geänderte Stoßfänger, einen anderen Kühlergrill, neue Scheinwerfer und Rückleichten sowie eine dezent modifizierte Heckklappe und anders montierte Außenspiegel. Und auch ans Fahrwerk legten die spanischen Techniker Hand an, schließlich war die etwas zu straffe Abstimmung beim Audi immer wieder ein Kritikpunkt gewesen. Seat hat's besser gemacht und die Federung deutlich mehr auf Komfort ausgelegt. Alternativ steht ein härter abgestimmtes Sportfahrwerk zur Verfügung.

Zwei Diesel- und drei Benzinmotoren werden zur Markteinführung im August 2009 zur Verfügung stehen. Das fängt beim 1.6 mit 102 PS an, setzt sich über den 2.0-Liter-Diesel in zwei Leistungsvarianten (105 kW / 143 PS und 125 kW / 170 PS) und den 110 kW / 150 PS starken 1.8 Turbobenziner fort. Topversion ist der 2.0 TSI mit 147 kW / 200 PS. Ein Einstiegsdiesel mit 120 PS soll wenig später nachgereicht werden. Alle Modelle verfügen über 6-Gang-Getriebe, für den 2.0 TSI wird alternativ eine Automatik folgen. Doppelkupplungsgetriebe wird es aber nicht geben.

Seat verspricht für alle Exeo sparsame Triebwerke , die die Euro-5-Norm erfüllen. Die Diesel benötigen trotz ihrer Leistung nicht mehr als 5,9 Liter im Schnitt (nach EU-Norm), und bei den Benzinern reicht das Spektrum von 7,7 bis 8,1 Liter, wobei die 200 PS-Version sparsamer ist als der 1.8 Turbo mit 150 PS. Die Wartungsintervalle sind flexibel und werden je nach Belastung und Einsatz des Fahrzeuges vom Bordcomputer errechnet. Bis zu 30 000 Kilometer und zwei Jahre sind möglich, ehe die Elektronik zur Inspektion auffordert. Das System verfügt außerdem über eine Bremsverschleißanzeige.

Kein Grund zur Klage bietet auch die umfangreiche Grundausstattung , die sieben Airbags (zwei weitere sind optional erhältlich), 2-Zonen-Klimaanlage , CD/MP3-Radio mit acht Lautsprechern und eine Dachreling, Nebelscheinwerfer sowie Leselampen vorne und hinten enthält. Die Auskleidung des gesamten Kofferraums mit Teppich unterstreicht den Premium-Anspruch und die Audi-Wurzeln. Aus Ingolstadt übernommen wurde aber auch das eher bescheidene Ladevolumen von rund 440 Liter. Die Lehnen der Rücksitzbank sind asymmetrisch geteilt und hinterlassen beim Umlegen eine leicht ansteigende Fläche. Topfeben wird es, wenn man die Sitzfläche der Rückbank kurzerhand herausnimmt. Das Gepäckrollo ist mit der rechten Rücklehne verbunden und klappt automatisch mit nach vorne hinter die Vordersitze, so dass es nicht im Weg liegt. Es lässt sich aber auch - Audi lässt wieder grüßen - zur Seite herausziehen. Das Zurückstecken fordert allerdings ein wenig Übung.

Zusätzlich zur Basisversion Reference gibt es die Ausstattungsstufen Style und Sport , die unter anderem Annehmlichkeiten wie ein gekühltes Handschuhfach, eine Mittelarmlehne, Tempomat, Regensensor und Licht-Automatik, Lederlenkrad und ein auch hinter den Vordersitzen einzuhängendes Gepäcknetz verfügen. Lieferbar ist auf Wunsch als Besonderheit auch ein Schiebedach mit Solarzellen, die Belüftungsventilatoren auch ohne Batteriespannung bei abgestelltem Fahrzeug versorgt. Exklusiv für den Exeo ist außerdem eine spezielle Soundanlage von Bose erhältlich. Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion sind ebenfalls lieferbar.

Der 2-Liter-Common-Rail-Diesel mit 105 kW / 143 PS ziert sich unterhalb 1800 Umdrehungen in der Minute, stellt dann aber bis 2500 Umdrehungen sein maximales Drehmoment von 320 Newtonmeter zur Verfügung. Kurzes Herunterschalten reicht da in den oberen Gängen für rasches Beschleunigen aus. Die Schaltwege könnten einen Hauch kürzer sein, ansonsten ist das Getriebe tadellos. Der Exeo ST verfügt für effizientes Fahren zudem über eine Ganganzeige mit Schaltempfehlung . Die Federung des Comfort-Fahrwerks ist nicht zu weich und überzeugt auf ganzer Linie. Dazu gesellen sich eine gute Motordämmung und sehr leise Abrollgeräusche. Wer noch mehr Ruhe möchte, kann sich auch doppelt verglaste Seitenscheiben bestellen.

Speerspitze der Exeo-Baureihe ist der 2.0 TSI . Der 147 kW / 200 PS starke Motor ist über jeden Zweifel erhaben. Er zerrt bei forscher Anfahrt auch schon gerne einmal kurz am Antriebsstrang, wobei blitzschnell die Antischlupfregelung und das ESP aktiviert werden. Die 280 Nm Drehmoment bei 1800 Umdrehungen erlauben aber auch schaltfaules Fahren. Wer die Nadel des Drehzahlmessers über die 3000er-Marke treibt, der entfacht im neuen Seat dann spanisches Temperament, dem erst bei 235 km/h Spitzengeschwindigkeit Einhalt geboten wird wird. Den Spurt von 0 auf 100 km/h erledigt der Exeo ST 2.0 TSI in 7.6 Sekunden .

Der Seat Exeo ST soll nicht zuletzt durch den Preis überzeugen. Dieser wird trotz Premium-Interieur relativ günstig bleiben. Möglich wurde dies nicht zuletzt dadurch, dass die Spanier dank der Produktionsanlagen aus Ingolstadt kein komplett neues Fahrzeug entwickeln mussten. Ob der heimische Kunde das neue Auto im alten Kleid akzeptieren wird, ist abzuwarten. An der Verarbeitung, der Ausstattung und den Motoren dürfte es jedenfalls nicht scheitern.

auto-reporter

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