Testbericht: Seat Ibiza TGI mit Erdgasantrieb

Der neue Seat Ibiza ist auch in einer Erdgasvariante erhältlich. Wir verraten im folgenden Test, warum der TGI der bessere TDI ist.

Sparsamkeit ist auch in der Kleinwagenklasse oberstes Gebot, daher bietet Seat den neuen Ibiza nun auch als TGI mit Erdgasantrieb an und bietet damit eine gute Alternative zu TSI und vor allem auch TDI. Optisch ist der TGI dabei nur am Schriftzug am Heck von den anderen Modellen zu unterscheiden, doch wer den Tankdeckel öffnet, findet zwei Einfüllstutzen vor: Einen für Benzin und einen für CNG. Damit man durch das noch eher schwache Erdgas-Tankstellennetz nicht in Not gerät, verfügt der Ibiza TGI auch noch über einen normalen 40 Liter fassenden Kraftstofftank für Benzin. Zusätzlich kann der Ibiza TGI noch 13 Kilogramm Erdgas aufnehmen, wodurch er über eine maximale Reichweite von 1.194 Kilometer verfügen soll.

Angetrieben wird der Ibiza TGI von einem 1,0 Liter TSI 3-Zylinder mit 90 PS (66 kW). Gekoppelt ist der Motor an ein manuelles Fünfgang-Getriebe, das über eine sehr harmonische Abstufung verfügt. Sein maximales Drehmoment von 160 Nm liefert der Motor zwischen 1.900 und 3.500 U/Min, wodurch auch recht spritzige Fahrleistungen ermöglicht werden sollen.

In unserem Test konnte der Ibiza vor allem beim Sprint mit viel Elan überzeugen. Wer die volle Leistung abruft, sprintet in 12,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Im Vergleich zum TDI läuft der TGI dabei sehr leise und vibrationsarm. Wir finden, dass der Betrieb mit Erdgas sogar noch kultivierter ist als der Betrieb mit Benzin.

Auch die Kraftentfaltung kann überzeugen, zumindest wenn man den richtigen Gang gewählt hat. Das manuelle 5-Gang-Getriebe ist nämlich auf Sparsamkeit hin getrimmt, und wer der Schaltempfehlung folgt und immer brav in den höheren Gang schaltet, wird nicht mehr viel vom Fahrspaß erleben. Ohne Zurückschalten hat man bei Überholvorgängen im höchsten Gang nicht gerade gute Karten, hier zeigt sich der Motor nämlich etwas träge. Wer einen niedrigeren Gang wählt und die Gänge ausdreht, erlebt aber wirklich spritzige Fahrleistungen.

Wer auf Fahrspaß verzichtet, wird dafür mit einem niedrigen Verbrauch belohnt. Auf 100 Kilometern soll der Ibiza TGI nur 3,3 Kilogramm Erdgas verbrauchen, was mit einem sehr zarten Gasfuß durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Wir sind in unserem Test auf einen Verbrauch von 4,3 Liter CNG pro 100 Kilometer gekommen. Wer keine Erdgas-Tankstelle in der Nähe hat und im Benzin-Modus unterwegs ist, wird auf rund 5 Liter pro 100 Kilometer kommen. Zudem ist der Ibiza TGI der umweltfreundlichste Ibiza am Markt. Erdgas-Modelle stoßen im Vergleich zu Benzin- und Dieselmotoren 85 Prozent weniger Stickoxide und 25 Prozent weniger CO2 aus, was auch der Luftqualität in Städten zugute kommt.

Der Nachteil des TGI liegt derzeit also einzig und alleine im noch recht dünn gesäten Tankstellennetz. Die Betankung selbst ist fast so einfach wie beim Benziner, lediglich die Anbringung des Tankrüssels an den Tankstutzen ist etwas fummelig, was aber eher an der Tankstelle gelegen hat und nicht Schuld des Ibiza ist.

Keinen Unterschied zwischen dem TGI und den anderen Modellen gibt es auch bei Straßenlage, Federung und Fahrkomfort. Der neue Ibiza kann auch als TGI auf allen Strecken überzeugen und bietet einen perfekten Mix aus guter Straßenlage, Komfort und Wendigkeit. Auch im Innenraum gibt es bis auf eine Kleinigkeit keinen Unterschied zu den anderen Ibiza-Modellen. Im Vergleich zu den TSI- und TDI-Brüdern verfügt der Ibiza TGI aber über zwei Tankanzeigen. Im Drehzahlmesser befindet sich die Tankanzeige für den Erdgas-Tank, im Tacho jene für den Benzintank. Ist man im CNG-Modus unterwegs, wird einem dies auch durch eine grüne Kontrolllampe im Drehzahlmesser angezeigt.

Der Innenraum selbst gibt wie gewohnt wenig Anlass zur Kritik, der neue Ibiza zeigt sich auch innen sehr modern, und man fühlt sich gleich wohl. Er bietet deutlich mehr Platz als man es von einem Auto dieser Klasse erwarten würde. Selbst in der zweiten Reihe ist noch genug Raum vorhanden, wenn nicht gerade Riesen mit dem Auto unterwegs sind. Mit einem Kofferraumvolumen von 355 Litern kann der Ibiza ebenfalls überzeugen, zudem stehen im Innenraum auch viele Ablagen zur Verfügung.

Bequeme Sitze und eine gute Basisausstattung runden die Vorzüge des Ibiza-Innenraums weiter ab. Serienmäßig beim Ibiza Style sind schon ein Media System mit 6,5"-Touchscreen, eine Bluetooth Freisprecheinrichtung, ein Multifunktionslenkrad, elektrische Fensterheber vorne, eine Klimaanlage, der Frontassistent mit City Notbremsassistent und vieles mehr mit an Bord. Den Listenpreis von 17.990 Euro kann man aber dennoch mit einigen Komfort- und Sicherheitsfeatures weiter erhöhen, wie es bei unserem Testfahrzeug der Fall war. Wir erfreuten uns noch am adaptiven Tempomat, dem Design-Paket Style 16", elektrischen Fensterhebern hinten, einer Parkhilfe hinten, dem Winter-Paket, Textil-Matten und einem Navi mit 8"-Touchscreen. Der Listenpreis summiert sich damit auf 21.735,14 Euro, lässt dabei aber nicht mehr viele Wünsche übrig.

Mit dem Ibiza TGI hat Seat auf jeden Fall eine sehr interessante Alternative zu den anderen Motorisierungen im Programm. Wer auf Nachhaltigkeit setzt, kommt am TGI nicht vorbei, kein anderer Ibiza fährt umweltfreundlicher. Zudem verfügt der Ibiza TGI über eine große Reichweite und ist damit auch eine Alternative für jene, denen ein Elektroauto nicht genug Reichweite bietet, die aber dennoch so umweltfreundlich wie möglich unterwegs sein möchten.

Was uns gefällt:

Das sportliche Design, die Ausstattung, die Sicherheitsfeatures, der Verbrauch, die Straßenlage, der Fahrspaß

Was uns nicht gefällt:

Das es noch so wenige Erdgas-Tankstellen gibt

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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